Der Bericht ist am 20.09.09 zusammengestellt worden.
Er gehört zum Datum 13.07.09
Der Hafen liegt vor uns...
Es gab ursprünglich zwei Möglichkeiten - dieses Luftkissenboot, sehr schnell, und schnell ausgebucht,
Unsere Kajüte für 10 Passagiere war leicht zu finden.
So sah es hier aus. Eine klappbare Matratze, eine Steppdecke und ein quadratisches Kopfkissen aus Kunstleder. Kann man so schlafen?
Die letzten Bauten des Hafens "fließen" an uns vorbei...
Das Schaukeln wurde etwas bemerkbar, die Passagiere machten sich bequem. In unserer Kajüte wollten alle schlafen - aber was mache ich mit Johanna, die gerade Bewegung braucht?Auf diesen zwei Fotos ist zu sehen, dass Johanna, besonders motiviert mitzukommen, ihre Schuhe aus dem Regal nimmt und versucht, diese anzuziehen. Das war das erste Mal, dass ich sie dabei erwischt habe, danach war alles ein wenig "kalter Kaffee".
In wenigen Minuten schlief sie bereits friedlich. Die Klimaanlagen haben die Temperatur in den Schlafbereichen so niedrig gehalten, dass es den Passagieren nichts anderes übrig blieb, als sich in die dicken Decken einzukuscheln... Für Johanna nahm ich dann ihre und meine Decke, ich selber musste an diesem -draussen - heissen Tag einen Pullover holen.
Ich habe sogar ein einziges Foto von mir aus diesen Tagen. Ich habe es genossen, mal alleine zu sitzen und zu lesen. In den letzten acht Tagen war eine solche Stunde ein Luxus.
Die Wellen waren ganz deutlich zu merken.
Auf der Karte sah ich, dass wir eine bestimmte Stelle passieren oder in der Nähe einer Stelle kommen werden, die für die Geschichte Russlands eine ziemlich entscheidende Rolle gespielt haben soll... habe ich in der Schule gelernt... Die Insel Tzuschima Цусима liegt ein wenig zum Süden von unserer Strecke, hier sollten sich viele Tragödien abgespielt haben, vor genau 104 Jahren...
Johanna schlief im kühlen Raum und etwas geschaukelt, länger als geplant. Wir sind bald da! Und wir bekommen eine Stunde "zurück" - genau das haben wir nicht eingeplant.
Die Monitore für die Infrarot - Kontrolle waren überall, alle Passagiere wurden durchscannt, alle Pässe wurden durchscannt... aber unsere Pässe hatten Probleme... die Scanner haben "ungültig" angeschlagen... na toll! Eine kurze Diskussion mit einem der vorgesetzten Beamten brachte Klärung: der Buchstabe "ü" in unserem Namen machte Schwierigkeiten. Wir waren deshalb die letzten, die die Halle verlassen haben...
Unser nächster Schritt war natürlich die Hotelsuche. Der Infoschalter war noch auf, ein preiswertes Hotel im koreanischen Stil, zu Fuss zu erreichen, wurde uns schnell vermittelt. Wir würden es leicht finden, es sei an der nächsten großen Kreuzung... der Bank gegenüber...
Hoffentlich werden wir die Bank erkennen, das ist ja unser einziger Orientierungspunkt...
Als wir uns den Weg erklären ließen, sprach ein Mann Johanna an. Eher ich mich versah, hatte sie eine Dose Mangosaft in der Hand - und der Mann sagte, es sei ein Geschenk "for the cute Baby". Eigentlich muss ich ab diesem Zeitpunkt eine besondere Rechnung anfangen, eine Rechnung der Menschenkontakte, die Johanna so reich und so für uns unerwartet die ganze weitere Reise geniessen konnte. Immer wieder wurde sie angesprochen, begrüsst, beschenkt, fotografiert, wir dann wohl als ihre "Anhängsel" auch - bis zum Rückflug. Aber das wussten wir noch nicht.
Wir gingen, wie es im Plan war, zum Hotel.
Wir wurden unterwegs von fremden Menschen angesprochen, als wir uns einen Moment etwas ratlos umschauten, ob wir Hilfe brauchen. Das war für uns etwas Besonderes nach der Zurückhaltung der Japaner...
Nun sind wir da, in unserem Hotel!
Das ist ein Zimmer im koreanischen Stil. jo. Für Johanna passen die Möbelstücke wunderbar. Für uns eher weniger. Die Betten sind diese Steppdecken mit Blümchen, die Stühle sind blau und liegen unter dem Tisch.
Straßenverkäufer boten reichlich Auswahl an verschiedenen Delikatessen, an die wir uns am ersten Tag nicht getraut haben. Ein offenes Feuer auf einer Wohnstraße, eine Pfanne oder panierte Spieße drauf - alles roch lecker, aber für uns noch sehr unsicher. Für das Sitzen in einem Restaurant war es bereits zu spät. Ein s.g. Family Mart an der Ecke war die schnellste Lösung:
Wir waren gespannt, wie wir die Nacht auf den flachen Matratzen verbringen werden.
Nachdem die Mädchen einschliefen, haben wir Eltern eine Waschaktion veranstaltet. Eine Waschmaschine gab es nicht, alles wurde also in der Badewanne per Hand gewaschen. Wir fragten die Besitzerin, wo wir alles aughängen können. Auf dem Dach. Ok. Das machen wir.
Aber erst war unser langer Tag, der 8. Tag der Reise, zu Ende...
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen