Freitag, 1. Juli 2011
Und viele Zwerge...
Das änderte sich vor einigen Wochen. Ihre Aufmerksamkeit hat deutlich zugenommen, sie konnte sich länger konzentrieren. Wir ergriffen die Chanse und versuchten, im Schnellverfahren das deutsche Märchengut in sie hinein zu stopfen. Sie wurde in jeder freien Minute mit Märchen "bestrahlt".
Nun kennt sie den gestiefelten Kater, Dornröschen, Schneewittchen, Schneeweißchen und Rottkäppchen.
Die Gruppe von Johanna wird nächste Woche das Märchen vom Schneewittchen aufführen und es wird fleißig geprobt. Johanna hat uns nichts davon erzählt.
Dann wollten wir doch etwas erfahren. Nun wissen wir, dass Johanna einen Zwerg spielt, einige Namen der Kinder mit der "Zwergenrolle" und die böse Königin hat sie genannt. "Spieglein, Spieglein an der Wand" hat sie uns auch vorgetragen.
Heute habe ich im KiGa gefragt, ob ihre Angaben richtig sind.
Ja, sie sind richtig.
Johanna hat das Wichtigste mitbekommen.
Und es sind tatsächlich VIELE Zwerge.
Donnerstag, 30. Juni 2011
Selber überlegt...
Nach dem KiGa zeigte ich Johanna, was ich als Abschiedsgeschenk vorbereitet habe. Wir waren uns einig, dass wir es erst am Abend zusammen überreichen, wenn ich Johanna abhole.
Am Abend versteckte ich das Mitgebrachte unter der Jacke und zeigte es Johanna.
Ganz selbstbewusst nahm sie es in die Hand und ging auf die Dame zu.
- Frau XXX! Hier! Ein Geschenk. Für Dich!
Ich habe mit ihr nichts eingeübt, das hat sie eben spontan ausgesprochen...
Na, vernünftig genug?
Mittwoch, 29. Juni 2011
Wenn sie mal sprechen wird...
Nun spricht sie.
Nun kann man den alten, nie zu Ende ausgesprochenen Satz aufschreiben:
Wenn sie mal sprechen wird, wird das dann auch etwas Vernünftiges sein?
Johanna bekommt an diesem sehr warmen Morgen ein Tshirt angezogen - das gute Stück wartete schon lange im Schrank, endlich die Welt zu sehen. Vorne eine hübsche Pailletten-Stickerei. Sie kratzt ein wenig. Der Papa ist schon längst in seinem Arbeitszimmer.
- Johanna, willst Du Dein Tshirt Papa zeigen?
Johanna geht hin und sagt: "Papa! Schau nur! Hier (zeigt auf den Bauch, wo es gerade kratzt)! ein Krokodil! (die Stickerei ist kein Krokodil, das sind Blätter und Kirschen, alles knallgrün und knallrot) Oder.. hmmm... Das heisst Drache! Mulans Drache!"
Nun fragen wir uns: ist das Ausgesprochene vernünftig genug?
Groooooß werden...
21.06.2011
Ich sehe, dass Johanna viel sicherer im Sattel sitzt, alles macht ihr Spaß und überhaupt ist sie sehr aufgeschlossen in Allem, was Pferde angeht.
Jetzt bleibt das Pferd brav und ehrlich stehen... :-). hoffentlich wird es keine Stechfliege aus der Ruhe bringen:-)
Ein Tag mit vielen Überraschungen
30.05.2011.
Am Morgen war die Windel wieder trocken, nachdem Johanna am spätesten Abend wach wurde und sich zur Toilette meldete.
Wir haben am Morgen vergessen, ihr das Auge zuzukleben. Sie fand in ihrem Brillenetui zwei Pflaster und bat die Erzieherin, ihr eines davon aufs Auge zu kleben. Selbst ist die Frau!
Am frühen Nachmittag habe ich sie abgeholt, wir fuhren in die Apotheke, wo wir einige Vitaminproben abholen wollten - wegen der aufgerissenen Mundwinkel wollen wir etwas tun... Ganz nett und ordentlich hat sich Johanna bei der Apothekerin bedankt, stopfte sich alles in den Mund - fertig war die Probe, man konnte direkt eine Großpackung kaufen, alles wurde akzeptiert.
Nach einem kurzen Schlaf ging es zum Sport - zu einer "richtigen" Sportgruppe. Johanna hat so toll mitgemacht, wie ich es mir nicht träumen konnte. Sie redete viel, alle haben sie verstanden, sie kletterte, sprang, rutschte - sie hat sich wunderbar eingefügt. Ich bin nicht anwesend gewesen, nur einige Minuten am Anfang, auch das war kein Problem. Danach wollte sie zeigen, was sie kann - sie war ganz stolz!
Am frühen Abend planten wir noch eine Fahrt nach IK--. Sollen wir versuchen, Johanna bei der Kinderbetreuung zu lassen? Ich wusste nicht, ob es klappt - und bitte schön, kein Problem. Kurz das Formular ausgefüllt, die Schuhe in eine Kiste gepackt,
Im Laden wartete ich immer, dass eine Stimme gleich sagt, Johanna S. möchte abgeholt werden... Wollte sie aber nicht. Das war auch nicht einfach, sie aus diesem Spiele-Paradise heraus zu bekommen :-)))
Ich liebe alle Mongos!
Irgendwann werde ich mehr erzählen, welche Menschen mit welchen Lebensgeschichten uns in letzter Zeit begegnen. Besonders, wenn wir unserer Nachmittags-Arbeit nachgehen.
Ich verbrachte eine Stunde Wartezeit in einem kleinen Cafe. Leer am Tag, scheint es abends immer ein gefragter Lokal zu sein. Die Buffet-Theke mitten im Raum ist wunderschön und ist sehr gut durchdacht. Da ich mich nun für sowas plötzlich interessiere, sprach ich den Besitzer an. Die Welt ist klein. Natürlich kennt er das Haus, dessen Fassade ich bei jeder wettebedingten Gelegentheit mit bunten Farben versehe.
Ein Handwerker, der Johanna kurz davor draußen angelächelt hat, kam zu seinem Feierabend-Bier. Sie alle hier scheinen sich zu kennen.
Frag´ doch die Dame da, sie baut gerade, vielleicht braucht sie dich?
Danke, ganz lieb gemeint, wir brauchen momentan eine Andere Fachrichtung !
Was ist das denn für ein Bau? Oh. Geerbt? Oder ein Sinneswandel mitten im Leben?
Ich erkläre, geduldig, zum zigsten Mal. Die Menschen sind oft irritiert.
Aber ich erkläre. Die Menschen kennen sich weder mit DS aus noch fragten sie sich, was genau die Werkstätten eigentlich sind... und warum wir, die "Quereinsteiger", plötzlich auf diese Idee gekommen waren... und wenn sie dann langsam begreifen, verstehen sie nicht, warum "so ein" Kind nicht unter "seinesgleichen" lieber bleiben sollte. Was habe ich schon für gegenfragen bekommen.... egal... wir machen ja einfach weiter...
Aber der Handwerker ist nicht irritiert. Er nickt, mit viel Sachverstand. Ah, das ist das kleine Mädchen, das ihn begrüßt hat? Ja, er hat auch einen jüngeren Bruder, der DS hat und der schon 34 ist. Er erzählt weiter, die Augen leuchten. Oh je, der hat als Kind so viel Quatsch gemacht! Jetzt wohnt er in einem Haus der Lebenshilfe, wo er ein Zimmer für sich hat und sogar selber für sich kocht... Er geht dort arbeiten... gut zufrieden... manchmal kommt nach Hause... oft bleibt er lieber dort, da ist er unter "seinen"... sie sind alle toll! "Ich lieeebe alle Mongos!"
Ich bekomme Adressen gesagt, wo ich nach meinen aktuell gesuchten Gewerken fragen soll, und wir gehen auseinander wie alte Bekannte. Na klar kommt er mit seiner Familie mal zum Kaffee vorbei, wenn wir soweit sind!
Dienstag, 28. Juni 2011
35 Grad, aber wir reiten!
Noch ein Jahr ist vorbei-
Ein kleiner Gast möchte das Geschenk GANZ ALLEINE tragen. Der Topf ist schwer, die Rose ist stachelig
Wenn die beste Freundin
28.06.2011
Vielleicht ist das dann gerade die Möglichkeit, andere Kinder wahrzunehmen?
Johannas beste KiGa-Freundin ist bis August unterwegs. Johanna musste sich andere Spielkameraden suche. Wie ich gehört habe, spielte sie in einer Jungen-Gruppe mit. Das war der erste Tag. Ich bin gespannt, wie sich die Situation weiter entwickelt.
Zwei Wochen in diesem Sommer verbringt Johanna im Ferienkindergarten. Zu unserem großen Glück ist dieser Kindergarten in diesem Jahr gerade der unsere Kindergarten. Und da Johanna das einzige I-Kind darin ist, wurde es entschieden, dass gerade unsere Gruppe zum Aufenthaltsort werden sollte. Johanna hat demensprechend Heimvorteil und kann sogar ihren Kleiderhaken bekalten. Der Rest ist dann die Flexibilitätsfrage: jede Woche gibt es eine andere Kinder-Konstellation. Es wird zusammen viel unternommen, sogar außerhalb des Kindergartens, es wird zusammen gekocht - auf die tollen Erfahrungen für Johanna freue ich mich schon jetzt. Nun bleibt es zu hoffen, dass sie sich mit anderen Kindern schnell verstehen wird und neue Freunde... na, Spielkameraden... findet.
Montag, 27. Juni 2011
Kommandier-Phase
Johanna sitzt, in ein Tuch nach einer Wasserschlacht eingewickelt, auf dem Sofa. Ich sitze neben ihr, es ist Nachrichten-Zeit. Johanna will plötzlich essen.
- Mama! Brot! Brot mit Schinken!
Ich bin innerlich bei den Nachrichten.
- Mama! Mama! Brot essen!
- Ja, ja, ich bringe dir gleich etwas aus der Küche... aber nicht jetzt!
Eine Weile bleibt Johanna sitzen, sie wartet, aber ihre Geduld reicht nicht.
- Mama! Ich mag nicht hauen! Mache ich nicht! Aber Brot!
Hm... was hat sie gemeint? Dass ich schätzen soll, dass sie wartet, aber soll nicht mit dem Warten Lassen übertreiben? Oder war das eine "erwachsene" Gewalt-Verzicht-Erklärung?
Mittwoch, 22. Juni 2011
Pflegestufe aberkannt
Was da auf mich zukommen könnte, kann man ja nicht wissen.... aber ich riskierte heute noch einmal: Johanna durfte einen Brief reinwerfen. Und sie hat das wieder super gemeistert. Ganz stolz kam sie zurück.
Hüftschnupfen
Johanna hat Hüftschnupfen.
Bis zum gestrigen Tag habe ich nicht gewusst, was das ist. Nun leuchtet mir alles wieder ein: im Winter weinte sie eine halbe Nacht und zeigte auf ihre Knie. Davor hatte sie Grippe. Alle, und ich natürlich auch, dachten an die Wachstumsschmerzen. Alles, was ich im Netz finden kann, stimmt mit den damaligen Erscheinungen überein: eine Entzündung im Hüftgelenk. Da ich erst heute darüber schreibe, kann ich bereits ein wenig zurückschauen. Und zwar habe ich alles, alles falsch gemacht.
Am Montag morgen, als sie klar auf ihre Hüfte zeigte und laut weinte, fand ich nichts besseres, als die Beine zu massieren... und in den Kindergarten zu schicken... Ein Ausflug in den Märchenwald bei Osnabrück war auf dem Plan. Wie konnte ich Johanna zu Hause lassen? Sie ist den ganzen Vormittag mitgelaufen... mit Ruhe war also nix...
Am Montag nachmittag war eine Sportstunde angesagt, sie turnte mit anderen Kindern und wollte nicht aufhören...
Am Dienstag gab es Reiten...
Ich habe nicht wirklich wahrgenommen, dass Johanna gern sitzt und dass sie etwas müde wirkt und sich nicht bewegt, wie immer... Heute im KiGa ist sie am Mittagstisch eingeschlafen und verschlief den ganzen Spielnachmittag.
Sie ist nicht fit, sie müsste ganz ruhig sitzen/liegen bleiben und eine-zwei Wochen abwarten.
Allerdings, wenn ich die Tabelle der Beschwerden der Kinder verschiedener Altersstufen sehe, bin ich beruhigt: 3 bis 4-jährige Kinder zeigen dabei auf die Knie, 5 bis 6-jährige zeigen auf die Hüfte. In ihrer Körperwahrnehmung ist sie also "im Rahmen".
An alle,
Liebe "Besucher", die wir kaum oder wenig oder gar nicht kennen,
diese Lebensgeschichte von Johanna soll nicht wegen des Zeitmangels im Sande verlaufen.
Unser Leben, das Leben von Johannas Eltern, verläuft momentan in verschiedenen Dimensionen. Unsere Berufe wollen wir mit Gewalt nicht (noch nicht) aufgeben, andere Lebensaufgaben hat uns auch keiner abgenommen. In der Zeit unseres Engagements für Johannas Zukunft begleitet uns der Gedanke, dass wir eventuell für Johannas Gegenwart nicht genügend Zeit einräumen. Soll man abends einen Bericht verfassen oder lieber doch die übrigen Minuten für noch und noch eine Geschichte investieren? Für eine Antwort auf ein Kommentar bleibt kaum Raum und Zeit... Für alles, was ich an Botschaften bekommen habe, bedanke ich mich sehr, die Gedanken nehme ich mit, reflektiere in meinem Alltag und denke darüber nach. Vielleicht mache ich mir da zuviel Gedanken und es braucht keiner wirklich meine/eine Antwort?
.........
Und es wird lamngsam Zeit, aus der Defensive heraus zu gehen und über unser Vorhaben mehr zu berichten. Vielleicht finde ich dieser Woche noch passende Worte. ... Sonst... Die Farben gelb, orange, rot und grün, in den Konturen von taubenblau, leuchten den Menschen entgegen. Manchmal bekommt man ein annerkennendes Lächeln. Manchmal einen Daumen, nach oben gerichtet. Manchmal eine ziemlich grobe, vielleicht angetrunkene Kritik. Dieser Bereich meiner persönlichen Tätigkeit, eher einfach künstlerischen Tätigkeit ist leicht zu beschreiben.
Aber da die Welt des Unternehmens (im wirtschaftlichen Sinne) keine besonders freundliche Welt ist, finde ich noch keinen Stil oder keine Basis, über diese Seite unserer Tätigkeit zu berichten. Diese Zeit ist noch nicht gekommen. Manche Dinge, was Zulassungen, Kontrollen etc. angeht, sind meinem normal-bürgerlichen Verstand manchmal einfach nur peinlich. Ich hoffe, wir beißen uns durch.
Und nochmal vielen Dank an alle, die keine Antwort bis jetzt bekommen haben.
Montag, 6. Juni 2011
100 cm!
Nach vielen Monaten Wachstumsruhe ist Johanna ein wenig gewachsen. 0,5 cm ist nicht besonders viel, aber damit hat sie die 100-er-Grenze überschritten. Ich wünsche ihr noch 60-65 cm dazu - damit man sie in Zukunft auch entsprechend wahrnimmt...
- Johanna, wieviele cm bist Du groß?
- Hundert!
Johanna wird in einer Woche 4 Jahre 7 Monate.
Sonntag, 5. Juni 2011
Weiter, wir machen weiter...
Am Freitag habe ich den ersten gelben Punkt auf die Fassade gesetzt. Ich hatte Streß, "Anfangs-Streß". Die ganze Familie samt Johanna war da, wir haben viel geschafft. Heute fingen wir, zwei Erwachsenen der Familie, um 5:00 in der lüftigen Höhe unseren Sonntag an. Danach gab es "Hitze-Frei".
Zum heutigen abend wird das hier schon mal fertig werden. Müssen.
Samstag, 4. Juni 2011
Geschafft!!!!!
Samstag nachmittag, keine Autos, leere Straße, ein Brief, ein Briefkasten etwa 40 m von der Haustür... Man muss einfach versuchen.
Johanna, möchtest Du den Brief einwerfen?
Der Papa konnte nicht lassen und lief auf der anderen Straßenseite hinterher.
Er sah, dass Johanna erst mit einer Hand den Brief hineinschob - das klappte aber nicht. Nach 5-6 Versuchen hat sie begriffen, dass die zweite Hand ganz nützlich sein kann. Und schon war der Brief durch den Schlitz gerutscht!
Die zweite Sache war für uns etwas unsicherer. Wird sie zurück kommen?
Ja, ist sie. Ganz stolz.
Mittwoch, 1. Juni 2011
Zwei Tage
18.05.11
Wir haben zwei gleiche, aus Versehen bekam sie die "alte" nochmal angezogen, was ich erst beim Abholen aus dem KiGa gemerkt habe. Wie kommt das, dass eine solche unwichtige Bemerkung in Johannas Tagebuch aufgenommen wird? - Weil sie ja unter der besagten Hose keine "Sicherheit" in der Form einer Windel mehr trägt :-)))
Heute war eine Zahnarztin im KiGa. Im letzten Jahr hat sich Johanna leider geweigert, den Mund aufzumachen. In diesem Jahr hat sie sich vorbildlich in den Sessel gesetzt und ihre Zähne anschauen lassen. Ich habe sie diesmal überhaupt nicht darauf vorbereitet, so habe ich mich über das gute Ergebnis der Untersuchung und über ihre Kooperation gefreut.
Sonntag, 29. Mai 2011
Sportliche Aktivität
Es gibt einige Gruppen und Clubs in den verschiedenen Stadtteilen, mal mehr gefragt, mal weniger gut ausgestattet, mal ganz schlicht...
Ich fing an, nachzufragen.
Die erste Anzwort fühlte sich genau so an, wie ein Schlag gegen einen Mehlsack. Sie fühlte sich... wie nichts...
Na gut, wir fragen weiter...
Wir bekamen eine freundliche, herzliche Einladung, wir dürften sofort mitmachen, eine Gruppe ohne Eltern, man wird sich auf Johanna ein wenig vorbereiten, dann kann man besster planen...
Ich werde mich/uns bei einer solchen Offenheit ja nicht zwei Mal einladen:-) Wir rennen sofort hin!
Mache ich nicht!
Johanna versucht sich weiter in den etwas komplexeren Sätzen. Nun entdeckt sie endlich Verneinungssätze. Früher sagte sie ungefähr so: nicht machen, nicht gehen etc.
Jetzt hört man solche Sätze:
Ich möchte nicht!
Geht nicht!
Klappt einfach nicht!
Gibt es heute nicht!
Alle diese Nein-Aussagen erfreuen mich nur im sprachwissenschaftlichen Bereich, der Alltag dagegen wird dadurch ziemlich geprägt...
Schon wieder trocken!
Nachts bekam sie eine Windel. Nun ist heute das zweite Mal, dass die Windel trocken geblieben ist. Johanna wurde schwer gelobt und ein kleines Eis gibt es heute als Nachtisch auch.
Samstag, 28. Mai 2011
Baby & Co.
Heute brachte Johanna ein Büchlein mit - sie hat es im Stuhlkreis bekommen. Es wurde nämlich über das "Kinderkriegen" diskutiert. Ein ganz kleines Baby war anwesend und alle Kinder durften ein Kleidungsstück ausziehen oder beim Ausziehen helfen, alle wollten sich das Baby anschauen. Der Bauchnabel war eine beeindruckende Geschichte. Anwesend waren noch eine schwangere Mutter und eine Hebamme, die beim Ungeborenen die Herztöne abgehorcht hat, wobei die Kinder auch mithören durften.
Johanna hat viel mitbekommen und erzählte uns zu Hause. Tja, ihre Schwester muss eine Menge Babys bekommen, für sich und für Johanna...
Freitag, 27. Mai 2011
Zwei Hasen!
Johanna kann zählen, so etwa bis 12 oder 13, aber leider ohne die Zahl 2. Es geht tatsächlich so: eins, drei, vier.... der Rest onhe Lücken.
Mit dem Zeigen hat sie weniger Probleme, wir fragen sie immer wieder mal nach dem Alter von bekannten Kindern, die gerade 2 Jahre alt sind, Johanna zeigt dann ihre zwei Finger...
Heute war wieder ein Donnerstag, ich habe Johanna kaum gesehen. Auf dem Weg aus dem Kindergarten ist sie eingeschlafen, ein immer noch schlafendes Kind habe ich der Nachmittags-Betreuung übergeben.
Auf dem Rückweg sahen wir auf einer Wiese zwei Hasen, echte Hasen mit langen Löffel-Ohren. Sie tanzten und sprangen und waren sehr mit sich selbst beschäftigt, wir konnten sie lange beobachten. Johanna war begeistert.
Als wir nach Hause kamen, lief Johanna direkt in Papas Arbeitszimmer. "Papa! Zwei Hasen g´sehen!" Ich weiß natürlich nicht, wie viele tausend Hasen wir noch treffen müssen, um diese Aussage zu unserem Alltag hinfügen zu dürfen...
Das Wetter war schön und Papa nahm Johanna noch kurz zu einem Spielplatz. Johanna überraschte ihn mit folgenden Wörtern und Aussagen:
bin beschäftigt! (als Antwort auf Aufforderung, nach Hause zu gehen)
wackelig (Hängebrücke)
stachelig (Sand in den Schuhen)
Donnerstag, 26. Mai 2011
Ausritt
Johanna durfte heute ausreiten!
Auf einer Wiese, wo wir sonst im Sommer immer schöne Blumen pflücken, ist noch sehr feucht, aber alle beteiligten freuen sich über das Grüne herum und die nicht-eingezäunte Freiheit.
Wir sind nicht in einer Gruppe integriert. Und ich weiß nicht, ob wir das tun werden. Müssen wir das unbedingt?
Sonntag, 22. Mai 2011
Sehschule
Heute war es soweit: Johanna hatte einen Termin bei der s.g. Sehschule.
Besonders toll was es nicht. Da Johanna ihre Brille nicht auf der Nase hatte, wurde ich sofort ziemlich direkt darauf angesprochen... Erst musste ich eine gewisse "Verteidigungsposition" annehemen, um nicht mit dem gleichen Ton antworten zu müssen... Im Wartebereich fand Johanna wieder eine Menge Legosteine und spielte damit. Ein Junge wollte auch in die Spielecke gehen. Seine Mutter schrie laut, dass er ZURÜCK!!! gehen sollte... "Das Mädchen ist krank" - hörte ich sie flüstern...
......................................
Wir sind in unserem KiGa sehr verwöhnt, was Johannas Einbindung angeht... ich war erleichtert, als ich den Wartebereich endlich verlassen konnte.
Johanna war sehr kooperativ. Sie setzte ihre Brille auf und ließ einige Aufnahmen machen.
Sie ärgert sich, dass Johanna nicht alles nennt? Ich bin glücklich, dass sie ein solches Vokabular hat - und überhaupt mit ihren 4,5 Jahren ordentlich auf die Fragen und Anweisungen reagiert...
Die Brille? Das werden wir schon lernen, so viel Gewalt gegen Johanna werde ich nicht anwenden, der Alltag ist schon kompliziert genug...
Ihr Ton hat sich geändert, es blieb eine Empfehlung, "am Ball zu bleiben"...
Ich ging nach Hause sehr unzufrieden...
Ein Rezept für die Augenpflaster habe ich bekommen, gegen und wegen Schielen... auch das noch...
Man wird auf die nächste Nicht-Trotzphase damit warten... und die Sauberkeitserziehung steht eigentlich höher auf der To-Do-Liste.
Einfach ein Tag...
der im Kindergarten in etwa so anfing:
Gut, dass es in wenigen Minuten alles wieder "ganz normal" aussieht -
Beim Abholen überraschte mich Johanna mit ihren Bagger-Führer-Kenntnissen, ich habe sie bei diesem Spielzeug noch nie beobachtet.
Hier ist eben ein Artikel erschienen:
05.04.11
http://www.aerztezeitung.de/panorama/default.aspx?sid=646136
Da die Texte oft nach einiger Zeit nicht mehr zur Verfügung stehen, möchte ich diesen Artikel im Johannas Tagebuch mit dem heutigen Datum, mit ihren 4 Jahren und fast 5 Monaten, festhalten.
Das ist eine Intension, die wir Johanna auch wünschen, und in dieser Richtung machen wir bereits etwas für Johanna.
Aber erstmal der Text des Artikels:
Eine kompetente Mitarbeiterin im Eissalon
Zunächst hat die junge Frau nur die Spülmaschine ein- und ausgeräumt. Doch dann hat sie nach und nach in einem Marburger Eissalon immer mehr Aufgaben bekommen und souverän erledigt: Johanna Seip hat das Down-Syndrom - und eine Arbeit, die ihr viel Spaß macht.
Von Gesa Coordes
Sie ist grundehrlich, pflichtbewusst, lebhaft und lustig: Johanna Seip macht die Arbeit im Eissalon viel Spaß.
© Gesa Coordes
MARBURG. "Sie ist grundehrlich, pflichtbewusst, sehr interessiert, lebhaft und lustig": Wenn der Marburger Cafébesitzer Marcello Camerin über Johanna Seip spricht, hört es sich fast so an, als sei sie die ideale Mitarbeiterin. Doch die 21-Jährige mit dem freundlichen Lächeln hat das Down-Syndrom und gilt als geistig behindert.
Eine Anfrage von den Lahnwerkstätten
Deswegen war Marcello Camerin zunächst sehr skeptisch, als die nahe gelegenen Lahnwerkstätten bei ihm anfragten, ob Johanna Seip bei ihm arbeiten könne. Doch er probierte es. Anfangs räumte die junge Frau nur die Spülmaschine ein und aus.
Dann schnippelte sie Obstsalat. Und inzwischen hat sie ihren festen Platz an der Theke. Sie macht Latte Macchiato, Espresso und Cappuccino an der Cafémaschine, wischt die Tische, kauft ein und bringt Getränke zu den Kunden. "Wenn ich es gut gemacht habe, bekomme ich Trinkgeld", erzählt Johanna Seip. Von ihrem Geld hat sie sich bereits einen Fernseher gekauft.
"Wir haben sehr schnell gemerkt, dass Johanna sehr viel mehr kann, als wir uns hätten träumen lassen", sagt der Chef. Nur an die Kasse darf sie nicht, weil sie nur ein wenig rechnen kann. Und die Kollegen achten darauf, ihr immer nur eine Sache aufzutragen.
"Sie ist regelrecht aufgeblüht", sagt Bernd Engelhardt, der bei den Lahnwerkstätten für die berufliche Integration der mehr als 300 behinderten Mitarbeiter zuständig ist. Jeder Zehnte arbeitet außerhalb der Werkstatt. "Man muss Nischen finden", sagt der Experte: "Und die Chemie muss stimmen."
Am liebsten isst sie Erdbeereis
Das ist im Eissalon Camerin in Marburg-Wehrda offenbar der Fall: "Buon Giorno", ruft die 21-Jährige den deutsch-italienischen Mitarbeitern zur Begrüßung zu: "Ich mag alle hier", sagt sie. Am liebsten isst sie Erdbeer-, Pfefferminz- und Waldmeistereis.
Leider darf sie aus gesundheitlichen Gründen nicht viel Süßes essen. Trotzdem liebt sie ihren Job so sehr, dass sie die Arbeitszeit freiwillig verlängert hat. Dabei bedeutet dies, dass sie nun allein mit Bus und Bahn in ihr Heimatdorf zurückfahren muss.
Die Sorge um die Kunden war offenbar unnötig. Die Cafébesucher haben die junge Frau ins Herz geschlossen, die gern mit jedem ins Gespräch kommt.
Die 21-Jährige erzählt von ihren Neffen, ihrem Freund, von Harry Potter und Bayern München. Manchmal müsse man sie da ein wenig bremsen, erzählt Camerin. Und wenn die Bayern verlieren, kann ihr das aufs Gemüt schlagen.
Für das Eiscafé ist Johanna Seip eine wertvolle Mitarbeiterin geworden, die Camerin nicht verlieren möchte. Wenn ihr Langzeitpraktikum im Herbst ausläuft, wird sie übernommen. Dafür gibt's finanzielle Unterstützung vom Landeswohlfahrtsverband.
In Deutschland leben etwa 50 000 Menschen mit Down-Syndrom. Johanna Seip ist auf einem guten Weg. Seniorchefin Mirella Camerin: "Wir sind sehr zufrieden. Sie passt gut hierher."
Brötchenbacken geht weiter!
Wir haben die trockenen Papierklumpen mit etwas Wandfarbe angestrichen. Der Farbton passte nach dem Austrocknen ziemlich gut.
Johanna wollte am Abenmd etwas essen, aber ich hatte leider kein Brot im Haus. Sie zeigte mir auf die Papierbrötchcen. Nein, Johanna, sie kann man nicht essen. Sie wollte ein Brötchen sehen.
Ich gab ihr eins in die Hand.
Was sehe ich da?
Das Kind hat ins Brötchen reingebissen!
Ihr Gesicht kann ich leider nicht beschreiben. Enttäuschung pur.
Und ich habe mich sehr gefreut: wir haben gut gebastelt! :-))) Die Brötchen werden noch weiter angemalt, damit man verschiedene Sorten zuordnen kann.
Heute hat Johanna uns sehr überrascht: sie hat eine Rückwärtsrolle gemacht. Ich habe sie gelobt, aber weiter fördern werde ich dies erstmal nicht, ihr Nacken ist ganz weich, wie ein Babynacken, immer noch...
Ich backe dann mal...
03.04.2011
Ich weiß noch nicht, was es wird, aber wir brauchen viele "Spielbrötchen".
Es regnet schon wieder...
Wir warten ab, bis es einigermaßen trocken ist, und fahren in die Stadt.
03.04.11
In der Stadt sind wir nicht angekommen, wir sind hier hängen geblieben: ein Spielplatz, auf den wir immer nur schauen, wenn wir vorbei fahren. Aber heute haben wir eigentlich gar kein Ziel, wir können einen Stopp eingelen.
Vor einigen Tag erzählte mir jemand aus der Erfahrung mit einem 13-Jährigen mit DS. "Er konnte nicht auf die Hängebrücke gehen, er kannte das nicht"... Es hat mir zu denken gegeben. Deshalb, als Johanna bat, hier zu bleiben, habe ich sofort eingewilligt. Johanna kletterte auf die Burg. Sie wollte auf die Rutsche, aber die Hängebrücke war auf dem weg dorthin. Sie versuchte erst ganz vorsichtig...
Ich habe mir vorgenommen, aus diesem Spiel mehr zu machen.
Ein langer Samstag...
Nach diesem langen Winter, wie es uns in diesem Jahr vorkam, scheint die Somme umso freundlicher... Man glaubt nicht, dass man das Kind ohne Winterstiefel in den Garten schicken kann, aber die Jacke bleibt plötzlich woanders liegen... Die Rasenfläche sieht ganz schön verwachsen aus, einige Krokusse blühen, sie haben Papas Wut auf Moos im letzten Jahr überlebt.
Johanna, Papa und Maria spielen Fußball...
Und da die Woche ganz spannend und aktiv war, soll man sie gut verabschieden: mit einem kleinen Eis geht das am besten :-) Draußen kann man leider noch nicht gut sitzen...
Wir merken, dass wir alle langsam Ferien brauchen...
Montag, 16. Mai 2011
Augen auf...
Die Sänger versuchen, das internationale Publikum zu überzeugen... Johanna wurde plötzlich wach und will noch spät am Abend mit uns schauen. Das Sofa ist groß, aber vier Menschen sind doch eine Menge "Sitzer". Ich komme dazu und frage, wo für mich ein Plätzchen frei wäre... Johanna springt hoch und klopft strahlend auf den Platz, wo sie eben saß. Mama, hier ist frei! Mama! Mit mir sitzen!
Ich schneide uns ein paar Äpfel auf. Außer mir wollen alle geschnittene Äpfel essen. Papa sieht, dass die Kinder alle geschnitteten Stücke bereits aufgegessen haben, und greift nach einem ganzen Apfel - was er sonst nicht macht. Mama! Papa braucht Messer!
Was sie sich alles merkt...
Sonntag, 15. Mai 2011
Bei der Polizei
Seitdem Johanna in der Sprache der Erzieher "mobil macht" (zu Deutsch: wegläuft), denken wir daran, wie wir weiterhin damit umgehen können. Ein Chip mit GPS wäre schon mal ganz ok.
Heute war Johannas KiGa bei der örtlichen Polizei. Der junge Polizist habe alles ganz nett erzählt und gemacht... Johanna habe gut zugehört...
Ich überlege mir, ob wir einen Zettel mit Johannas (Fahndungs)Foto bereits jetzt bei unserem Polizeikomissariat vorlegen sollten... ich scherze nicht...
Samstag, 14. Mai 2011
Dinos
Meine Mädchen haben sich das wohl angeschaut...
Am Morgen wollen die beiden nicht aufstehen, sie wollen noch in den Federn bleiben.
Sie spielen Dinosaurier. Die Geräusche sind nun wirklich wie aus dem Jurassik Park... Maria ist ein Bösesaurus, Johanna ist ein Nettesaurus...
Als ich ins Zimmer komme, beschwert sich Johanna. Mama! Maria beißt mich!
Ich freue mich, dass Johanna ganz gute Sätze bereits bilden kann. Die Sätze sind meistens kurz, aber das Schema "Subjekt-Prädikat-Objekt" kommt immer wieder vor.
Nach dem Frühstück will Johanna Papa zum Postkasten begleiten. Papa! Warte mich!
Die Präpositionen sind leider nicht immer da, wir warten dann AUF sie...
Mittwoch, 11. Mai 2011
Heute ist der Tag 9
Johanna verließ am Morgen das Haus mit einem grünen Tshirt und einer roten Hose.
Die gleichen Kleider, auch wenn etwas verstaubt und versandet, hatte sie beim Abholen immer noch an!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Das aktuelle Thema im KiGa ist "Baby" - eine Mutter erwartet ihr zweites Kind. Alle wurden gebeten, Babyfotos und die ersten Babykleider in den KiGa zu bringen, im Stuhlkreis wird viel erzählt und erklärt. Nun bin ich froh, eine Babykiste für Johanna angelegt zu haben - jetzt kann man leicht das Gewünschte zusammenstellen.
Montag, 9. Mai 2011
Heute war der Tag 7,
Die ersten Tage waren anstrengend. Johanna hat diesen Bereich so sensibilisiert, dass sie immer wieder zur Toilette musste, meistens daneben... Ich habe mir selbst nur jedesmal gesagt, dass man es nach drei Wochen vielleicht besser hat.
Im Laufe dieser Woche wurde es langsam ruhiger, die Tüte mit nassen Kleidern aus dem KiGa wurde kleiner. In den heißen Tagen lief Johanna sogar ohne Kleider im Garten und benutzte ihr Töpfchen. Einmal meldete sie sich in der Nacht. Bei dem nächtlichen Trockenwerden erwarte ich aber keine schnellen Erfolge. Johanna schläft immer ganz tief.
Aber es ist nun mal so: das dauert bei uns länger, als wir uns gedacht haben. Da wir damit sehr früh angefangen haben, erwarteten wir frühere "Windelfreiheit". Heute, erst mit Johannas 4,5 Jahren, sehe ich bei ihr die Bereitschaft, selber mitzuwirken. Das Andere war ja "von uns" ausgegangen, und alles, was "von uns" war, traf auf mehrere Wellen der Trotzphasen, die immer wieder alles zunichte gemacht haben...
Die zweite Woche beginnt.
Donnerstag, 5. Mai 2011
Partizipien
sind eine tolle Sache: die deutsche Sprache setzt diese Verbform bei jeder Perfekt-Formbildung ein. Die Deutschen haben zwei Gruppen Partizipien, die Kinder fangen mit Part. Perf. an, Part. Präsens sind für ältere Jahre "reserviert"... seltene Kinder sagen etwas wie "brennende Kerzen", "schwebende Wolken" oder "grasende Kühe" :-))).
Johanna braucht für ihre Kommunikation Vergangenheitsformen und entdeckt die Welt der Partizipien. Und da sie noch kein Gefühl hat, welche Verben schwach und welche stark sind, versucht sie sich einfach in der Formbildung... im Moment sind bei ihr alle Verben eher schwach...
Mama! Alles g´trunkt!
Da! Vögel geflogt!
Tür geschließt!
Gegesst, geschlaft...
... aber auch richtige Formen sind dabei: gemacht, geträumt, geschubst, gespielt...
Unsere Labertasche
- Also Leute, ihr seid.....
Johanna wartet nicht, bis ich ein passendes Wort finde. Resolut beendet sie den Satz:
.... alle doof!
Na, da hat man schon den Salat...
Schon wieder wird gekleckert... Die Tischdecke ist ganz frisch!
- Mensch, das ist doch...
Johanna wartet wieder nicht... sie beendet:
... Sch-----!
Jo. Wo hat sie das bloß gehört????? ;-)
Nach dem Kindergarten erzählt sie: - Mama! Pfannekuchen! Viele! Mehr! Mit Apfelmus! Mehr! Lecker! Mama auch Pfannekuchen! Machen!
Ein Kind in der Gruppe hatte heute sein Geburtstagsfrühstück zum 6. Geburtstag. Gestern haben wir Johanna gezeigt, wie man "6" zeigt - fünf Finger und den Daumen. Heute Morgen fragen wir sie. Sie schüttelt die Hände, die Finger, aber das klappt nicht... Sie ist verärgert. Über sich selbst. Sie schaut auf ihre Hände und sagt laut: - Ganze Hand! (und streckt die Finger) und noch Daumen! (der Daumen wird "fixiert") Jetzt! Papa zeigen!
Papa ließt Johanna vom Einschlafen ein Buch vor. Heute hat sie die Weihnachtsgeschichte ausgesucht. Ich entlasse Papa und lese es auf Johannas Wunsch noch einmal. Auf einer Seite wird von Soldaten verkündet, dass alle in ihre Geburtsorte gehen sollen. Johanna zeigt auf das Bild.
- Sch-----!
- Johanna, das geht nicht!!!! Schon wieder ein schlechtes Wort!!!!! Ich will so nicht lesen!!!
- Da! Mama! Da! (zeigt auf den Speer des Soldaten) - Aua! Alle tot! Kind tot! Mann tot! Opa tot!
Das Vorlesen ist vorbei, Johanna muss schlafen, aber sie tut das nicht... Ich sitze am PC, sie sieht mich durch die Tür, sie liegt.... und schläft nicht.
- Trösten! Mama, trösten!
Ich gehe zu ihr. - Johanna, was hast Du?
- Ich nicht. Juana! (spanische Puppe) Juana weint! Maus ist g´storben! (die kleine Stoffmaus liegt auf dem Rücken auf Johannas Decke)...
Endlich bekamen wir heute Johannas Schuheinlagen. Sie bekam die Schuhe angezogen, lief über den Flur, sagte "gut" - und das war es dann mit dem Eingewöhnen. Sie zog mich am Ärmel und sagte "Gummibärchen"? Johanna, vielleicht gibt es noch ein kleines Tütchen zu Hause... "Nein, hier Gummibärchen!" Mensch, Johanna, keine Diskussionen, hier ist keine Apotheke! Was sehe ich da plötzlich? Durch den Flur kommt eine Mitarbeiterin und bringt einige Packungen Gummibärchen, für alle wartenden Kinder. Johannas Frage hat sie garantiert nicht gehört. Johanna bekommt auch ein Tütchen. Das konnte ich mir nicht denken, aber offensichtlich hat sie sich an den letzten Besuch hier erinnert und dass sie Gummibärchen hier schon bekam. Unser Besuch ist nun fast 16 Monate her...
Mittwoch, 4. Mai 2011
Das ist nur für unser Archiv...
Mama und Papa arbeiten, Johanna steht nicht im Mittelpunkt und protestiert heftig. Eigentlich kann man sich kaum konzentrieren, aber wir müssen heute fertig werden, basta.
Mama und Papa arbeiten zusammen an einem Logo, das Johannas und unser Leben bestimmen, begleiten und hoffentlich erfüllen wird. Es sei denn, sie sagt irgendwann Nö, ich will Haare schneiden... Dann werden wir ganz schön blaß aussehen.Das, woran wir arbeiten, ist bunt.
Ohne Begleitung...
Es kam heute alles zusammen: KG und Reiten... natürlich ist das alles zuviel, aber da alles Johanna weiter bringt, sage ich immer zu, auch wenn die Zeit am Nachmittag dann etwas knapper zu messen ist. Heute haben wir eine Änderung: Johanna kommt am Ende der Stunde, sie darf eine kurze Reiteinheit alleine genießen, da es mit der Gruppe nicht so wirklich passte (oder noch nicht?) Unsere liebe Z. ist eine Isländer-Dame und kann Tölt - das sieht ganz lustig aus!
Wenn jemand sehen will, was das ist - hier ist ein erfahrenes Pferd und ein erfahrener Reiter, was Johanna noch nicht ist... :-)http://www.youtube.com/watch?v=-7rWeWymJDw&NR=1&feature=fvwp
Nach dem Reiten muss Johanna ordentlich absteigen
Begleitung
Heute wurde Johanna über den ganzen Morgen und am Nachmittag von zwei Damen begleitet. Sie wollen mehr von Johanna, einem 47-er Kind und Integrationskind, erfahren - um eventuell auch andere Menschen mehr davon erfahren zu lassen.
Am frühen Morgen ging Johanna zum Brötchen-Laden, sie wollte unbedingt alleine gehen und hat mich nur auf einer bestimmten Entfernung "geduldet".
Mama zeichnet und Johanna zeichnet...
Wenn das Wetter schlecht ist, kuscheln wir uns abends auf dem Sofa und lesen oder zeichnen etwas... Unsere Magnettafel ist ein toller Begleiter, sie verträgt alles. Johanna möchte, dass ich ihr Tiere oder Situationen zeichne und wir erzählen etwas dazu. In der letzten Zeit interessiert sie sich für Profile, ich zeichne dann und sie sagt, was noch fehlt...