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Samstag, 9. Juli 2011

Werkspionage und etwas zum Lächeln

08.04.2011

Am frühen Nachmittag sind Mama und Papa mit vielen technischen Dingen beschäftigt gewesen, was Johanna sehr langweilig vorkam. Es ging um Lichter und Leuchten... Die Firma ist auf einem neuesten Stand im Energiesparen. Um einigermaßen ruhig sprechen zu können, musste ich Johanna beschäftigen... womit denn..? ah, nimm´ doch Papas Handy... Während wir uns unterhielten, schaltete sie die Kamerafunktion und machte einige Aufnahmen der Ausstattung, was dem Firmenchef eher nicht passte. Ich habe versichert, dass wir alles sofort löschen werden.
Dass wir Johanna dafür extra mitgenommen haben, glaubte er uns nicht. :-)))))

Aus dem Fenster der Firma hat Johanna eine Lichtwerbung gesehen und hat diese, ganz richtig, als eine Eis-Cafe-Werbung zugeordnet. Das war eine willkommene Abwechslung nach den langweiligen Firmenräumen... Das Cafe hatte eine Kinderecke und einen "Parkplatz" für die Kinderfahrräder. Johanna ging dorthin...
Tja, man merkt, dass sie das nicht so genau nimmt - meins, deins... - sie nahm sich einen Roller, wie sie dies im KiGa tut...
Natürlich mussten wir sofort verbieten etc. - leider kann Johanna überhaupt nicht mit einem Roller fahren - und schon gar nicht wegfahren, wie die Besitzer sich dachten...

Wir kamen nach Hause. Wir standen im Eingangsbereich und ich half Johanna, die Jacke auszuziehen.
Sie schaute mich an.
Sie hat sich an etwas erinnert!
Heute Morgen stand ich an der gleichen Stelle und knöpfte die gleiche Jacke zu. Ich sagte, ich muss schnell zum Arzt, deshalb geht sie mit Papa in den KiGa. Sie hat sich erinnert!
- Mama? Arzt? Du? Gut?
Ohne alle Familienmitglieder sofort der Nicht-Aufmerksamkeit zu bezichtigen, muss ich sagen, dass Johanna die einzige war, die mir diese Fragen gestellt hat. Soviel zum Thema soziale Kompetenzen.


Johanna gehört zu der Hälfte der Bevölkerung, die ihre Zungen rollen kann. Papa kann auch, Maria kann es, Oma kann es... Nur Mama kann es nicht...

Johannas schwarzhaarige Puppe heißt Juana, sie spricht Spanisch oder Deutsch mit Akzent. Johanna verabschiedet sich, sie spricht auch für ihre Puppe:
-Hasta la vista!


???????

Was brachte es, dass Maria im Spanischunterricht die richtige Form gelernt hat? - die Stimme vom Terminator hat sich offensichtlich tiefer eingeprägt, bei allen...

Montag, 16. Mai 2011

Augen auf...

10.05.2011

Die Sänger versuchen, das internationale Publikum zu überzeugen... Johanna wurde plötzlich wach und will noch spät am Abend mit uns schauen. Das Sofa ist groß, aber vier Menschen sind doch eine Menge "Sitzer". Ich komme dazu und frage, wo für mich ein Plätzchen frei wäre... Johanna springt hoch und klopft strahlend auf den Platz, wo sie eben saß. Mama, hier ist frei! Mama! Mit mir sitzen!

Ich schneide uns ein paar Äpfel auf. Außer mir wollen alle geschnittene Äpfel essen. Papa sieht, dass die Kinder alle geschnitteten Stücke bereits aufgegessen haben, und greift nach einem ganzen Apfel - was er sonst nicht macht. Mama! Papa braucht Messer!

Was sie sich alles merkt...

Mittwoch, 15. Dezember 2010

"Petra" im Anmarsch...

Der Schnee bedekte in den letzten Tagen dezent unsere Baustelle samt Gerüst und Müll herum - es wird den Nachbarn doch ein etwas positiveres Adventsbild geboten.

Heute wird es ernst: am frühen Abend - was für eine Überraschung! - wurde ein Notstand aufgerufen, der Schulausfall für den kommenden Tag angekündigt und auf eine allgemeine Sorgfaltspflicht iauf den Straßen hingewiesen... "Petra" kommt, sie soll außergewöhnlich viel Schnee mitbringen.
Maria wollte sich ein wenig um den Schnee kümmern, Johanna und ich waren eben schnell einkaufen - wenn wir morgen ja fest sitzen ...???? Ich habe Johanna länger nicht zum Einkaufen mitgenommen - weil sie sich nicht besonders gut benommen hat... Diesmal hat sie mich sehr positiv überrascht. Sie schob sehr pflichtbewusst den Einkaufswagen und half sogat mit. Als ich sagte, dass wir vielleicht Papas Lieblingsjoghurt mitnehmen sollen - hat sie ihn sofort "identifiziert".

Zu Hause angekommen, wollte sie Papa den Joghurt sofort servieren. Ihren Stolz konnte man nicht übersehen.Und hier ist noch etwas, was ich beim Ausräumen ihrer KiGaTasche gefunden habe - in der Egrotherapie-Einheit hat Johanna eine kleine "Prüfung" bestanden :-)


Sonntag, 22. August 2010

Ein Garten braucht Hilfe...

Der heiße Sommer hat einiges bewirkt: viele Rasenflächen sehen sehr mitgenommen aus. Am heutigen Tag wollten wir kurz einem Garten ein wenig helfen. Er wird bald wieder grün werden. Aber erst muss man den Moos herausreißen. Zurück bleibt eine kahle graue Fläche und viel Grünabfall.

Es soll bitte nur kein Eindruck entstehen, dass die arme Johanna ganz alleine die ganze Arbeit verrichten musste :-)


Sie hat über längere Zeit gut mitgeholfen, danach landete sie im Sandkasten, endgültig.

Das ganze Wochenende verbrachten wir mit anderen Menschen und zum Teil ohne Maria, so wollten wir den Abend zusammen ausklingen lassen.

Gäste der Stadt Osnabrück, aufgepasst! Hier sieht man ein Kind in einem Eiscafe und im Pappschälchen EINE Kugel Eis. Die Südurlauber werden sich wohl überlegen, was eine solche "Kugel" in ihren Mediterranen Urlaubszielen gekostet hat. Hier herrscht aber ein ganz sanfter osnabrücker Eispreis. Nur die Kugel hat, wie das Kind am Tisch, offensichtlich einen anderen Chromosomensatz :-)
Zum ersten Mal hat Johanna ihr Eis sehr deutlich und sogar mit einem "Extra" bestellt. Früher musste ich schon ganz genau heraushören, was für Eis es sein sollte. Diesmal sagte sie "Vanilleeis" und "Streusel" und "Bitte!" - na klar, dass sie es bekommt!

Samstag, 21. August 2010

Ein Samstag und ein Geburtstag

Kein Wochenende ohne zu feiern...
Noch ein Geburtstag!
In diesem Jahr wünschte sich das aktuelle Geburtstagskind eine Vielfalt der Kochkünste - und so fingen die Gäste an, nach und nach mit ihren Kreationen den Kaffeetisch zu schmücken. Johanna konnte kaum abwarten - sie blieb neben der Platte mit den Schaumküssen stehen... Endlich darf sie zugreifen!
Sie sagt gerade: "Lecker!"
Dann erinnerte sie sich, dass Papa auch etwas Süßes essen wollte. Sie zeigte nach draußen...
dorthin, wo sie ihn letztes Mal gesehen hat...
dann stand sie auf
und
sagte:
"Gucke, wo Papa ist!"


Jeder, der sich schon mal mit der Sprachentwicklung beschäftig hat, wird sich leicht vorstellen können, wie großartig ich diesen Satz fand. Ein Nebensatz! Ein Nebensatz mit dem Prädikat am Ende! Eigentlich brauchte ich an diesem Tag nichts mehr, weder Essen noch Trinken noch Musik oder Unterhaltung, dieser Tag mit diesem Satz hat sich schon gelohnt!!!

Aber Johanna dachte an viel mehr Unterhaltung und ihr Tag war noch gar nicht zu Ende. Sie gesellte sich zu einer Gruppe jugendlicher Gäste, die gerade nichts zu tun hatten. Als ich nach einiger Zeit nach Johanna schaute, fand ich eine ausgelassene Gesellschaft, in deren Mitte Johanna "ein Eis servierte", "Geld kassierte", "Restgeld herausgab"... Als einer der Gäste sagte, dass er gerade kein Geld hat, hat sie "ihre Gäste" augefordert, einen Bauchtanz vorzuführen (ich wusste nicht, dass sie dieses Wort kennt) - aber keiner traute sich das zu machen :-), dann wollte sie von ihnen, dass sie einen Spagat machen. Als sie sagten, sie solle aber erst vormachen, - hat sie selbstverständlich vorgemacht. Na sowas...

An der Vielfalt des abendlichen Buffets erfreuten sich viele Gäste. Johanna habe ich erst aus der Sicht verloren. Ich fand sie am Tisch mit vielen jungen Gästen, wo sie sich absolut sicher fühlte und sich "unterhielt".

Der Papa wurde gerade gerufen, da Johanna auch eine "Soße" wollte und die jungen Männer nicht wussten, ob solche kleinen Kinder eine scharfe Tomatensoße bekommen dürften :-)


In der eingeladenen Band spielten drei Blasinstrumente. Ich wusste nicht, ob sich Johanna wegen der Lautstärke schon wieder zurückziehen möchte, und suchte sie. Ich fand sie ruhig sitzen und der Musik lauschen. Das ist ja eine Überraschung! Dann kann sie langsam doch die lauten Töne vertragen, ich kann sie nächstes Mal zu Marias Konzerten mitnehmen!

Sie gesellte sich sogar zu einem Grüppchen, das gern tanzte, und "tanzte" mit.
Gegen 23:00 hatte das Kind noch Kraft, zu klatschen, aber im Sitzen.
Es war die höchste Zeit, sich zu verabschieden.

Und ich merke mir den Tag: 21.August 2010, Johanna ist 3 Jahre und 9 Monate und sie hat ihren ersten Nebensatz verwendet, und das war ein lokaler Nebensatz.

Vor dem Eintreffen der Gäste habe ich mit Johanna am Mittag des Tages einen kurzen Spaziergang gemacht, in der Hoffnung, dass sie im Buggy vielleicht einschlafen würde, um den Tag zu überstehen. Wir sahen Brombeerbüsche. Johanna kennt sie bereits und wollte "Beeren essen".

Natürlich habe ich für sie einige gepflückt.
"Mama! Mehr! Mehr Beeren!"


Ich stand am Busch und pflückte die Beeren.

Johanna, was möchtest Du - eine Brombeere oder lieber zwei?
"Zwei!"
Was möchstest Du - zwei Beeren oder lieber drei?
"Drei"

Ich habe dieses Spielchen mehrere Male wiederholt. Es scheint, dass sie die Bedeutung von Zahlen versteht. Wie genau - das werden wir weiter beobachten.

Samstag, 5. Juni 2010

Im Vorgarten

Johanna will unbedingt draußen spielen. Sie entfernt sich bei ihren "Fahrten" immer weiter vom Haus, das ist mir nicht ganz recht - und den vorbeifahrenden Autos auch nicht.
Ich habe das Angebot: wir spielen ein "Kinderfrühstück" im Vorgarten. Sie kann auf ihrem Bobbycar natürlich mal fahren, aber sonst soll sie sich um ihre "Kinder" kümmern.
Sie geht in diesem Spiel immer auf, heute auch. Na, wer will ein Ei?
Jetzt bringt sie den "Kindern" bei, wie man "Danke" sagt.
Der kleine König möchte Kaffee trinken,
und zwar mit Milch und Zucker.
Im Topf wird "Brei" gemacht - das hat sie bestimmt aus einem Kinderbuch, bei uns aß sie nie Brei.
Diesen Brei hat sie wirklich für sich gekocht.
Und jetzt ist der Benjamin an der Reihe -was möchte er denn essen?
Diese ganze Kommunikation geschiet mit einfachen Mitteln, ich verstehe Johanna, was aber nicht heißt, dass es für alle anderen so ist. Trotzdem schafft sie es, sich mit mir und mit den "Kindern" zu unterhalten, ich darf mich auch hinsetzten, bekomme einen Kakao, werde erinnert, dass er heiß ist etc...
Danach wurde Johanna doch müde.

Unseren Abend haben wir mit einem späten Mittagessen bei einem Chinesen angefangen. Seit einigen Malen in diesem Bistro merke ich, dass Johanna, mit ihrem "östlichen" Gesicht, besondere Aufmerksamkeit der Mitarbeiter anzieht - und bekommt, was absolut wohl gemeint ist, eine Riesenportion Nudeln, die so nicht in der Karte steht und die sie ganr nicht aufessen kann. Da treffen sich die beiden Ur-Welten wieder aufeinander: ich als Mutter soll ja theoretisch dafür sorgen, dass alles ordentlich aufgegessen wird, "sonst denken die Gastgeber, dass es uns nicht gut geschmeckt hat", und die freundlichen Gastgeber packen etwas drauf, weil, "wenn alles aufgegessen wird, dann hat man nicht genug serviert, und man wollte ja dem Kind etwas besonders Gutes tun". Alles bleibt auf dem Gedankenebene, es wird nichts ausgesprochen, wir fühlen uns hier wohl, und das ist gut für Johanna.

Am frühen Abend im Garten hört sie oben einen Motor. "Papa?"

Am Abend beim Einschlafen, zählen wir alles auf, was wir gesehen, gemacht und erlebt haben. Johanna hat ein sehr intensives Leben.

Freitag, 4. Juni 2010

Worüber die Mama sich gefreut hat...

An dieser Stelle bremse ich immer an... Seit einigen Wochen grast dort ein junges Reh - es hat bestimmt noch keine schlechten Erfahrungen gemacht und hat keine Angst. Auf dem Rückweg war es leider nicht mehr zu sehen...
Ich bin früher in den KiGa gefahren, um Johanna eventuell auf der Matschfläche zu erleben. Tja. Heute hatte sie keine Lust auf das Matschen, sie war mit L. auf der Schaukel. Ich habe sie auch angeschubst.Noch mehr, Mama!
Ein Junge kam zu uns.
Er erzählte mir, dass Johanna einen Tausendfüssler gebastelt hat.
???????
Ja, nur nicht mit Tausend Füßen!

Auf Johannas Regal wartete wirklich ein... Tausendfüssler.
Es wurde mir gesagt, dass Johanna in ihrer Ergotherapie-Einheit die Füße geschnitten und angemalt hat und an den vorgefertigten (nicht von ihr) Körper geklebt hat. Das Gesicht ist auch nicht von ihr, aber die lustige Feder hat sie ausgesucht.

Am Nachmittag gingen Johanna und ich in den Garten. Johanna wollte auf der Gartenbank sitzen. Dann wollte sie "das Bär-Buch" lesen. Ich habe das Buch an einer bestimmten Stelle gelegt, so habe ich es geholt. "Danke, Mama!" - strahlend, eine Hand auf den Bauch, eine leichte Verbeugung mit dem Kopf... :-))))

Am Abend saßen wir bei einem tollen Film. Maria hat ein Schälchen Chips geholt. Papa saß etwas weiter von den Mädchen. Johanna nahm das Schälchen, ging zu Papa : "Papa, bitte!"

Woher weiß sie das?

Freitag, 2. April 2010

Ein Kompromiss

zwischen der angestrebten Selbständigkeit und der notwendigen Sicherheit...

Johanna möchte "groß" sein und will nicht an der Hand laufen. Sie geht meistens in die von uns vorgegebene Richtung - sie geht einfach MIT uns.
Aber nicht an der Hand.
Wenn wir die Straße überqueren müssen, ist das nicht einfach.
Wie ich bereits einmal berichtete, bieten wir Johanna an, sich an der Jacke von einem von uns zu halten.
Das tut sie dann auch. Wir müssen nur weiter üben, dass sie wirklich bis zum Ende der unsicheren Zone "an der Jacke" auch bleibt.

Heute nach den späten Mittagessen habe ich am Tisch gesagt, dass ich gern ein Tässchen Espresso trinken würde. Ich bekam keinen Espresso, aber - da alle Zeit hatten - viele Bemerkungen dazu - warum habe ich für uns immer noch keine Espresso-Maschine ausgesucht, dass es heute ein Feiertag ist und das Cafe an der Ecke geschlossen ist und und und...

Johanna, die heute auf einem "erwachsenen" Stuhl sitzen wollte, ist von ihrem Platz in dieser Zeit verschwunden.
...
Sie kam aus ihrer Spielecke, mit einem kleinen Plastiktässchen und einem kleinen Löffel in der Hand - und servierte mir mit einem strahlenden Lächeln einen "Espresso". " Mama, bitte!"
Ich habe mich über meinen "Espresso" sehr gefreut.
- Johanna, was denkst Du, möchte vielleicht auch Papa etwas bekommen?
Johanna reagierte sofort.
- Papa! Kakao?

Im Vorgarten

In diesem Jahr kann Johanna laufen und kann aktiv mithelfen.

In unserer "Osterkiste" findet man bunte Eier von allen Kindergenerationen. Jedes Jahr gehen welche kaputt, aber von jedem Jahr gibt es auch "Nachschub". Die Kiste wurde heute gründlich ausgemistet, die schönsten Eier kommen auf die Büsche. Johanna hat schnell verstanden, wie das funktioniert, sie hat ganz geschickt die Bändchen um die Äste gelegt. Erst mit ein wenig Hilfe, dann ganz alleine.
Unser Vorgarten sieht noch ganz kahl aus, die ersten wenigen Osterblumen und gekaufte Stiefmütterchen machen ihn etwas bunter. Die Mädchen freuen sich über die erledigte Arbeit und ich freue mich, dass Johanna daran auch teilnehmen konnte.


Gestern mussten wir noch den Kamin anzünden. Heute morgen wollte ich die Asche herausnehmen. Als ich mit dem vollen Aschenkasten in den Händen zur Haustür gehen wollte, und eben dachte, dass es cleverer wäre, erst die Haustür aufzumachen und dann den Kasten nehmen,

stand
strahlend,
mit einer einladenden Geste,
Johanna
dort
und hielt mir
die Tür weit auf!

Sie hat mitgedacht und offensichtlich sogar gewartet, bis ich losgehe!

Hätte mir das einer gesagt, als sie geboren wurde... hätte ich bestimmt nicht geglaubt.

Montag, 22. Februar 2010

Am Rosenmontag,

genau vor einer Woche, haben wir den Kinderkarneval gefeiert. Johanna tanzte einen Luftballontanz. Wir brauchten ihr nicht viel zu erklären, was sie machen soll, sie hat den Sinn vom letzten Jahr offensichtlich noch behalten.

Sonntag, 21. Februar 2010

Etweas lauter II

Wenn ein Kind in der (Vor)Pubertät im Haus wohnt, merkt man das u.A. daran, dass die Türen etwas lauter geschlossen werden :-) Unsere Türen haben einige Generationen Jugendlicher bereits überlebt und müssen wieder mithalten.

Ich bringe Johanna ins Bett und bleibe bei ihr bis sie eingeschlafen ist.

Unten höre ich eine Tür schließen, .... na, knallen.... Sonst nichts... Bis ich mir überlegt habe, welche Tür das sein mag, höre ich Johanna im Halbschlaf sprechen:
- Mama?
- Ja, Kleines, was ist denn?
- Maria!
- Maria? Was ist mit ihr?
- Maria da! u -u -u (ärgerliches Weinen wird nachgeahmt)
- Meinst Du?
- Nanna Maria a ja ... (Johanna will Maria streicheln)

Nur aus einem Geräusch hat sich Johanna die ganze Situation, was da unten auch sein mochte, vorgestellt und mit mir "besprochen", sogar eine Lösung vorgeschlagen.

Montag, 8. Februar 2010

Was sie alles mitbekommt...

und was sie alles uns mitteilt...

Einige Dinge muss ich hier notieren.

Johanna hat mitbekommen, dass wir uns über das Schwimmbad unterhielten. Sie stand plötzlich vor uns, hielt die Hand hoch, als ob sie sich meldete, sagte "Nanna auch Wasser", zeigte, dass sie Pullover auszieht, und machte mit beiden Händen die Schwimmbewegungen - da MUSSTEN wir einfach hinfahren. Leider ohne Erfolg, wie es sich später herausstellte.

Ich saß viel zu lange im Haus. Die Schule fiel die ganze Woche aus, es fehlte mir an Bewegung und Austausch. Ich spielte mit Johanna auf dem Teppich. Als ich den anderen gesagt habe, dass ich eine Runde spazieren gehen möchte, da mir die schon Decke auf den Kopf gefallen ist, schaute mich Johanna mit großen Augen an, ging zu mir und küsste mich auf den Kopf ganz oben - da, wo ich diese besagte Decke abbekommen habe.

Wir räumten den Tisch ab. Johanna trug ihr Lätzchen und eine Packung Saft, ich trug in die Küche ein volles Tablett. Johanna lief voraus, öffnete die Tür breit und hielt mir die Tür - damit ich mit dem Tablett durch die Tür gehen konnte. Wir waren einfach sprachlos. Wir haben sie und ihr Mitdenken lange gelobt.

Maria wollte früh ins Bett gehen, Johanna war noch munter. Maria sagte, dass Johanna und ich ihr Gute Nacht wünschen könnten. Als wir im Marias Zimmer waren, hat Johanna ihr die Decke zurecht gezogen, gestreichelt, ein Küsschen gegeben und ... sich auf den Teppich vor dem Bett hingelegt.
???
Wir rätselten... Macht sie alles nach unserem Muster? Ich bleibe nämlich bei ihr, bis sie eingeschlafen ist.

Wir sitzen am Mittagstisch. Es gibt Fleisch, Kartoffeln und zwei Salate. Johanna aß bereits ihren Teller leer und will "mehr".
- Soll Papa dir etwas auf den Teller geben?
- Nein, Maria! (also Maria soll das tun) - weil Maria bestimmt nicht versuchen wird, etwas Gemüse Johanna "einzudrehen", - denke ich und beobachte weiter...
Maria schaut Johanna an, nimmt ihren Teller.
- Was soll ich dir geben?
Johanna wartet auf diese Frage, zeigt mit dem Zeigefinger erst auf das Fleisch, dann auf Kartoffeln und sagt deutlich:
- Das und das!
Ich bin froh, dass sie so klar und deutlich ihre Wünsche äußern kann.

Ich hole Johanna aus dem KiGa ab. Ich sehe ein spielendes, aber schon ziemlich müdes Kind.
- Bist Du müde, Johanna?
- Ja! (Mensch, Johanna, Du kannst schon über Deinen Zustand schon so klar reflektieren!)
Sie umarmt mich und sagt: "Nanna Garten. Mama - a - Hause" (Sie war jetzt im Kindergarten und fährt jetzt mit Mama nach Hause - so in etwas sollte ich das verstehen?) Als ich dies aussprach, freute sie sich, dass ich ihren Gedankengang verstanden habe.

"Nein" erklären wir zum Wort des Monats. Oft hören wir morgens das einzige Wort "ja", wenn wir die Frage "Möchtest Du in den Kindergarten gehen?" stellen. Über den Rest braucht man nicht mehr zu raten. Johanna bekommt ab sofort Bonbons "Trotzköpfchen" von Dr. Bach, über die Wirkung werde ich berichten.

Samstag, 2. Januar 2010

Sie hat "Nase voll"

von allen Lehrenden und will selber lieber einen "Lehrling" haben... Wir haben gemerkt, dass sie immer wieder, ob beim Bücher schauen oder GUK- Karten nennen, lieber uns "abfragt", als selber die Dinge zu nennen.
Ich habe für Johanna viele Kärtchen schon gebastelt und viele kleine Dinge aufgehoben - hier ein Stück von einer Cornflakesverpackung, ein Memoryspiel zum Ausschneiden.
Noch nicht so ganz richtig angezogen, saß Johanna am frühen Morgen im Wohnzimmer und zeigte ihrem Kleinen König die Bilder. Erst saß der König ihr gegenüber, das war ihr nicht nah genug. Sie nahm ihn auf den Schoß und zeigte, was sie konnte. Eigentlich ist das eine Tomate, sie erzählt, dass dies ein Apfel sei, aber ich mag sie nicht unterbrechen...
Danach nahm sie die Hand des Königs in ihre Hand und führte sie von einem Bild zum anderen - er sollte also "selber" alles zeigen - eigentlich genauso, wie wir das mit ihr früher immer machten... Als "Lehrerin" war sie dabei gar nicht so schlecht.
Ich stelle fest, dass Johanna selber das ganze Gemüse hier gar nicht gut kennt oder erkennt. Daran müssen wir mehr arbeiten.

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Abwarten und Tee trinken...

das machen wir jetzt öfter... Johanna findet dieses Spiel toll, alle werden nach und nach eingeladen, mit ihr Tee zu trinken. Es wird während dieser "Teezeremonie" viel kommuniziert, alles mögliche ausprobiert - ob "heiß", "pusten", "eine halbe Tasse" oder "lecker" - alles wird auch ausgesprochen, soweit es geht. Johanna "bereitet" den Tee schon ganz richtig zu, und jeder aus der Familie "trinkt" am Tag eine Menge davon...Sonst müssen wir wirklich Einiges abwarten... In der kommenden Woche haben wir ein nicht besonders beflügelndes Gespräch zum Thema Pflegestufe.

Sonntag, 13. Dezember 2009

Wer ist dafür? Hände hoch!

- sagte der Papa nach einem späten Mittagessen, als er vorschlug, Eis essen zu gehen. Johannas Hand war die erste. Und da sie mittlerweile weiß, dass möglichts Viele "dafür" sein müssen, zog sie mich energisch am Ärmel und rief: "Mama auch Eis!". Meine eine Hand war ihr nicht genug, ich sollte auch mit der zweiten aufzeigen. Danach hat sie die Oma und die Maria zum Gleichen aufgefordert. Es war klar: wir gehen!
Auf dem Weg wollte Johanna zeigen, dass sie gut die Treppen hoch gehen kann, - hier ist auch für die Kleineren eine gute Hilfe angebracht...Als der nette Kellner unsere Sachen brachte, war Johanna erst verunsichert: und wo ist ihr Becher?
Keine Sorge, Kleines, dein Eis wird gleich kommen!
Einige Minuten war Johanna zutiefst beschäftigt...
Aber danach schaute sie sich natürlich um - was läuft hier alles am Tisch? Die anderen waren wirklich fertig...
- Johanna, brauchst du Hilfe? - fragt die Schwester.
- Nein!
- Gibst du mit etwas ab?
-......................................
Johanna schaute sich wieder um.
- Papa auch?
- Nein, der Papa will nicht.
- Maria auch?
- Mama auch?
- Oma auch? ("Oma" sprach sie wie "Mma" aus, aber egal..)
Maria wird sich das natürlich nicht entgehen lassen.
Danach ging es noch eine kleine Ehrenrunde am bekannten Brunnen, der jetzt leer ist. Maria lief hier früher auch gern herum.
Auch in der Trotzphase ist Johanna im Moment ziemlich umsichtig, war ihre Mitmenschen angeht. Ein Streifen Pflaster auf meinem Finger wird sofort mit "Mama aua!" begleitet, der umgefallener Teddy wird gestreichelt und die klagende Schwester wird geküsst. Das ist Johannas momentaner Stand in ihrem Sozialverhalten.