Johanna steigt in den Kindergarten ein

Lilypie Fourth Birthday tickers

Montag, 31. August 2009

Ein Bild entsteht...

Das hat Johanna sehr vermisst - malen, zeichnen, kritzeln... In all den fremden Räumen durfte sie nicht viel mit dem Stift oder Kugelschreiber spielen, wir mussten ihr oft die Stifte abnehmen...
Aber jetzt konnte sie wieder pinseln, wie sie Lust hatte...Nach unserem "Höflichkeitsbesuch" bei unserer KiAPraxis haben wir uns auch beim Kindergarten gemeldet - das war ja geplant, aber am 30.06... Es hat sich vielleicht etwas geändert? Wollen sie uns noch haben? Die neue Gruppe hat ja bereits angefangen.

Man muss nicht drei Mal raten, was ich auf die Frage "Wollt Ihr denn schon morgen kommen?" geantworten habe. Wir können unser Glück und das von Johanna nicht fassen!

Sonntag, 30. August 2009

Ich habe mich gefragt, was ich vor einer Woche wohl gemacht habe...

wollt ihr auch wissen?
Schaut euch ein paar Bilder an! - sie sind unter dem Datum 23.08.09 veröffentlicht.

Reiseerkrankungen und unsere Reiseapotheke...

Unsere Reiseapotheke, zerdrückt im Rucksack und zum Teil ganz kaputt, aber wenig benutzt, kam zurück nach Hause... Mit unseren Mitteln konnten wir uns selbst helfen und unsere Mitreisenden oder andere Hotelgäste versorgen.

Da wir in den letzten zwei Tagen sehr oft gefragt wurden, wie es uns gesundheitlich ging, kann ich darüber berichten - vielleicht kann das eine oder andere Mutter interessieren...

Ein langes Gespräch mit unserem Apotheker und unzählige Male des Nachdenkens, wenn ich gerade tief in der Vorbereitung war, hatten ein Ergebnis - unsere Reiseapotheke, die uns eine unabhängige Behandlung in kleinen Fällen ermöglichte. Wir mussten insgesamt 8 Mal verschiedene Grenzen überqueren, die Meldungen über die Schweinegrippe hörte man aus jeder Nachrichtensendung. Aber das war irgendwie nicht das ganz Wichtigste - es standen uns verschiedene Wasserqualitäten, Kochkünste, Speisekarten, Gewürze bevor, eine andere klimatische Situation und natürlich eine manchmal erschwerte Orientierung in der Fremde.

Über Johanna machte ich mich besonders viel Gedanken. Die Klimaanlagen... das ist das, was wir von Zuhause nicht kennen und so uns nicht vorbereiten können. Wird Johanna dabei mithalten können? Hat sie genug Abhärtung bei uns bekommen? Wer sie länger kennt, weiss, dass sie im Zimmer ohne Heizung schläft, seit Babyzeit mit dem kalten Wasser tagsüber gewaschen wurde und sehr früh mit uns Eis essen durfte. Aber diese Klimaanlagen... Ich, Irina, werde immer wieder krank...

Nun sind wir zu Hause.

Alle fragten nach den typischen Störungen in diesen Regionen - nach Durchfällen. Zum Glück hatten wir sie nicht bekommen. Unser kleiner Reisewasserkocher war doch viel öfter im Einsatz, nachdem wir die Grenze zu Nepal überquert haben. Beim Zähneputzen haben wir für die Kinder abgekochtes Wasser genommen und Johannas Flasche bekam jeden Morgen ein heisses "Bad". Es gab Tage, da haben wir nichts Brauchbares zum Essen gefunden oder hatten keine Kraft mehr, uns wieder auf den Weg zu machen... Dann hatten wir im nächsten Lädchen 12 Kartoffeln besorgt, jeder bekam 3 gekochte Kartoffeln mit etwas Salz, fertig. Johanna und ich konnten sich gut von Bananen ernähren. Diese Frucht ist dort sehr verbreitet, gerade zur Erntezeit bekamen wir ganz frische Früchte vom Baum. Es kann sein, dass manche Babys und Kleinkinder in Nepal und Indien gerade dank Bananen überleben... In Tibet waren oft die Restaurants, die auf unseren Wegen lagen, voller Fliegen und nicht besonders sauber... wir hatten aber nicht viel Auswahl, so suchten wir in der Speisekarte etwas, was uns hoffentlich keine Magenprobleme beschehren würde. Da Johanna immer bei mir mitgegessen hatte, bestellte ich Pommes oder gebratenen Reis, selten gab es eine nicht scharfe Suppe. Die exotischen Speisen, die ich dann auf den Nachbartischen bewundern konnte, blieben für mich nur als Bilder...
Einmal in Lhasa hatten wir - Johanna und ich, danach Maria - eine Sommerviruserkrankung bekommen. Johanna hatte tränende Augen und starken Husten, ich hatte Husten und Halsschmerzen. Mit unseren Mitteln konnten wir uns helfen, am Leichtesten kam Johanna davon, ich hustete und hustete noch lange... Diese 2-3 Tage waren für mich ganz bedrückend, da wir uns in der über 3000 m Höhe befanden, weit weg von den Möglichkeiten, zurück zu fliegen oder zu fahren, und viele Quellen berichteten von den Gefahren einer raschen Lungenentzündung bei Kindern wegen der Höhe etc. Glücklicherweise hat Johanna schnell alles überstanden.

Nun zu der Höhenkrankheit... aus dem "Normalzustand", wenige Meter über dem Meeresspiegel, kommt man nie auf die Idee, je darüber nachzudenken... aber dort, vor der Fahrt nach Lhasa, mussten wir uns Gedanken machen... wir haben uns informiert, was und wann und in welcher Form sich entwickeln kann. Die Vorbeugungsmassnahmen waren - Vitamine, gute gesungheitliche Verfassung, reichhaltiges, aber nicht übermässiges Essen, Müsliriegel, erhöhtes Wasserkonsum, kein Alkohol... es wurde aber auch berichtet, dass es nur vor Ort klar sein kann, WEN die Krankheit treffen wird - oft auch einen gut trainierten Menschen, unabhängig vom Alter oder gesundheitlichen Vorgeschichte... oh-oh, Risiko... Da wir aber den Weg nach Lhasa mit dem Zug machten, hatten wir die Hoffnung, dass wir während der Fahrt bereits uns anpassen können. Das war auch so. Leichte Kopfschmerzen, die man immer wieder mal bekam, konnte man schnell wegbekommen, dadurch dass man einfach, wie beim Fliegen, den Druck in den Ohren ausgeglichen hat. Die Menschen im Zug haben aber viel und unterschiedlich gelitten. Apathische, bleiche Gesichter, Erbrechen, Kopfschmerzen - die ganze Palette war da... Meine zweite Nacht, als die Höhe stieg, war sehr unruhig. Ich teilte mit Johanna meinen Liegeplatz und lauschte ihrem Atem zu. Alles war ruhig, wie immer. Sie hat die Fahrt und die Höhe und alle anderen Effekte super überstanden, sie war immer fröhlich und aktiv und hat mit Appetit gefrühstückt. Am Tag, schön im Zug geschaukelt, schlief sie etwas länger, aber auch im grünen Bereich. Die Fahrt war vorbei, aber jetzt mussten wir uns in 3000 m Höhe bewegen und überleben...

Unsere erste Nacht in Lhasa war für uns vier unruhig. Man hatte das Gefühl, dass die Luft fehlt, man musste tiefer und intensiver einatmen, man hatte Schmerzen in der Brust. Danach ging es immer besser, auch wenn ein Gang nach oben mit der Treppe plötzlich zum Problem wurde... Nach drei Tagen Eingewöhnung, die eingeplant waren, ging es Richtung Westen, zum Endziel Camp Everest und Nepal. Während dieser Fahrt hatten wir oft Kopfschmerzen, ich fühlte mich wie betäubt oder betrunken. An einige Dinge erinnere ich mich nicht, das Gehirn war in diesen Momenten unterversorgt... Wir mussten ganz arg aufpassen, dass wir unsere Sachen nicht vergessen und mussten uns gegenseitig unterstützen. Johanna ging es gut, aber ich merkte, dass sie ungern lief und lieber auf dem Arm blieb und sich immer wieder auf den Boden hingesetzt hat. Nach der Fahrt zum Basislager Everest auf einer unbefestigten Strasse, die die letzen Gehirnzellen so richtig durchschütteln liess, hatte ich, Irina, nun wirklich Feierabend. Ich konnte nur auf den Knien "stehen", in der kurzen Abwesenheit von Josef und Maria musste ich mich auf die Erde neben der sitzenden Johanna hinlegen. Ich war froh, dass einige einheimische Mädchen Interesse an uns hatten und uns Gesellschaft leisteten - und so auf Johanna aufpassten - ich konnte es nicht...

In der Nacht im Basislager, die wir im engen Zelt verbracht haben, ging es mir schlecht. Der Ofen, geheizt mit Yakmist, nahm die Reste des Sauerstoffs aus der Luft, zum Luften war es zu kalt... Immer wieder habe ich dem Johannas Atem gelauscht, für das Andere hatte ich keine Kraft. Am frühen Morgen mussten wir alle aus dem Zelt heraus, so stickig es dort war... Johanna haben wir aus ihren Decken geholt - und siehe da, sie lächelt schon wieder. Von dem Marsch zum letzten erlaubten Punkt auf dem Weg zum Everest berichte ich mit Fotos - da wird man mehr von unserem gesundheitlichen Zustand verstehen.

Insgesamt bewerte ich diese Tage und Nächte dort als schwer, aber nicht so schlimm, wie man manchmal beschrieben bekam. Auch der kleine Computer und Josefs Handy haben es überlebt, obwohl viele warnten, die Geräte würden kaputt gehen...

Zum Ende der Reise hatten wir vier einen argen Eiweissmangel empfunden. Es fehlten bestimmt noch einige wichtige Stoffe und Elemente in unserer Nahrung, was wir bald ausgleichen werden. Während unseres ersten Frühstücks zu Hause konnten wir Johanna nicht stoppen, sie wollte ALLES essen und es schmeckte ihr plötzlich wieder alles...

Wir hoffen, dass wir sonst keine Infektionen und keine weiteren Krankheiten mitgebracht haben und dass Johanna, wie geplant, bald den Kindergarten besuchen kann.

Samstag, 29. August 2009

Gewogen - gemessen

So ein leckeres Frühstück!
Egal, wo wir waren, wie schön die Hotels auch mal waren - ein solches Frühstück gab es nirgendwo. Nichts Besonders - Brötchen, Cornflakes mit Milch, etwas Aufschnitt, Käse, Butter, Nutella, ein Ei - wirklich nichts besonders, wenn man hier im deutschen Raum jeden Tag so frühstückt... Ein Luxus. Milch und Milchprodukte sind nicht überall und nicht überall sauber oder nur in wässeriger Milchpulverlösung oder als Joghurt mit chemischem Beigeschmack erhältlich. Käse, wenn es überhaupt welchen gab, konnte man nur zum Überbacken nehmen. Wurst kennt man in unseren Reiseländern kaum, das ist ein teueres Luxusprodukt, auch in Japan. In den Hindu-Ländern mussten wir ganz auf tierische Erzeugnisse verzichten, da sie z.T. gar verboten waren...

Wir sind angekommen!


Nun haben wir uns gewogen und die Kinder noch gemessen...
Maria ist ganz rasch gewachsen und ist jetzt 159,5 cm groß. Sie wird in wenigen Jahren grösser sein, als manche erwachsene Männer in unseren aktuellen Reiseländern, damit wird sich das Interesse der Männer, das sie in solchem jungen Alter nur verwirrte, selbst erledigen. lol.
Der Papa hat 5 kg abgenommen.
Die Mama hat so um 2,5-3 kg abgenommen.

Johanna mit ihren 33,5 Monaten wiegt 12,7 kg. Nicht schlecht, wir dachten, sie hat total abgenommen, sie ist vielleicht nur gewachsen?
Ihre Körpergrösse, die jetzt im Stehen gemessen wurde, hat sich erstaunlicherweise aber nicht verändert: etwa 89-90 cm, im Liegen ist sie länger, aber wir müssen mit dem Messen-im-Stehen sowieso anfangen.

Freitag, 28. August 2009

Zu Hause!

Nach einem Tag in Agra, an dem wir Taj Mahal erlebt haben und einige ganz eigenartige Erlebnisse hatten, stand uns nur die Fahrt nach Delhi bevor. Obwohl unser Flug erst um 19:15 starten sollte und von Agra bis Delhi nur 201 km sind, sind wir bereiots um 9:00 Uhr losgefahren. Gegen 14:00 Uhr, ziemlich schnell, wie der Fahrer sagte, waren wir im Flughafen. Die Verunsicherung bezüglich unseres Fluges, die wir schon die ganze Zeit irgendwie hatten, hat sich gelegt. Da wir für uns vier etwa wie 720 € am 14.04. bezahlt haben, fragten alle Freunde, wo wohl der Hacken bei der Geschichte sein wird... Es gab keine Hacken, es gab einen tollen Flug mit hübschen Begleiterinnen in den Kleidern, die an Pfauenfedern erinnern.
Die Zugfahrt von Frankfurt nach Osnabrück schien uns nur eine Kurz-strecken-fahrt zu sein... Johanaa benahm sich vorbildlich im Zug - alle unsere Bewegungen in der letzten Zeit haben bei ihr Spuren hinterlassen. Interessanterweise wollte kein Mensch uns der Temperaturkontrolle unterziehen...
Nun sind wir zu Hause - wir nehmen uns am Wochenende Zeit, um uns wieder einzuleben.

Mittwoch, 26. August 2009

Das Betteln. Teil 2.

Wie es im Moment aussieht, Indien wird mit dem Touristenstrom nicht fertig. Natuerlich ist unser kurzer Blick einfach zu wenig, um sich ein Bild machen zu koennen. Wir sprachen darueber mit vielen Menschen - mit den Hotelangestellten, mit unserem Guide, mit den Kindern auf der Strasse... Aus den Laendern, die wir besucht haben, ist Indien das "verdorbenste" Land, obwohl nicht das aermste... Ich muss mich mehr darueber informieren.
Drei alte Frauen, bunt angezogen, Haende bemalt, sitzen im Garten eines Museumspalastes in Delhi , essen von den mitgebrachten Speisen und trinken und haben sichtlich Spass miteinander. Ich gehe vorbei. Die Frauen winken mir freundlich zu und zeigen, dass sie drei, die sich sooo lieb haben, fotografiert werden wollen. Ich krame meine Kamera heraus und knipse die Damen. Sie wollen sehen. Ich zeige. Die Gesichter veraendern sich und sie strecken mir sehr resolut die Haende entgegen. Hmmm. Bin ich provoziert? erpresst? geleimt, wie man das sagt? Das war keine gute Stimung und keine Freundlichkeit... Ich zeige ihnen das Foto nochmal und loesche es vor ihren Augen. Sie haben damit nicht gerechnet...

Wir gingen auf einer Strasse in Pushkar, uns entgegen kam eine schlanke huebsche junge Frau, mit gepflegten bunten Kleidern. Sie trug einen Buendel Gras auf dem Kopf - neben dem Tempel werden kleine Portionen davon als Leckerbissen fuer heilige Kuehe verkauft. Was fuer eine huebsche Frau! Eine solche Frau kann ihre Kinder und ihre Familie und die gesellschaft im Endeffekt tragen... (bitte nicht zu hoch aufgeseztz zu verstehen, das war so ein gedanke in diesem Moment). Ich knipste. In der naechsten Sekunde buchstaeblich veraenderte sich das stolze Gesicht. Es bekam eine weinerische Miene, die Frau fing an, mit einer Bettlerintonation zu sprechen mit allen anderen Gesten und Mimik... Eine solche "Verwandlung" war fuer uns und fuer Maria kaum zu begreifen...
Wir suchten nach einem Cafe o.Ae. Maria und ich wollten hineingehen, Josef wollte eben kurz in einen Tempel hineinschauen. Ein schmutziger Junge zupfte mich am Aermel. Madame, one Chapati! Only one Chapati! (Chapati ist ein Fladen, wie etwa ein duenner Pizzaboden). Das Geld hatte Josef bei sich. Der Junge wurde aufdringlicher und zeigte sogar auf eine Familie, die vor dem Tempel sass - er sei fuer sie "alle verantwortlich". Ich ging ins cafe. Ich habe Chapati auf der Speisekarte gesehen. Ich bat, fuer mich schnell sechs Chapatis zu backen.
Als sie ferstig waren, war der Junge und die anderen Menschen nicht mehr da... Schade...
Am naechsten Tag wollten wir noch kurz in die Stadt, den heiligen See kurz sehen, nur vom Weiten - wenn man hier als Auslaender nicht so gern gesehen wird... Maria und ich gingen im dichten Verkehr. Der Junge von gestern lief froehlich uns netgegen, mit einer grossen frischen Plastktuete, voll von kleinen Broten, ein wenig beschlagen, da die Brote warm waren. Er sah uns (Auslaender, andere Gesichter, erkannt hat er mich nicht) in der Menschenmenge. Automatisch verzog sich sein Gesicht. Die Hand zeigte zum Mund mit der "Hunger-Geste" und es kam wieder: "One chapati, Madame, only one chapati!"... Maria und ich schauten uns nur an...
Heute Morgen, bei der Abfahrt aus Jaipur, wollten wir den heilihen Kuehen, die sich neben dem Hotel niedergelassen haben, einige Kartoffeln schenken. Woher die Kartoffeln waren und warum ich sie mitgeschleppt habe, erzaele ich spaeter. Aber jetzt musste ich sie doch weggeben, da sie ja nach deutschland sowieso nicht duerfen. Im Strassendreck und Kuhmist versuchten wir, uns den Tieren zu naehern. Einen Jungen, 5 oder 6 Klase, mit dem Fahrrad habe ich auf der Ecke gesehen. Geplegte Schuluniform, geputzte Schuhe, ein wenig gegelte glaenzende Haare und eine Schultasche mit dem Schullogo, voller Buecher. Der Junge stoppte das Fahrrad. Ich dachte, er will uns etwas sagen... Hallo sagen? Von wegen. Ganz ungeniert und eher bestimmend: "Pencil, Madame!" Was? I have no pencil! Die nicht schmutzige Hand streckte sich mir entgegen. "Ten rupies, Madame" Das war mir zuviel am fruehen Morgen. Ich habe ihm gesagt, dass er gut lernen muss und nicht mit dem Betteln anfangen soll... Na, typisch Lehrer... Als ich Josef davon erzaelt habe, meinte er, ich sollte das Kind mitnehmen und mit ihm zur seiner Schule gehen und mit dem Klassenlehrer sprechen... Na, typisch Deutsch... Wenn dieses gepflegte Kind schon bettelt, was soll aus dem Land weiter werden? Wir koennen die Situation nicht begreifen. Das ist unsere schlimmste und unangenehmste Woche. Es wird immer wieder versucht, uns als Auslaender zu missbrauchen, bei den Restaurantbestellungen, bei den Versuchen, einige Souveniere zu kaufen, bei den "organisierten" Fahrten zu Sehenswuerdigkeiten - immer wieder geraten wir in die "Butterfahrt-Situationen". Auch wenn wir ausdruecklich absagen, versteht man hier ploetzlich kein Englisch, obwohl einige politische Themen einige Minuten zuvor im Gespraech waren und fuer sie das Vokabular ausreichte... Unser heutiger Guide, der uns peinlichst angelogen hat, verlangte nach der Fuehrung ein Monatsgehalt eines Hotelangestellten als Trinkgeld und fuehlte sich absolut wohl dabei. Die Situationen mit den "heiligen Maennern" hier sind sowieso ausser aller Rahmen, das muss ich spaeter erklaeren... peinlich einfach... mit Marihuana vertruebte Koepfe... peinlich... fuer uns unbegreifliche Verdorbenheit der Bevoelkerung ist einfach nicht zu uebersehen, egal, wohin wir gehen... Diese Kontraste und die Vergleiche mit unseren anderen ganz frischen Erfahrungen lassen uns den Aufenthalt in Indien so schnell wie moeglich beenden.

Dienstag, 25. August 2009

Ein paar Gedanken und Geschichten

zum Thema BETTELN...

Wir sind in Jaipur, einer fast 6-Millionen-Hauptstadt von Rajastan.
In einigen Tagen verlassen wir Indien, unsere Reise geht zu Ende.
Am Anfang und waehrend der reiseplanung war es uns bewusst, auch aus fremden Erfahrungen, dass wir mit der Armut und dem Betteln konfrontiert werden. Wir haben viel darueber gesprochen, auch mit Maria.
Nun denke ich darueber nach, was wir erlebt haben.
In Japan war das Betteln undenkbar. Punkt. Einige Obdachlose bewahrten Ruhe und Gelassenheit. Einmal stellte ich einem auf der Strasse schlafenden Mann eine Platte mit Sushi auf seine kleine Karre, aber er hat das nicht gemerkt und auf keinen Fall nachgefragt.
In Korea sahen wir nur zwei Bettler. Eine sehr alte, verwirrt wirkende Frau bat um etwas zu Essen am Busbahnhof. Ein Mann ohne Beine hatte seinen festen "Platz" an einer Busstation, er nahm die Gaben wuerdig und selbstverstaendlich entgegen.
In China ueberraschte und das Betteln. Schmutzige Kinder liefen mit leeren Pappbechern am Eingang zur Verbotenen Stadt und zeigten auf den Mund. Als wir einem Jungen etwas Geld in die Hand drueckten, erschienen ploetzlich mehrere Kinder und Jugendliche und Frauen... Schockiert, sassen wir auf der Bank im Eingangsbereich... Wir konnten sehen, dass der kleine Junge gar nicht alleine hier war. Eine schlicht, aber "normal" angezogene Frau war da und die Kinder haben bei ihr alles abgeliefert. Sie bekamen auch etwas zu trinken und etwas in den Mund auf die Schnelle gestopft und eine Streicheleinheit...jo... Neben einem Kaufhaus, in dem wir etwas warmes fuer die Tibetreise besorgen wollten, war eine vergleichbare Geschichte. Wir gaben einem kleinen Jungen etwas Geld. Als wir zurueckgingen, wollte er schon wieder etwas haben, da er uns natuerlich vergessen hat. Wir gingen vorbei. Der kleine, der eben ganz suess laechelte und chinesisch redete, schrie im besten Englisch: "F--k you!" ... Jo... Er war ein Profi in seinem Geschaeft.
In Tibet trafen wir sofort am Hotel eine junge Mutter mit einem 6-7 monate-alten Baby, sie war sehr schmutzig, das Kind hatte einen Lappen statt Windeln... Sie fragte nach dem Geld und bekam natuerlich etwas. Es regnete, als wir uns an diesem Tag in einem Bistro hingesetzt haben. Ich wollte den kalten tibeter Regen nicht abbekommen und beobachtete den leer gewordenen Jokhang Platz. Die junge Mutter ging zu einem Buedchen hinter der Kioskenreihe, ging herein. Nach einigen Minuten war sie und das Baby, gut eingepackt, wieder bereit, das Geschaeft zu betreiben... Danach hatten wir dort sooooooooo viele verschiedene Erfahrungen, das ich kaum Moeglichkeit haben werde, alles zu beschreiben. Ich kaufte dann Bonbons plastiktuetenweise, um immer etwas zu verschenken zu haben... Unser Guide Phoutsoek wurde immer aergerlich und kritisierte und offen, wenn wir etwas "diesen Faulen" gegeben haben. Wir haben mit ihm viel darueber gesprochen - wir waren 6 Tage lang auf einander angewiesen und hatten viele Momente der Meinungsverschiedenheiten. Er war kathegorisch dagegen und sprach oft, dass er sich persoenlich peinlich beruehrt fuehlt, wenn er sieht, dass seine Landsleute betteln und nicht selbst arbeiten "weil es ja so viel Arbeit gibt"... Einige Kinder standen oft vor den Tempeln und Kloestern. Sie hatten dicke Stapel Geld in den Haenden und bettelten eifrig weiter. Brachten sie das Geld danach in den Tempel? Das wussten wir nicht... Aber es hat uns schon einige Male negativ beeindruckt, wie der Touristenfluss, der offensichtlich zunimmt, die Menschen und besonders Kinder schnell zum Betteln verleitet... Jeder Jeep wurde sofort umringt und es wurde mit allen Mitteln gezeigt, dass die Gabe noetig ist. Ich beschreibe vielleicht spaeter einige Situationen...
In Nepal, in dem Land, dem eigentlich sehr schlecht geht, haben wir kaum Bettler gesehen. Wie konnte es sein? Es wird viel gearbeitet, das ist so. Aber die Kinder streckten nicht sofort die Hand entgegen, wenn sie uns sahen. "Heilige Maenner" der Hindus fragten nach "Donation", eine alte Frau vor einem Tempel sammelte Geld, ein Mann ohne Bein fragte hoeflich nach "kleiner Hilfe" im Flughafen Kathmandu...

Nun...

Wir sind in Indien.
Die Agression, das aggressive und ruecksichtslose Betteln macht uns und unsere Beziehung zum Land kaputt. Maria will hier nur weg. Wir waren bereits mehrere Male "eingeschuechtert" von Bettlern, sodass wir lieber nicht auf die Strasse gingen. Einige krasse Situationen erlebten wir gerade in Pushkar, einem suuuuuper heiligen Ort der Hindus... Dieser Ort ist aus meiner Sicht nicht mehr "holy Place", das ist ein eher "Business-Place" geworden... Traurig.

Meinen PC hier muss ich mir ganz vielen bereits wartenden Hotelgaesten teilen. Spaeter weiter... Bis dann...

Sonntag, 23. August 2009

Unsere Reise. Tag 49. Pushkar.

Sonntag, den 23.08.09h

Ich war so früh wach, dass ich mir vorstellen konnte, mich ganz alleine auf dem Hotelterritorium umschauen zu können. Was für ein schöner Hof! Ich habe mir vorgestellt, dass wir in einigen Stunden an einem dieser Tische frühstücken können. Was für ein Luxus!Ich ging durch das noch stille Haus... Liebevoll ausgesuchte Details auf den Balkonen
und Handbemalte Decken konnte ich lange bewundern... alles unterschiedliche Muster... wer schon Mal das zu Hause versucht hat, wird wissen wieviele Stunden in einen solchen Kreis hineinfliessen...
Am Aufzug gab es wieder dieses Symbol, das im buddhistischen und im hinduistischen Raum oft verwendet wird und soviel wie "Kreislauf des Lebens" bedeutet, wie man uns erklärte.
Meine Mädels waren doch wach... Na gut, dann gingen wir zusammen durch das Haus und den Garten... Einen hübschen Papaya-Baum haben wir so nah bis jetzt noch nicht gesehen, die Früchte werden nach und nach reif, sie werden oft zum Frühstück serviert.
Meine Mädels wollen schwimmen gehen, wenn diese seltene Möglichkeit hier vorhanden ist.
So ein schöner gepflegter Garten! Der Gärtner ist bereits unterwegs, er hat eben einige verwelkte Blüten abgenommen... Mensch, was für eine Ordnung! Den Rasen kann man auch nur bewundern... besonders, wenn man weiß, was für eine staubige schmutzige Strasse in wenigen Dutzend Metern das Hotel mit dem Ort verbindet.
Den Morgen und den Vormittag haben wir echt genossen. Wir frühstückten im Hof, Johanna durfte überall laufen - Treppe hoch und herunter, es gab keine großen Gefahren, dafür viel Spielraum. Zum ersten Mal haben wir einen solchen Aufenthalt... Aber gerade, wenn man so entspannt ist, kommen auch wichtige Gespräche vor... Josef ließt gerade ein Buch zum Thema Gut-Böse, wir sitzen hier im tollen Hotel, da draussen ist das Leben ganz anders... Wir geniessen es hier alles... dürfen wir? Wir finden wohl nie eine Antwort in dieser Welt...

Wir alle wollten uns zurückziehen - viel zu viel sind wir unterwegs, kaum eine Möglichkeit, zu sich zu kommen und nachzudenken, wobei es Einiges zum Nachdenken gibt... die Rückkehr steht bevor, es sind viele wichtige Dinge, die auf uns warten und eine Lösung brauchen...
Johanna ist eingeschlafen. Ich freute mich immer für sie, wenn sie ein Bett zum Mittagsschlaf hatte, das war auch Luxus in den letzten Wochen. Ich wollte aber eine Internetmöglichkeit finden und bin aus dem Hotel herausgegangen. Heiss... In einem kleinen Büdchen neben der Lehmhütte mit dem Internetcafe schlafen auf dem Boden fünf oder sechs Menschen, ganz nah zueinander...
Als ich wieder im Hotel war, wollte meine Familie etwas unternehmen, und zwar wie immer - alles sofort! Es wird der heilige See - Holy Lake, wie wir schon zig mal gestern gehört haben - besichtigt. Mit dem Kinderwagen - ab, los zum See!
Man gewöhnt sich, dass man die Strasse mit allen anderen Stadtbewohnern teilt. Hoffentlich macht uns der Wasserbüffel nichts...
Eine feierlich gekleidete Gesellschaft kam uns entgegen, alles alte Menschen. Die alten Frauen sahen Johanna und wollten sie umarmen und grüssen und streicheln... Wir waren froh, positive Menschenkontakte zu haben, sie waren etwas rar in den letzten Tagen...
Ein Auto hat uns überholt. Unser Fahrer, der uns seit Delhi begleitete, machte uns Zeichen. Wir gehen ja in die falsche Richtung, da gibt es keinen See.
Wollen wir den Tempel sehen? Er kann uns ja bringen! (er sollte unser Guide sein, aber wir haben ihn gar nicht angesprochen den ganzen Tag, er fühlte sich etwas unterbeschäftigt...)
Er kannte sich in Pushkar sehr gut aus. Josef mit Johanna auf den Schultern wollte sich im Brahma Tempel umschauen, Maria und ich waren sofort von vielen Menschen angesprochen, es wurde an uns buchstäblich gezerrt und gezogen. Maria wollte gar nicht hier bleiben, sie wollte nur weg. Danach kam noch die Situation mit dem Jungen, der nach einem Chapati fragte...

Hier sind einige Aufnahmen von Josef, der die Kamera mitgenommen hat:
...die Strasse...

...die Frauen, für die Josef Johannas Kleider ausziehen sollte... hat er aber nicht getan, da sie mit viel Agression vorgegangen sind...
...eine der Kapellen, die für Ausländer noch zugänglich sind...
...im Inneren einer Kapelle...
Wir hatten keinen Reisebegleiter, der uns etwas dazu erzählen konnte, die Menschen, die in der ganzen Stadt den Ausländern Blumen für den heiligen See in die Hand drücken wollten, wollten sofort nur money haben... es blieb uns nur, uns selbst im Internet weiter über die Tempelanlage zu informieren...
Man kann sich nicht vorstellen, dass dieser schöne Restaurantgarten nur wenige Meter von dem schmuddeligen Tempeleingang ist... Die einheimischen Kellner passen gut auf, dass sich die einheimischen Mitbürger oder Pilger nicht mal auf die Schwelle des Garteneingangs setzen dürfen... da können wir über das Gut-und-Böse-Thema sowohl als auch über "Compassion" als Grundlage der buddhistischen und der hinduistischen Religionen lange diskutieren... diese Grundlage wird hier nicht gelebt... Hinter dem geschnitzten Zäunchen sitzt ein junges ausländisches Paar. Sie bewegen sich hier "wie normal" - ich konnte auf der Strasse zuvor beobachten, sie haben alle Einheimischen "abgewehrt" und diese als nicht-existent behandelt... Wir sitzen, zerissen von Kontrasten, und sie lassen sich gut gehen... oh je, wir kommen nicht weiter...

Unser Essen ist da... Die Küche habe ich gesehen, als ich Chapatis für den Jungen bekommen wollte... na ja... Aber zum Glück bekommt Johanna eine appetitliche frische Maissuppe, die mich einfach glücklich stimmt: heute muss ich kein schlechtes Gewissen haben, dem Kind nichts Brauchbares zum essen zu organisieren... Josef bekommt ein vegetarisches Kotelett... Ein Gedanke an das Fleisch ist ja hier schon eine Sünde...

Auf dem Weg zum Hotel trafen wir die hübsche Frau - ich habe schon von dieser Begegnung berichtet. Statt Lächeln auszutauschen, tauschten wir Enttäuschung: ihr unerwartetes Betteln in der nächsten nach dem Knipsen Sekunde hat uns nur verwirrt...
Aufgewühlt, gingen wir zum Hotel. Maria wollte schon die ganze Zeit "hier weg", bei mir war auch ein Gefühl, in diesem Ort einfach etweder unerwünscht oder Freiwild zu sein... Solche Situationen hatten wir schon mal im Leben, so mussten wir uns selber sagen, dass wir in den kommenden zwei Stunden NUR LEBEN werden und versuchen, mit allen nett und freundlich zu sein. wir hatten etwas vor...







Wir hatten DAS vor...
Zwei Stunden durften wir auf den Kamelen reiten und, wenn wir nicht zu langsam sind, den Sonnenuntergang noch sehen. Der Kamelbesitzer war etwas enttäuscht, dass wir keine "Maharadja-Kamele" (mit viel buntem Zeug gegen Aufpreis) und keine Tänze in der Wüste samt überteuertes Abendessen haben wollten... Aber die Jungs, die uns begleiteten, wussten nichts davon, es war ein lustiger Spaziergang...
Johanna fand das Reiten nicht so anstrengend, wie der Papa - er musste rutschende Johanna halten und den Schritt des Tieres "mitfühlen", aber nach einer halben Stunde ging es bei ihm auch gut...
Am Ortsrand sahen wir etwas wie Jahrmarkt!!!!!! Zum ersten Mal in Indien sahen wir, dass die Menschen dorthin gehen, um etwas Geld für den Spass auszugeben... Sonst hatten wir solche Situationen nur in der TVWerbung gesehen, die nicht realistisch wirkte.
Wir sind am kleinen Hügel hinter der Stadt, es beginnt eine Sandfläche - eine mini- Wüste... Die Kamele freueten sich und wollten sich schnell hinlegen.
Wir machten Picknick. Man sieht, dass Johanna, wie immer, jemaden für sich schon gewonnen hat.
Die beiden Jungs wollten Johanna gar nicht los lassen... Wir sprachen miteinander, wir erzählten von uns und sie von sich. Lehrerin? Nein, sie hatten nie eine. Sie sind nie in die Schule gegangen... Sie können nicht lesen und schreiben... Sie müssen einen Fingerabdruck setzten, wenn sie etwas unterschreiben. Was wollen sie denn später mal machen?

....die lieben netten Jungs haben nicht verstanden, was Josef fragte...


In den letzten Sonnenstrahlen machte ich ein letztes Foto von Maria. Auf dem Weg zurück habe ich viel nachgedacht... Die Jungs habe ich ja heute schon gesehen... sie schliefen im kleinen Büdchen, alle nebeinander, ganz eng... Haben sie ein anderes Haus irgendwo, wo sie es besser haben? Wie gern hätte ich es ihnen gegönnt...
Wie einer jungen Frau, die im schmuddeligen Häuschen hockend, einen alten Topf putzte... Wie einem Kleinkind, das vor der Haustür mit einem alten Lappen abgewischt wurde... Wie den Busfahrern, die offensichtlich in ihren Bussen übernachten werden und sich jetzt auf der Strasse vor der Wasserstelle waschen... Wie einem alten Mann, der fast abwesend vor einem Tempel erstarrt war... Ich finde niemals ein Ende meinen Gedanken...

Das nächste Bild ist wieder ein Kontrast. Zwei Köstlichkeiten Indiens, Rasgulla (hell) und Gulab Jamun (dunkel). Beide aus etwas eingekochter Milch und Mehl hergestellt, im süssen Sirup mit etwas Kardamon eingelegt... nicht Besonderes oder Teures... Aber alles, was auf diesem Tisch steht, auch ein Glas Milch mit etwas Kakaopulver und ein Glass süsses (sauberes) Wasser mit Zitronensaft, scheint für die meisten Menschen hier unerreichbar... Auch das saubere Tischtuch und das ganz einfache verbogene Besteck und Geschirr...

So beendeten Maria und ich unseren Abend...

Ich stelle mir meine ziemlich alte, aber hier absolut luxuriöse Küchenausstattung vor... In unserer Schule wurde die Küche vor Kurzem umgebaut... Solch ein Niveau an Sauberkeit! Die Spülmaschinen leisten die beste Arbeit. Und die Kläranlage der Stadt tut es auch... Und alle möglichen Parteien finden einige gemeinsame Punkte - die Umweltpflege... Ich weiss nicht, was hier passieren soll, damit auch hier, mit einfachen Mitteln, mehr Lebensqualität und Zufridenheit einkehren können...

Was am Ende des Lebens hier sein wird, haben wir beteits gesehen: als guter Hindu wird man verbrant, in einer schmuddeligen Ecke, 24 Stunden nach dem Tode spätestens, die bunten Kleider schmeist man auf einen Haufen, die Asche fegt man in den Fluss - und weg bist du, Mensch...

Solch ein Tag...

Pushkar, Vegetarier-Dasein und heilige Kuehe...

Als ich mich in unserem Hotel in Delhi mit der Speisekarte beschaeftigte, wurde es mir ja SEHR ausdrueklich gesagt, dass ich dort nicht mit Fleischgeichten rechnen darf - da musste ich mich schon wie eine Verbrecherin fuehlen... Nur was macht man, wenn man nach Tagen, an denen man nicht genug brauchbares zu essen findet und sich von abgelaufenen Chips und Pommes ernaehren muss - man wuenscht sich ein Stueck Fleisch auf den Teller... Hier, in disem Ort, ist schon dieser Gedanke eine Suende, sogar die Eier sind streng verboten... Wir sind in Pushkar, in einem Ort, zu dem viele Hindu-Pilger gehen, um im Brahma-Tempel zu beten und sich im heiligen See zu waschen. Da ganze werden wir heute nachmittag noch sehen.
Die Punkte 1 und 2 der polizeilichen Ordnung bitte durchlesen.In Pushkar sahen wir endlich die Kuehe, von denen wir schon so viel gehoert haben, aber in der Stadt Delhi tatsaechlich NICHT gesichtet haben. Hier, im warmen Klima, haben sie genug zu essen ausserhalb der Stadt, aber sie sind doch lieber in der Menschenmenge...

Aus dem Lehmhauschen, in dem ich sitze und das ein Internetdienst fuer 40 Rupien/Std. anbietet (um 70 Cent), sehe ich diese verstaubte Strasse, auf der sich alles moegliche bewegt. Auch Kamele, die sich hier im Wuestenklima ganz wohl fuehlen und immer schon dem Menschen gedient haben.
Die Landschaft hier ist schoen, aber es ist hier sehr heiss, die Fahrt hierher war nicht einfach, auch im Auto.

Bei der Ankunft bewunderte verschlafene Johanna Schildkroeten, die hier im Hotelgarten herumlaufen. Man hat hier fuer die Touristen eine Oase erschaffen, mit Rosengarten, Wandmalereien und exotischen Pflanzen aller art... Ein "englischer" Rasen ist nicht zu uebersehen...
Endlich traute ich mich, nach einem langen Gespraech ueber die NICHT-scharfe Gerichte, mir etwas zu bestellen. Das Ergebnis hat schon wieder alle meinen Geschmacksknospen lahm gelegt. Es gab einen frischen Ananassaft und neutral schmeckende Fladen - eine kleine Rettung... Am fruehen Morgen wollte ich kurz alleine die Umgebung erkunden. Beim Blick aus dem Fenster entdeckte ich eine Affenfamilie, die sich auf den Weg ueber die Hotelmauer machte.

Es dauerte nicht lange - vom Weiten hoerte ich Johanna, die wach war und mich suchte. Wir gingen zum Pool.
Einige Fotos, wenn Ihr wollt, kann ich spaeter hier zeigen. In dieser heissen Gegend eine solche Oase zu bauen und zu pflegen ist nicht einfach, viele fleissige Haende waren schon an diesem Morgen taetig...


Das ist der "optische" Teil unseres Aufenthaltes hier.
Es gibg einen "inneren", an dem wir beide - Josef und ich - viel arbeiten muessen.

Wenn man in solche Laender faehrt, gibt es einige Moeglichkeiten, sich zu bewegen. Viele der westlichen Menschen, die wir trafen, bewegen sich "wie normal" - das ist hier halt so, das Land ist arm, wir sind reich, es ist wie es ist - und wir wollen ja Urlaub machen, wir haben ja schliesslich "fuer alles" bezahlt... Viele Englaender sind hier. Es scheint so zu sein, dass diese Urlaubsziele in England schon immer bekannt waren und mehr angeboten werden. Deutsch haben wir schon lange nicht gehoert. Die Englaender bewegen sich hier "wie normal".

Ich kann mich schon seit Wochen von den schweren Gedanken nicht loesen. Es ging bereits in Lhasa - so viele bettelnde Kinder, schmutzige, ungepflegte Hauser und deren Bewohner... Je weiter nachOsten, desto schlimmer. Die aermlichsten Verhaeltnisse der Tibeter, nicht nur der Nomaden... Nach der nepalesischen Grenze erschlug uns die Armut. Aus unserem Hotelfenster beobachtete ich bereits am ersten Abend ene Baustelle gegenueber und zwei Jugendliche, die Sand und Steine in den Koerben schleppten, bis in die Nacht hinein. Am naechsten Morgen waren die Sandhaufen groesser, die Jungs waren auch da... und es ging weder los - hoch und herunter... fuer ca. 100-120 nepalesische Rupien am Tag, was 1 oder 1,20 Euro bedeutet... Auch junge Frauen waren dabei, deren zierliche Koerper fast so gross wie die Koerbe waren... Ich habe schon mal im Leben die Not gehabt, alleine 5 Saecke mit Moertel in den vierten Stock zu schleppen, ich weiss es immer noch, wie unglaublich schwer die Schulter belastet werden. Den Frauen konnte ich nur zuschauen, aber helfen konnte man dort nicht... Hier in Indien schon am ersten Abend das Gleiche: aus dem Hotelzimmer beobachte ich Daecher der Nachbarhauser und ganz viele Tueren und Buden und Gaenge... ueberall leben Menschen, manche Schlafen einfach auf dem Dach, ein Stueck Karton als Bett und drei Plakate als Bettlacken (wenn ihr wollt, zeige ich die Jungs auf der Baustelle in Kathmadu und die Menschen hier auf dem Dach). Dutzende junge Maenner, die versuchen, in der Marktnaehe etwas geld zu verdienen... oder erschoepft an Strassenrand, in ein schmutziges Tuch gehuellt, ganze 30 cm breite Flaeche fuer sich beanspruchen.

Versucht man also, sich und seine Augen dem Leid der Welt nicht zu verschliessen, wird es einem sehr schwer ums Herz. So geht es mir im Moment, so geht es Josef, wenn nicht schlechter... Natuerlich sprechen wir auch von unserer Ankunft und vonden naechsten Plaenen, man wird ja sofort ins Leben involviert und gefordert (du warst ja im Urlaub, hau' mal 'rein!)...

Die ruhige laendlich liegende Schule, in der ich arbeite und in der bereits das Schuljahr anfing, sehe ich aus dieser Weite ganz anders. Die suche nach dem Shangri-la, was viele betreiben, kann an einem solchen Ort zu Ende sein, und die wunderbare begleitete und behuetete und wohl organisierte Schulzeit und Kindheit meiner Schueler und meiner Kinder kann man nicht anders beschreiben, sie haben ja schon alles, sie haben ja ihr Paradis... aber das werden sie nicht verstehen, dafuer muss ich stundenlang erzaehlen und erzaelen, dafuer reicht kein Unterricht... Was werde ich nur tun... ich habe mich wohl wieder veraendert, so wie es nach Johannas Geburt war. Ich hoffe, wieder eine gemeinsame Sprache mit meinen Mitmenschen finden zu koennen...

Es sind bestimmt viele Fehler in diesem Text, einige Tasten funktionieren nicht richtig, fuer das Durchlesen habe ich im Moment keine Zeit, sorry.

Samstag, 22. August 2009

Fathers commend for all of Johanna’s new friends she found in the streets in the last weeks, friends being not able to read any German word:

In the last weeks we were gifted with a lot of good smiles, greetings, good wishes, nice, soft and sweet commends of pedestrians who could be our deep friends, I assume. The most heard word, when people met our daughter the first time (just with the first view) was “cute”. For sure, she is cute for us - but also for the people which have seen a friendly child an nothing more, only this side of every human being (magic unbelievable gods gift) - but more open, because she is not so much able to cover/save herself.

For everybody who did not realized that befor: Our child is disabled (I would like to say “special”, but I can not find another English word in the dictionary for this). Johanna has the Down-Syndrom or called Trisomie 21 that is a chromosomic abnormal number of gens. She has 47 Chromosomes instead of 46 (like you and me have). This leads mostly to mental disabilities but also to physically disabilities. In Germany this children often are identified already in the early pregnant month. More than 95% of this children are killed as result of this analyze and decision by parents/doctors. All over the world the reaction is the same (with similar or equal reaction), it seems to be independent of religion and culture ( the only difference seems to be if it is an open truth or a secret in the society):
Without knowing a lot about, the parents/doctors and all other involved persons accept or motivate to kill this innocent children. I don’t want to punish someone for that or playing out a moral position.
What will you tell an unprepared person in Beijing (strong one-child-politic), but we met (only 1 person in whole Beijing for 10 days of stay in the city) one boy with DS with his parents. The smile of these parents were very deep and warm to us, I would like to meet YOU in heaven or where ever our future will give us the chance to meet you again. I hope will have a more common language together that time.
What will you tell a poor/uneducated and unsaved woman in Nepal (everage-income is 18 Euro per month), who can not even feed herself, being strongly depended of other hands and “good will” of others and assuming not being able to carry such a strong fate ?
May be, the religious answer could be easy, quite, simple and short, my answer and the answer of my wife is not. I have no word-answer but I can invite you to this homepage to stay beside and to observe. If you are confronted with such news in your surrounding, please give our e-mail-address to that pregnant woman or involved man. Perhaps we are used in the moment of our contact to give later a path through for others. In Germany two weeks ago a couple killed themselves including their disabled child in Duesseldorf, because of being desperate at all about that fate. Even being in Nepal that time, this news touched us strongly. The same time we have been in our world sharing with Johanna, a world, which is different, not easy, but has its special pain but also very deep pleasure and gladness, for example with contacts which I don’t want to miss:

…What is about the almost poor person in one small Village in Tibet, who realized the disability of Johanna and just took out money as present for her (with deep best wishes), we were very much ashamed about this reaction, today I would take the money for her, that day I was not enough open for that, sorry.
… What is about the women in Kathmandu, who were so much touched that she took of her chain from her neck and putting it to Johanna as present. What a nice open and free character.
…What’s about the qualified meeting in Lhasa with the hotel-stuff-family (having a 6-year disabled child). You decide to have one more child to carry the first one together with you thru the life.You took the whole energy (income (medicine, hospital…), special homework and all warm hearts) of the family together (including your actual relatives and a not existing human being, who is needed according to your means and you want to risc/spend this new life motivated by the first one) to carry that first one knowing that the life is open for other aims and reality, presenting all life-results according to your religious confidence… than everything will be well done. I can remember the sad eyes of the woman beside the strong belief in the right deeds. The tension leads you already to such deep and qualified world, that I will not forget your marked faces.
… What’s about our Guide Pountsoek, who just gave his buddhistic arm-chain to Johanna in the first moment, as we told him about Johannas situation. That was his spontan strong reaction to this personal contact. A short time after that, he was looking for a new arm-chain in the shops, because he needs the use of the chain urgend as a tool for praying 108 times "Om mani padme hum” quietly in the streets. After some hours of suffering (he could not find a new chain for himself so quick), he began to observe Johanna and her communication with her surrounding. He started to safe her, to cover her, to keep her away of to much influence. Without being in a father-position he developed to a good guide-father for her.
… What about the (even) crouds of people standing around her, that Johanna has not enough hands to say “Hello”. She only could give both hands to bouth sides and the people touched shortly her hand with short but deep wishes. Never to understand, how warm was this contact. Gods best to all of you !

We met so much people because of Johanna that I can not describe every situation or surrounding. I can only invite you to go beside our child Johanna with this homepage and us (by e-mail in English perhaps ?), we (mostly I assume Irina) try to answer as possible. From some people we know the names (for example Haitau and his friends out of the train to Lhasa, who is able to reach this homepage (normally not possible in China/Tibet)), but from a lot of YOU we have only the face or a word in our mind. Sorry for that, the next life perhaps will lead us together with more direct personal contact-abilities.
Two years as gift of staying beside Johanna we have to take as fate to take new and unknown problems and conditions but also deep contacts and communications. We lost friends and we win friends, the world is different but not worse. Our life is the answer, not our words...

(my report was written very quickly, there are some mistakes for sure, but it is not importent for me this moment)

Freitag, 21. August 2009

If you are looking for some actual Photos here..

you are disappointed... Sorry...
Our small PC we took with us is not able to load the photos quickly. It takes too much time and I don't have it just now... One time only in the last month I got a PC-Room where high speed internet was available. So I must wait till we are at home. Our best wishes to China, Japan, Australia, Spain, Nepal, Italy and Kashmir!
Also the Photos I promised to send will come soon!
Irina - Josef - Maria - Johanna

Donnerstag, 20. August 2009

Ich habe mich doch auf die Strasse getraut...

Nach den Strassenzuständen in Kathmandu kann uns nichts mehr überaschen, dachten wir.
Die Ankunft im gepflegtesten Flughafen Indira Ghandi in Delhi, der in Sachen Sauberkeit mit Tokio mithalten kann, die Fahrt über ein Stück Autobahn aus dem Flughafen haben uns getäuscht: sofort nach der Abfahrt von der Autobahn ging es richtig zur Sache. Alle möglichen Fahrzeuge kämpften um ein Stück Strasse, jedes in seine Richtung... In der Dunkelheit konnte ich keine Fotos machen und als der Hotelfahrer irgendwo in einer Menschen-Rikshas-Autos-Hunde-Roller-etc.-Masse stoppte, weigerte ich mich erst innerlich, auszusteigen. Das Hotel liegt sehr zentral, dem Red Fort gegenüber - stand in der Werbung, und das stimmte. Nur es gab keine Zufahrt zum Hotel. Man musste in eine Seitenstrasse einbiegen, und diese musste man einmal gesehen und gerochen haben, um zu verstehen, das hier kein Paradis zu suchen sei... da Maria und ich während der Fahrt eingeschlafen sind, kam ich nicht schnell genug "zu mir" - ich habe mich wirklich erschrocken. Maria auch.
Den Tag werde ich später beschreiben wollen - wir haben viel erlebt und gesehen und gehört, auch wenn wir bis zum Nachmittag das Hotel nicht verlassen haben.
Um ca. 16:00 hat Josef uns ausdrücklich eingeladen, einen kleinen Spaziergang zu machen. Wir gingen. Die Strasse war plötzlich nicht so schlimm. Winkende und lächelnde Johanna im Kinderwagen (ja, er ist noch am Leben und fährt!!!!) wirkte wie immer: im Nu stand ein Haufen Menschen um uns und wollte Johanna die hand geben - ich habe ja schon erzählt, sie kann mit der Bundeskanzlerin um die Wette Hände schütteln. Der Papa musste sich einmischen und resolut den Kinderwagen weiter schieben, sonst würden wir immer noch dort stehen...
Wir entdeckten, dass unser hotel mit seiner Seitenstrasse im Gesamtkomplex eines grossen Marktes liegt und deshalb eine solche laute Umgebung nicht vermeidbar ist. Es war kaum möglich gewesen, auf alle Anfragen aller Rikshafahrer angemessen zu antworten. Dass wir zu Fuss gehen WOLLTEN, wollten sie gar nicht wahrnehmen. Ich hatte mehrmals die Versuchung gehabt, ein paar Fotos zu knipsen, aber das konnte ich nicht. Es war einfach peinlich, in diesem Menschenüberlebenskampf mit dem Touristenkram anzutanzen. Irgendwie haben wir es wieder geschafft, die einzigen Ausländer hier im Hotel und in dieser Gegend zu sein... wir werden angestarrt, wir fallen aus, manch ein Mensch sah in uns eine plötzliche Verdienstmöglichkeit. Das ganze war ziemlich nachhaltig, sogar agressiv...
Die roten Mauern des Red Fortes waren wie eine Rettung: ab einem bestimmten Bereich gilt die Gegend als Touristenattraktion, wir waren "gerettet". Da habe ich einige Fotos gemacht, wie es sich gehört. "Wir waren da!". aber lieber würde ich die Soldatenposten mit Gewehren und Sandsäcken als Schiessschutz am eingang fotografieren und die Durchsuchung der Taschen (Frauen und männer getrennt) und die braunen Saris der Militärfrauen. Hier muss das Verteidigungsministerium etwas mehr für die schöne traditionsbezogene Seidenuniform abblättern... die Fotos habe ich aber nicht machen dürfen...
Während des Spazierganges im Fort, wo auch einige Souvenierlädchen waren, wurden wir und Johanna immer wieder von den anderen besuchern und Touristen angesprochen und begrüsst, sie bekam von einem Juwellier einen Ring geschenkt und wurde immer wieder von den Menschen fotografiert - ob handy oder kamera, was so zur hand war... Ein Inder mit erwachsenem Sohn und Frau hat uns angesprochen. Nach den üblichen Fragen, aus welchem Land wir und unsere Gesprächspartner sind, kam schnell noch eine Frage - Do you want visit Kashmir? You can stay in my home! Your Baby pleased me so much! - konnten wir uns solche Kontakte früher vorstellen? Neee... Ein Erinnerungsfoto wurde gemacht, dafür musste der Sohn auf die fahrbahn gehen und den Verkehr lahm legen... Wir haben ein kärtchen mit Johannas Adresse gegeben - wer weiss, ob sie mal einen solchen "Gast" bekommt .lol.

Wir verabschiedeten uns. Kurze Minuten der menschlichen Nähe und der Normalität, sie sind hier im menschentrubel noch kostbarer, als in einer gepflegten "Kafee-Kuchen-Athmosphäre...

Ein Schild in der Dunkelheit hat uns an sich gezogen: McDo----! Es gibt doch etwas, was wir heute zum Abendessen bekommen! Unser Versuch, im Hotelrestaurant zur Mittagszeit eine (garantiert nicht scharfe) Suppe zu essen, beschehrte uns verbrannte Zungen, Taubheit aller Geschmacksknospen für einige Stunden und einen Riesendurst für den rest des tages... lol...

Die Eingangstür wurde von einem Sicherheitsbeamten bewacht. Nicht alle, nur vrnehmer aussehende und gepflegte besucher können hineinkommen. Ein Schild beim Tresen war nicht zu übersehen:
hier wird kein Rindfleisch serviert!
Klar. Was gibt es denn? Vegetarische Burger, Chicken- und Fischburger. Johanna freute sich über Pommes!
Nach so einem gesunden Essen schläft man am besten...

Um das Einschlafen möglich zu machen, mussten wir wieder ducht die ganze Menschen-Auto-etc-menge zurck gehen. Schrecklich, wie es mit dem Abend immer schwerer wurde, an allen Riksha- und Taxifahrer vorbei zu gehen, deren Agression und Nachhaltigkeit mit der Dunkelheit wuchsen...

Morgen wollen wir uns AltDelhi uns NeuDelhi anschauen. Übermorgen werden unsere Wege nach Agra führen, wo wir Taj Mahal bewundern können.

Von all dem scharfen Essen und schlechten Windeln vielleich bekam Johanna eine unangenehme Hautirritation, die ich bis morgen in Griff bekommen muss.
Die gestrige Temperaturkontrolle im Flughafen empfand ich mit Erleichterung: das ist wohl eine vorletzte gewesen, die letzte kommt bei der Ankunft in Deutschland. Aber da habe ich keine Angst, irgendwo eingesperrt zu sein, nur weil das Kind ein leichtes Fieber hat... wir werden sehen...
Liebe Grüsse an alle, die an uns denken und die ein wenig "mitreisen".
Irina aus dem Tara Palace Hotel in Delhi.

Dienstag, 18. August 2009

Zurueck in Kathmandu

Unsere Zeit im Nationalpark war schnell vorbei. In diesem Beitrag werden keine Fotos erscheinen, da das kleine Cybercafe nur begrenzte Moeglichkeiten bietet. Ich bin froh, ueberhaupt etwas gefunden zu haben.

Wir haben viele Dinge erlebt, die wir uns nie getraumt oder gar zugetraut haben. Maria ging ins Wasser mit einem Elefanten, der viel Spass am Planschen hatte. Zusammen mit drei japanischen Maedchen hat sie eine unvergessliche Zeit im Wasser verbracht. Habe ich mich da gefragt, ob das Wasser im Fluss sauber sei, ob da irgendwelche Gefahren waeren? Nein. Auch Johanna und Papa haben die Chance genutzt und haben sich von "ihrem" Elefanten voll spritzen lassen.
Danach haben wir an einem Elefantenausritt teilgenommen, zusammen mit den anderen Besuchern des Nationalparks. Im Sattel, der eigentlich eine Kasten ist, sitzt man zu viert. Maria ging zu den Maedchen, Johanna und wir bekamen ein junges Paar aus Spanien als "Nachbarn". "Unser" Elefant war eine "sie" und Mutter eines noch verspielten Elefantenmaedchens, das auch bereits trainiert wurde. Das war eine sehr unruhifge Geschichte: die Mutter musste zwar arbeiten, wollte aber bei der Erziehung wohl ein Woertchen mitreden. Die beiden Trainer mussten sich immer wieder verstandigen, da das Maedchen zuviel Quatsch machte und die Mutter (und uns) in viele unangenehme Situationen brachte. Einmal ist die Mutter ausgerutscht, sodass unser "Sattel" ploetzlich nach unten rutschte... oh je...
Johanna sass mit Papa und beobachtete alles mit Interesse. Als die Mutter anfing, zu laut zu troeten, hatte Johanna Angst und weinte erst. Von Papa beruhigt (wir haben ihr dort im Jungel das Elefantenlied vorgesungen, zum Vergnuegen aller Teilnehmer), schlief sie lieber ein. Aber nicht lange: es fing an zu regnen. Aber richtig. Kein regenschirm der Welt kann diesem Regen standhalten, aber das Bild muss man sich vorstellen: wir sitzen auf dem Ruecken, es gibt kein Aussteigen, die Graeser in den Lichtungen wachsen so hoch, dass der Elefant samt Mensch drauf im Gras verschwindet... und versuchen, uns mit unserem kleinen Regenschirm zu schuetzen. lol. Was soll man (frau) nur denken? - ich dachte, Johanna ist fest am Papas Bauch, sie wird schon irgendwie warm bleiben... hoffentlich... Die Chipkarte, die ich wechseln musste, konnte ich mit den Lippen nur ein wenig von den Regentropfen "abwischen", ich hatte nichts trockenes an mir.
Aber es hat sich gelohnt: unser Elefant ging in die Richtung, wo eine Nashornmutter mit ihrem Nachwuchs waren. Die Trainer sprachen sich ab - ploetzlich standen alle Elefanten da, zu einem grossen Missgefallen bei der Mutter. Schnell sind die beiden im Jungel verschwunden...
Wir waren ueberwaeltigt von allen Erlebnissen.
An diesen Tag werden wir uns lange, lange erinnern...

Der Tag danach war auch sehr spannend.
Am Morgen besuchten wir die Elefantenfarm, wo wir mit kleinen Elefanten spielen durften. Sie laufen dort frei herum sobald sie die Abhaengigkeit von der Mutter nicht so intensiv empfinden.
Ab 09:40 bis ca. 18:00 sind wir nach Kathmandu zurueck gefahren. Das sind ca. 130 km. Man kann sich kaum vorstellen, was fuer Strassen hier sind. Eine Strassensperre wegen eines Erdrutsches legte den gesammten Verkehr lahm. Unterwegs haben wir viele traurige Situationen und Unfaelle mit toedlichen Folgen gesehen...

Meine Zeit hier am PC ist zu Ende.

Morgen, am 19.08.09, fliegen wir nach Delhi. Dort haben wir erst ein Hotel fuer zwei Tage, das Josef gestern gebucht hat. Danach werden wir uns entscheiden, wohin unsere Wege uns weiter fuehren. Maria und ich haben seit einiger Zeit Heimweh. Papa noch nicht.
Am 27.08.09 fliegen wir nach Frankfurt - diese Flugtickets haben wir bereits am 14.04.09 gebucht.

Sonntag, 16. August 2009

Das glaubt mir keiner,

aber das war so: ich hatte vorgestern keine trockene Kleidung, um ins Internetcafe zu gehen. Die Monsunzeit hat manche Ueberraschungen fuer uns bereit. Es regnete ohne Ende, die Kleider wurdren nicht tocken...

Zwei Tage im kleinen Staedchen Pokhara, das zu Fuessen aller sechs Annaputras liegt, haben wir genossen, auch wenn es viel regnete. Am dritten Morgen sind wir weiter gefahren, und zwarrichtung Sueden. Wenn Ihr Euch die Karte von Nepal anschaut, denkt man, dass in diesem schmalen strich keine grossen klimatischen Unterschiede geben kann. Von wegen! Eben einen berg hinter uns gelassen, in ein tal hineingefahren - und wir sind im Jungel! heute morgen beobachteten wir von Boot, das aus einem baumstamm geschnitzt wurde, Voegel und Krokodile. Als am einem Ufer im flachen Wasser ein Nasshorn im Wasser lag, wurde es unserem Begleiter zu bunt, er kiess alle aussteigen und einen grossen Umweg durch den moorigen Wald machen. Wen wir weiter bewundern konnten, koennt ihr sehen. Die Elefanten leben hier, arbeiten und sorgen fuer das Erhalten der Population der indischen Elefanten. Heute Mittag durften wir mit den Elefanten baden. Das Liedchen "Was muessen das fuer Fluesse sein..." bekam fuer Johanna eine bestimmte Bedeutung, obwohl sie nichtso viel Spass beim Ruesselspritzen hatte.
Maria ist eben ins Hotel gegangen - da ist sie auf dem Foto mit dem Badeanzug... und ich habe noch wenige Minuten, solange Johanna schlaeft, den kleinen bericht zu schreiben. Am Internetcafe vorbei gehen die Elefanten... Wie im Maerchen, aber hier gehoeren sie in das Strassenbild wie Ziegen, Hunde, Menschen, Wasserbueffel...Der Ort heisst Chitwan National Park, im Hotel Unique Wild Resort fanden wir Unterkunft.
(beide Namen sind bei Google zu finden, wenn Ihr Interesse habt!)
Bis dann!
Heute darf ich vielleich auch mal auf einem Elefanten sitzen!

Freitag, 14. August 2009

Wenn Ihr vergessen habt, wie wir aussehen...

will ich hier ein paar Fotos zeigen. Diese Moeglichkeit des kleinen Cybercafes lasse ich mir nicht entgehen! Die Fotoos durfte ich kostenlos durchschauen, nur fuer die internetnutzung soll ich jetzt bezahlen.

Maria und Papa sitzen am Abend in unsewrem Uebernachtungszelt am Camp Everest. Alle wirken muede, muessen tiefer und intensiver atmen, werden von mir mit dem suessesten Tee meines Lebens versorgt und haben Kopfschmerzen. Sie wissen noch nicht, dass der Eimer mit Yakmist, der Mitten im Zelt steht, glecih zum Einsatz kommt und der rest des sauerstoffs damit verbraucht wird... Der Papa hat noch seinen Bart.Johanna wurde eben aus ihrer warmen Decke herausgeholt. Wir wollen den Sonnenaufgang am Mount Everest sehen und wollen dorthin zu Fuss laufen. wir wissen noch nicht, dass wir unsere Kraefte absolut uerberschaetzen.
Hier wissen wir das bereits. In dieser Hoehe ein Marsch von 4 km bedeutet ein Leistungssportniveau, wir sind aber keine grossen Sportler... Wir muessen zwischendurch viel Zucker zu uns nehmen, aber das Gleiche machen andere Menschen neben uns - unabhaengig von Alter, Nationalitaet etc... In Johannas Flasche ist so ein suesser Tee, dass ich im "Normalzustand" es mir nie vorstellen koennen. Aber... es gibt kein Fruestueck... es gibt kein Badezimmer... keine Toilette... kein Wasser... nur den kalten Fluss, ein paar Plaetzchen, ein paar Lollies und zum Glueck warmes Wasser, das die nette Tibeterin gestern auf dem Yackmist aufgekocht hat und in der Thermoskanne bis Morgen stehen liess.
Die letzten Schritte nach oben sind besonders schwer. Ich kann diesen Mann nur BEWUNDERN, da ich selbst kaum gehen kann. Johanna geht es ja wunderbar dabei!
Oben angekommen, musste der Papa sich erst ausruhen, Johanna dagegen ist sofort von allen moeglichen Menschen angesprochen, begruesst, beschenkt, fotografiert und umsorgt worden. Sie konnte gar nicht entscheiden, wann sie all die sachen verspeist, die sie bekam. Ich musste, nett laechelnd, alles schoen einstecken.
Was fuer ein Kontrast! Ein Tag danach - wir haben eben die nepalesische Grenze und die Berge ueberquert, die auch eine Wettersituation bestimmen. Wir sind im Moonsunbereich.
Und hier ist die Maria, die von uns eine nepalesische Frauenkleidung bekam.
Bitte nicht vergessen, dass unsere Maria nur 11 Jahre alt ist. Das glaubt uns sein Wochen schon keiner. Sie ist gross. In China, in Tibet und hier in Nepal wird sie eher als eine 18-jaehrige gesehen... jo... auf die interessierten Maennerblicke und Fragen haben wir und nicht, gaaaaar nicht vorbereitet. Ich erzaehle spaeter, wie es uns dabei ergangen war...
Alles Liebe von uns an alle, ich habe noch einen Tag hier, um berichten zu koennen!
Irina.

Donnerstag, 13. August 2009

Johanna ist 2 Jahre und 9 Monate alt!

Sie hatte ja ihren Monatsgeburtstag heute. Ich konnte sie weder wiegen noch messen etc. Sie hat abgenommen. Wir essen nicht viel in der letzten Zeit, und nur die Dinge, die uns einigermassen bekannt sind. Es ist nicht einfach, in Kathmandu ein restaurant zu finden, wo auch Johanna mitessen kann. Nach dem ersten Fruestueck bereits ging es uns nicht gut, so haben wir uns entschieden, hier nicht viel zu experimentieren. Zwei Tage kochte ich fuer Johanna und fuer alle, die es wuenschten, einfach Salzkartoffeln - endlich kam unser Reisekocher zum wort! Johannas Wortschatz hat sich ein wenig erweitert. Nach der Grossen Mauer kam ploetzlich das Wort "Stein" dazu, in Tibet lernte sie "bye-bye!", das Wort "spicy" ist fuer uns immer wichtig, schon seit Korea. Sonst entwickelt sich eher ihr Sozialverhalten und die Anpassungsfaehigkeit. Sie muss viel einstecken. Wenn wir nichts zu essen haben, muessen wir von keksen leben. Wenn wir nichts passendes zum trinken haben, darf sie lieber Cola trinken, als etwas, was uns nicht sauber erscheint... Es gibt Tage, - da kann sie sich nicht viel bewegen. Es gibt Tage, an denen sie sich lieber zurueckziehen wuerde, wie jeder von uns auch. Aber nach wie vor sind wir 24 Stunden zusammen.
Ich berichte spaeter weiter.

Hallo aus den Himalaya-Bergen

Wer haette es gedacht...
Ich sitze in einem kleinen s.g. hier Cybercafe, hier in einem kleinen oertchen in Himalaya, und habe meinen Blog aufrufen koennen!!!!!
Drei Tage in Kathmandu, die wir in einem unerwartet hochwertigen Hotel verbracht haben, brachten keine ergebnisse, was Blogpflege angeht. Vorgestern brach die Verbindung zusammen in dem Moment, als ich meinen beitrag veroeffentlichen wollte.
Fuer die, die uns vermisst haben, versuche ich, unsere reise kurz zu beschreiben. Nicht ueberall auf unseren wegen stand uns internet zur Verfuegung, und nicht ueberall waren wir (ich) in der Lage, nach einem vollen Tag abends noch los zu ziehen und irgendwo in den ueberfuellten Staedten ein "PC-Room" zu suchen. Da sich die Blogpflege unerwartet schwer erwiesen hat, habe ich angefangen, Notizen zu unseren erlebnissen zu machen, ich werde versuchen, nach und nach diese einzupflegen.
Zu den vergangenen 16 tagen:
45 Stunden verbrachten wir mit 63 anderen Passagieren in einem Wagon im Zug, der uns aus Beijing nach Lhasa brachte. Die Aengste, die ich bezueglich Johannas verhalten im Zug hatte, loesten sich schnell auf. Sie benahm sich vorbildlich und gewann viele Fans. Wir haben drei Studenten aus China kennen gelernt, mit denen wir auch weiter gern Kontakt behalten wollen. In Lhasa hatten wir unerwartet viele Begegnungen, fuer die eine gemeinsame Sprache ueberhaupt nicht noetig war. Johanna, mit ihrer freundlichen Art, hat sich und uns ganz viele tuere geoeffnet.
Unser Wege brachten uns weiter nach Gyantse, Shigatse, Latse, zum Camp Everest und dann zur nepalesischen Grenze. Auf dem Weg besuchten wir viele Kloester. Johanna hat es immer wieder geschafft, im nu viele Menschen fuer sich zu gewinnen. Egal, wo wir oder ich stehen blieben, versammelte sich ganz schnell ein Kreis der Menschen, die Johanna begruessen wollten. Manch ein Moench unterbrach sein Beten, um mit Johanna zu "reden" oder sie zu begruessen oder (oh je) heimlich ein Foto mit dem handy zu knipsen. Das letzte bezog sich eher auf juengere Moenche. Im Camp verbrachten wir die nacht in einem Zelt, das sich von Nomadenzelten nur durch den Gebrauch der Plastikfolie fuer das dach unterschied. Alle hatten dort, auf ueber 5200 m hoehe, mehr oder weniger Kopfschmerzen (ich eher mehr), Johanna ging es am besten. Den Sonnenaufgang haben wir zusammen geniessen koennen, der Papa hat Johanna ganz treu nach oben in der Kinbdertrage geschleppt, was dort nur ein Leistungssport bedeuten kann, - der Blick auf Everest war ploetzlich frei! Unser Guide, der an diesem Morgen nicht gern aufgestanden war, wusste nicht, dass er bestimmt der erste seiner Berufsgenossen war, der ein 47-er Kind nach oben begleitet hat.
Den Weg zur nepalesischen Grenze kann man schwer beschreiben. Es gibt eigentlich kaum wege, nur ein Esel oder ein guter Jeap kann sich dort bewegen. Es ist sehr schwer koerperlich, eine solche Fart zu ueberstehen. Blaue Flecken braucht man danach nicht zu zaeheln, sie sind ueberall. Ich, Irina, habe die fahrt uerbestanden. Der, der mich laenger kennt, kann sich an die fahrt nach OLGINKA erinnern. lol. Johanna machte super mit.
Der Moonsun hat fuer uns an der Grenze eine Ueberraschung bereitet: auf dem Niemandsland zwischen China und Nepal ist eine bruecke nach den Regenfaellen abgerissen worden, so mussten wir sehen, wie wir durch die Wassermassen gehen, um Nepal zu erreichen...
Da wir es uns kaum vorstellen konnten, dass wir es wirklich bis nach Nepal schaffen, haben wir uns - wie peinlich - nur wenig auf den Aufenthalt hier vorbereitet. Dank einem kleinen Reisebuero neben unserem unewartet luxurioesen Hotel haben wir weitere Wege planen koenen. Es ist keine gute Saison fuer Nepal, wir bekamen tolle Angebote und nahmen sie wahr. Gestern besichtigten wir die drei beruehmten Teile der Region Kathmandu. Josef traute sich, in das zentrale heiligtum der Hindus zu gehen und der Verbrennung der Toten beizuwohnen. Vielleicht berichtet er davon. Ich habe mich nach seiner Schilderung noch nicht getraut, seine Fotos anzuschauen...
Heute, am Tag des Krishna-Festes, sind wir nach Pakhara gefahren - eine Gegend, wo man mit viel Glueck zu dieser Zeit einen Sonnenaufgang ueber den Bergen sehen kann - alle Reihe nach Traume jedes einzelnen Bergsteigers. Das machen wir morgen frueh.
Es sind ganz andere Menschengesichter hier.
In Korea und China hat man Johanna sehr gemocht, da verstand man ihr flaches Gesicht. Die Tibeter eroberte sie mit ausgestreckten Haenden und freundlichem Winken. Nepaleser haben ausgepraegte hinterkoepfe und Nasenruecken, diese Gesichter kenne ich aus meinem beruflichen Start. Trotzdem, wenn sie Johanna auch nicht "zuordnen" koennen, nehmen sie gern Kontakt mit ihr auf. Europaeische Touristen werfen die Blicke, die uns sehr wohl bekannt sind. Ich vermisse unsere Zeit unter den Menschen mit flacheren Gesichtern...
Morgen werden wir um 4:00 geweckt, um in die Berge zu gehen.
Ich versuche, mich nochmal zu melden, obwohl ich schon heute ein Riesengeschenk der abendlichen Freizeit von meiner Familie erhalten habe.
Gruss an alle. Irina.

Freitag, 7. August 2009

Ein Gruss auf Umwegen

Am 29.07.09, Sentury Appartment Hotel in Beijing, im 22 Stock.

Hallo an alle, die uns einige Tage vermisst haben. Wenn dieser Beitrag erscheint, heisst das, dass sich ein lieber Mensch bereit erklaert hat, Johannas Seite zu pflegen. Es hat eine Weile gedauert, bis wir verstanden haben, dass alles, was zur Bloggerwelt gehoert, kam der Politik hier sehr bedenklich vor. Kurzerhand sind alle Provider fuer Blogger gesperrt worden, bereits vor einigen Monaten. Wir konnten nur begrenzt Informationen bekommen, viele Seiten kommen erst gar nicht hoch... Als jemand aus der Bloggerwelt gehoere ich wohl nach hiesiger Vorstellung zu den "boesen" und soll mich deshalb lieber "ausruhen". Mails konnte ich verschicken, aber da mein Adressbuch leider mit dem alten rechner abgestorben war, fuehlte ich mich (Josef auch) irgendwie "abgeschnitten" von der Aussenwelt. Im Bauch wuchs eine unerklaerbare Abneigung allem gegenueber, was hier auf uns zukam... keine gute Basis fuer den Aufenthalt hier. Daran mussten ich und wir arbeiten, um uns ueberhaupt oeffnen zu koennen...

Ich habe Gabriela gebeten, Johannas und unseren Blog zu begleiten. Einige Texte habe ich verfasst, aber sie sind noch gar nicht "fertig", die Fotos muss ich spaeter beifuegen, sonst ist das zuviel Aufwand. Ich werde meinen Blog noch lange nicht sehen koennen, wenn jemand eine Frage hat, bin ich per mail - hoffentlich - zu erreichen.
Morgen, am 30.07.09, steigen wir in den Zug Peking-Lhasa, Tibet, in dem wir 47,5 Stunden verbringen werden. Am 01.08.09 wird dieser Zug in Lhasa ankommen. Vier Tage hat man laut unserem reiseprogramm, um sich an die Hoehe zu gewoehnen. Ich habe Angst, dass einer von uns (ich zum Beispiel) dort gar nicht "mithalten" kann. Einiges, um die Hoehenkrankteit zu vermeiden, haben wir angedacht, aber man kann leider alles nur vor Ort sehen-fuehlen. Warme Kleidung konnten wir hier zum teil besorgen, nicht alle haben alles, Johanna ist am besten angezogen, fuer sie schleppt Papa ja sogar die Wollsocken und einen Wollpullover von Zuhause mit.
Drueckt uns die Daumen, dass unser Aufenthalt dort positiv gestaltet werden kann... Sonst werden wir uns wohl trennen muessen.
In Lhasa, die sich immer schneller in eine moderne globalisierte Stadt verwandelt, soll man Geldautomaten, Internet-Cafes, einige Fastfood ketten und sonst was alles finden. Wenn das stimmt, werden wir uns von dort nochmal melden koennen, bevor die reise in die Berge geht. Unser Weg soll uns am 10.08.09 nach Nepal bringen, dort werde ich meinen Blog wieder aufrufen koennen.
Bis bald und liebe Gruesse von uns vier. Einen ganz lieben Dank an Gabriela!

21. Juli 2009
Bereits im Wartebereich des Flughafens Incheon in Seoul wurde es uns klar: hier sitzen ganz andere Menschen, die ganz anders als japaner zuvor und Koreaner vor eben einer halben Stunde im allgemeinen Fughafenbereich. Hier wirkt die Fluggesellschaft Eastern China, hier sitzen chinesische Buerger, die aus Korea zurueckfliegen. Die Sprache hoerte sich anders an, die strengen Gesichter zeigten wenig Emotionen, die Sprache hoerte sich rauh, die Sitzbanknachbarn fuehlten sich von Johanna genervt, was zu meiner Stimmung nicht positiv beitrug.
Im Flug sollten wir das Gelbe Meer ueberqueren und eine Zeitzonenlinie - wir wurden um 1 Stunde "frueher" versetzt, sodass unser zeiunterschied zu Deutschland nun 6 Stunden ist. Es ist fuer mich immer interessant, welche Filme und Programme gezeigt werden und wie und was und in welcher Form zum Essen serviert wird - in jedem Land anders und hier kann man trotz Globalisierung noch Spuren des urspruenglich Angedachten erraten. Nach der allgemeinen Infos zum Flug, bei denen allerdings die Karte und der uebliche Blick von oben voellig fehlten, zeigte man uns ein Filmchen zur Schweinegrippe, in dem armes krankes Schweinchen sein Bettchen hueten musste und nicht in die Oeffentlichkeit gehen durfte, westliche Filme fehlten. In der Aluschale auf dem Serviertablett gab es Reis mit ein wenig gemuese und Fleichkrummen, fast geschmacklos. Eine eingeschweisste Standardtuete Loeffel-Gabel-Messer-salz-Pfeffer-Serviette war auch dabei, aber wuerzen sollte man mit der Sosse, die in einem Doeschen zum reis mit dabei war. Gut, dass ich sie erst mit einer Gabelspitze probiert habe, da wusste ich, dass mein ganzes "Training" zu hause, scharfe sachen zu essen, voll verfehlt war.
Da wir um 03:00 aufstehen mussten, fiel uns und mir schwer, die Sachen waehrend des Fluges und die ganze Abfertigung voll aufzunehmen, ich war ein wenig wie betaeubt. Schade, die Gesichter der Grenzbeamten, der Flughafenmitarbeiter haben mich sehr interessiert, ich haette gern mehr aufnehmen wollen. Man wurde behandelt fast grob, distanzlos - oder kam es uns nach Japan und Korea das nur so vor? Die InfrarotKameras ueber der Menschenmenge an den Passschaltern lieferten Waermebilder zu mehreren Bildschirmen, die wiederum von einer Menge Mitarbeiter kontrolliert wurden... Oje, hier will ich keine Anzeichen von Fieber haben... Was werden sie dann mit uns machen?
Das erste, was wir gesehen haben, als wir im Gepaeckabholbereich standen, waren zwei Dinge: ein Geldautomat UNSERER Bank und ein Stand der China Mobile. Das Geld brauchten wir also nicht umzutauschen, es gab wie zu Hause aus dem Schlitz (unsere Karten waren nach den mailkontakten wieder entsperrt), die Handykarte wurde gekauft und sofort ausprobiert- es klappte alles. wow!
Am Hotelreservierungsstand mussten wir Einiges klaeren und waren auf die Sprachkenntnisse der Mitarbeiterin angewiesen.
Josef hat von Zuhause ein Hotel fuer drei tage reserviert, ein Hotel, worauf offensichtlich viele deutsche Touristen zugreifen, weil es eine deutsche Seite pflegt. Nur... wir haben auf allen unseren Wegen, beim Einpacken-Auspacken-Durchwuehlen, die Reservierungsunterlagen verlegt. Wir wussten, wie das Hotel heisst... An der Theke stellten wir fest, dass es in Peking vier oder fuenf davon gab... Jo... Aber wir hatten Glueck. Schon der erste Anruf im ersten Hotel hat ergeben, dass unsere namen dort bekannt sind. Hurra! Sie schrieb uns den Hotelnahmen auf einen Zettel. Ohje... Das werde ich nie, nie merken koennen. Wir haben hier keine Chance, alleine mit Ubahn oder Bus zu fahren... Aber das wussten wir schon frueher. Eine "Hotellimousine" wurde uns angeboten, fuer umgerechnet 37 Dollar. Nein, wir wollen ja sowieso auf eigener faust reisen, mit einem Taxi kommen wir ja hoffentlich auch an... oder? wir versuchen.
Am Taxistand - wie ueberall in der Welt - stand ein dicker ungepflegter Mann und kommandierte herum. Zum Hotel? kein Problem. 400 Yuan. Fast das Doppelte der Limousine... das kann nicht stimmen... Eine Anfrage bei einem in der Reihe etwas weiter stehenden fahrer ergab 150 Yuan - bestimmt viel mehr als es sonst waere, aber es war jetzt auch ok. Uebrigens, zum dritten mal muessen wir umrechnen. Fuer 1 Euro?bekommen wir z.Z. ca. 8,6 Yuan und muessen damit wirtschaften.
Eine ca. 20-minuetige Fahrt, bei der der Fahrer sich verfahren hatte und sich den Weg per Handy einholen musste, brachte uns in einen wohngebiet, der mit einer Schranke und etlichen Sicherheitsbeamten ausgestattet war. Was fuer eine Enttaeuschung! Sind wir hier in einem Touristen-Viertel "eingesperrt"? Fuer die Antwort blieb sowieso keine Zeit, wir mussten sehen, dass wir einchecken und uns ausruhen, Johanna musste dringend frisch gemacht werden und eigentlich schlafen...
Unser Zimmer - nach unsreren koreanischen und Japanischen Unterkuenften - kam uns koeniglich vor. Das sind 35-40 qm, was hier in Peking ein unglaublicher Luxus sein muss. Aus dem Hotelfenster im 10 stock sehen wir einen Wohngebiet, man schaut auf die vollsetopfte Balkone und Zimmmer, dort lebt man sehr knapp... Neben dem Wasserhahn eine klare Warnung: hier ist kein Trinkwasser. Aber auf dem Tisch ist ein Wasserkocher, etwas Tee uns Kaffee. Bis jetzt habe ich meinen kleinen Reisekocher umsonst von Josef schleppen lassen. lol.
Papa und Maria haben sich um das Hotel herum umgeschaut. Nein, so eingesperrt sind wir auch nicht. Das naechste gebaeude zum Hotel ist ein Riesenkaufhaus (gewesen). Nur zwei Etagen, in denen kaum Kunden waren, sind als handelsflaechen belegt. andere Ebenen sind Truemmer. Der handel findet unten, in der Tiefgarage statt. Das, was dort abgeht, werde ich nicht fotografieren duerfen. Es ist ein wirkliches Leben hier, die Menschen aus den nahe liegenden Haeusern kaufen hier ein. Man bekommt hier alles. Fisch, Fleisch, Milch, Obst, Fahrraeder... Maria wollte mir alles zeigen und wir gingen dorthin, um Windeln zu besorgen und eventuell Aepfel zu kaufen. Und wenn ich schon keine Fotos mache, kann ich doch einige Eindruecke beschreiben. Die Windeln haben wir sofort gefunden. Puuuhhh... ich hatte schon Stress, da wir nur 3 Windeln fuer Johanna hatten... (na ja, im grossen Rucksack gibt es eine kleine Tuete mit 2! Windeln, aber sie sind eine unantastbare reserve, basta). Nun hatten wir 24 Windeln fuer 30 Yuan. In den Milchreihen fanden wir grosse Kanister und kleine Tueten mit Milch, auch einen Kuehlschrank mit 1-2 Joghurtsorten. Der Geruch liess keine Zweifel - wir gehen zu den Fleischreihen. Kenne ich auch aus Russland... Alles Moegliche an Fleisch, kaum vor Waerme geschuetzt, liegt auf den Tischen, die man eigentlich kaum putzt. Eine Schwangere sitzt neben einem bereits intensiver riechenden Haufen Huehnerbeinen. Eine junge Mutter moechte noch drei uebrige Stuecke Schweinefleisch verkaufen. Ihr 2-3-jaehriges Kind spielt mit einem blutverschmierten Lappen, den er auf einen Stock gezogen hat. Eine Frau sitzt neben ihrem verkaufstisch und versucht, einen Tuch in einem Schuesselchen zu waschen... das wird wohl schwierig sein... bei diesem dreckigen Waschwasser...Der Geruch wird schwer ertraeglich... einige Verkaeufer sind hier rund um die uhr, einige schlafen waehrend andere familienmitglieder den "Dienst" uebermehmen.In den Bottischen schwimmen/bewegen sich Fische, wir koennen wohl Karpfen und Aale und Schollen zuordnen, in einem Plastikkontainer sind Krabben, denen hat man "die Arme" gebunden, die Flusskrebse bringen ihre Kiste fast in Bewegung... Muscheln, Schnecken, Garnelen... unter einem Netzt warten geduldig grosse Kroeten... Die Schildkroeten mit weichem Panzer haben in ihrer Wanne kaum Platz... Das sehen wir zum ersten Mal, es ist fuer uns nicht einfach... Im Fernsehen, in Japan und auch in Korea, haben wir gesehen, dass es wohl viele Essgewohnheiten gibt, die uns fremd erscheinen. In japan etwas dezenter, da sie im Moment sowieso etwas vegetarischer sind und zum Teil ihr Interesse an den Kuechen arabischer Laender oder Italiens entdecken... In Korea ging es etwas rabiater zu, lebendig gebratener aal sollte zum Wachstum der Muskeln bei Maennern beitragen... lebendig gekochter Oktopus sei sehr gesund und verlaengert das Leben... Aber hier, neben den schwer atmenden Kroeten, kann man schnell auf pflanzliche Nahrung umsteigen...
Die Obstreihen sind eine Augenweide. Einige Sorten sind uns voellig unbekannt. Ich bin ja sehr probierfreudig, aber ich darf nicht uebertreiben, eine-zwei neue Dinge am Tag, sonst wird es schwieriger... wir muessen ja heute noch etwas zum Mittagessen bekommen, das wird ja sowieso neu werden. Die Aepfel, die wir kaufen wollten, waren bestimmt kurz davor geerntet. Der Kauf war nicht schwierig - die Finger reichten, um den Preis zu verstehen, 8 Yuan fuer 2 Kg.
Ich wuerde Johanna gern etwas zum Spielen kaufen, aber der geruch da unten war zu schwer, man wollte in die frische Luft. na, so frisch ist sie hier auch nicht. Man kann nicht weit sehen, ueberall eine Dunstwolke... Es ist natuerlich Regenzeit, aber wir sehen keinen Nebel, das ist wohl Smog. Man soll hier laut reisefuehrer soviele Schadstoffe pro tag einatmen, als oib man 70 Zigaterren am Tag rauchen wuerde.Eine junge Familie will nach hause fahren. Der Vater versucht, den alten Roller anzuschmeissen, die Mutter klemmt das Baby zwischen ihr und dem Ruecken des vaters...

Im Hotel haben wir uns einen Kakao aus den koreanischen Tueten zubereitet. Wollen wir noch etwas essen? Das ist dann bereits ein Abendessen... Papa, Johanna und Maria wollen auf eine Entdeckungstour gehen. Mama zieht sich fuer eine halbe Stunde zurueck... Was entdecken sie denn? na sowas, einen McDo----, fuer umgerechnet 3,80 Euro? sind sie alle SATT. Die mama moechte etas spaeter etwas anderes entdecken. Maria will mit. Wir entdecken ein chinesisches Schnell???restaurant, in dem viele einheimische nach dem Arbeitstag auch essen. Maria moechte zuschauen, was ich bestelle. In der Karte sind auch Uebersetzungen dabei, mit einem gebratenen Reis mache ich nichts falsches, eine kleine Portion waere schoen (ich denke an die kleinen Portionsschaelchen der Japaner und der Koreaner), und dann bestellen wir noch etwas, was an der Wand als Bild steht - kleine dreieckige Kuechlein mit roter Fuellung und gedaempfte halbmonffoermige Teigtaschen. Zum Trinken gibt es Orangensaft und wir bekommen sogar eine Kellnerin, die etwas Englisch kann. Bezahlen muss man sofort, vor dem Essen. Das sind so um 4 Euro? Die Menschen essen in Gruppen, sie unterhalten sich laut, wie wir es auch in Korea an vielen abenden gesehen haben. In Japan ging es eher lautlos zu, aber deren restaurants sind fast immer hinter einem Vorhang versteckt, so entstanden bei uns kaum Bilder... Eine Familie hat die sachen zum Teil von Zuhause mitgebracht, zum Teil bestellt, einige hinterlassen einen fast leeren Tisch, bei den anderen dagegen sind die Teller halb voll. Wir haben gelesen, dass es in China viel auf den Tellern gelassen wird, um den Wirt nicht der Knauserigkeit zu bezichtigen, aber hier, in der Anonymitaet des Schnellrestaurants, verwischt sich diese Gewohnheit???? Bis jetzt haben wir unsere Teller nach den deutschen Vorstellungen ueber die Hoeflichkeit hinterlassen, aber wir sind ja Auslaender hier...
Nun bekomme ich mein Essen, von einer Kellnerin mit beiden Haenden gehalten und auf den tisch gestellt. Die Schuessel, die ich als eine Portion bestellt habe, stelle ich immer auf den Tisch zu hause, wenn ich eine Beilage fuer 3-4 leute plane... Es ist klar, dass ich das alles nicht aufessen koennen werde... Die teigaschen sind auch da! Eine leckere Fuellung aus wenig Fleisch und viel Lauch?? kennen wir schon aus unserem kleinen Lokal in Korea, die dreieckigen Kuechlein mit Fuellung aus Bonen?mit Tofu?mit RoteBeete? schmcken auch ganz toll, obwohl ich das nicht genau zuordnen kann. Tja, nach der besten chinesischen Tradition hinterlasse ich eine halbe Schuessel reis auf dem Tisch. Nicht gut...
Unser Papa, wie geplant, trug unseren rucksack durch einige Laender bereits, treu und brav... auch den kinderwagen musste er oft stemmen, um dursch Schalter in den Ubahnen durchzukommen. Gut, dass sein Ruecken das ganze mitgemacht hat. Aber heute bekommt der Papa eine traditionelle chinesische Massage, die Kinder bleiben im Zimmer und geniessen die unbekannte Sprache aus dem fernseher. Alle Kanaele sind jugendfrei, hier ist es ja kein Thema.
Im Spa-Bereich ist alles zu. Haben sie bereits geschlossen? Ein junger Mann ist doch da, er fragt uns auf Englisch, was wir wollen. Sein englisch besteht aus einigen Saetzen, aber es gibt ja eine karte mit den Angeboten auf Englisch. eine traditionelle chinesische Massage. 60 Minuten. Hoert sich gut an. Ich darf kurz zuschauen, bevor ich zu den Kindern gehe. aus dem nachbarzimmer wird eine Masseurin gerufen. Sie hat geschlafen. Oh je, wir haben das Maedchen geweckt! das wollten wir nicht.. . eine andere Masseurin schlaeft in der Ecke im Sessel... es ist nur gegen 21 Uhr... der Schlaf ist hier offensichtlich ein grosser Luxus, die Ruhe sowieso, deshalb haben sie hier kein Problem, wenn moeglich, auch waehrend der Arbeitszeit zu schlafen... Ein Maedchen stickt, es wird ein Aushaengeschild fuer den SpaBereich werden. Das sieht toll aus. Nach dem kurzen Zuschauen bei Josefs Massage habe ich mich noch kurz mit den anderen Maedchen ueber die Stickerei und Kreuzstich "unterhalten" und ihnen die Fotos aus dem tag davor, aus Korea, gezeigt - sie sagten, dass diese koreanische Stickerei viel schwieriger sei und auch hier sehr teuer sei (das weiss jeder, der sich schon mal in dieser Kunst versucht hat - ich konnte mir ja auch nicht vorstellen, ein solches besticktes Handtaeschchen zu besitzen, ich fand das in diesem Moment fast unmoralisch)...
Ich wollte im Zimmer, nachdem die Kinder eingeschlafen waren, in meinen Blog hineinschauen...
Enttaeuschung...
Meine Seite kam gar nicht hoch.
Und die Seite von Mia. und Lisa und Laura, und Mirjam - worbei ich diese adressen auswaendig kenne. Liegt das an dem Blogger-Anbieter?
Aber eine genaue Untersuchung kam nicht mehr inftage. Irgendwann kippt man um. Unser erster Tag in Peking ist vorbei.
Vor dem Einschlafen "stoeberte" ich noch kurz gedanklich in unserem Rucksack. Es gibt dort Dinge, die ich noch nicht gebraucht habe. Eine Jacke von Maria war umsonst mitgeschleppt. Ein Pullover von mir wurde noch nicht angezogen... der Wasserkocher wurde nicht gebraucht... Eine zweite Jeans von mir brauchte nicht mitzukommen. Zwei Packungen Feuchttuecher tragen wir im Moment ohne Grund, man haette sie hier besorgen koennen. Sogar die kleine Flasche Shampoo und die Tube mit Zahnpasta haette man sparen koennen... Ich haette mit drei statt mit fuenf Oberteilen auskommen koennen, gut, dass ich sie mit Maria teilen kann. Unsere Reiseapotheke haben wir wenig gebraucht, etwas Creme und Pflaster fuer kleine Wunden an den Fuessen, sonst hatten wir bis jetzt Glueck, aber alles, was darin ist, ist indiskutabel und wird weiter mitgeschleppt.