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Sonntag, 17. August 2008

Wieder da

Gestern sind wir angekommen.
Die Zeitumstellung dauert noch ein wenig, so bin ich erst jetzt dazu gekommen, zu berichten.
Es ging nicht alles reibungslos. Im Flughafen am Schalter fand man nicht unsere Namen in der Passagierliste... Unsere Maschine ist ja schon in Düsseldorf gelandet... Wir haben uns um einen Tag vertan... Wir haben ja den Zeitunterschied nicht mitgerechnet... Auf den Flugtickets war ja die deutsche Zeit... Jo...
Befor wir uns selbst gefragt haben, was daraus wird, haben sie uns, ohne groß zu diskutieren, einfach in die Liste aufgenommen und uns ganze vier noch vorhandene Plätze zugewiesen. Fertig. Die Erleichterung muss man sich vorstellen!

Aber davon wussten wir noch gar nichts,
und badeten in aller Ruhe am Südstrand in der Nähe des Flughafens.
Es war ein wenig windig, aber sonnig genug, um einen letzten unerwarteten Sonnenbrand zu bekommen... Johanna wollte nicht so sehr ins Wasser und spielte im Sand.
Nur manchmal konnte man das Wasser nicht vermeiden. Bitte merken: weit im Hintergrund ist ein Steg zu sehen...
Nachdem man uns dann so problemlos eingecheckt hat, waren wir damit beschäftigt, Johanna vor dem langen Flug noch richtig austobben zu lassen - hier auf dem Zwischenstreifen des Laufbandes,
die dort ganz schön lang sind - man wird schon einiges an Bewegung abbekommen können...
Nun ist der Urlaub endgültig vorbei... Wir fliegen... Wenn man das Bild vergrössert, sieht man von oben einen dunlken Streifen - den Steg, den man am Strand so deutlich sah...
Johannas Schuhe sehen ziemlich mitgenommen aus: die bekrabelte mit denen alle möglichen Regione - Dead Valley und Rocky Mountains, beide bekannten Canyons, viele Hallen in Las Vegas, saubere Straßen der Salt Lake City, den Strand am Tahoe See, die Golden Gate Brücke in San Francisco und den Hollywood Boulevard in LA. Diese Schuhe kommen noch in ihre Babykiste mit.

Ich versuche, unsere Reise in den nächsten Tagen nach und nach zu notieren. Die Bilder der ersten vier Tage sind leider beim Laden auf das alte mitgenommene Notebook verloren gegangen, da war unser ganzer Las Vegas -Aufenthalt dabei. Da kann man nichts machen - außer ich finde einen Weg, mir ein paar Bilder aus dem Netzt "zu leihen" (zu klauen?)...

Johanna hat die Reise gut überstanden. Wir müssen uns zugestehen, dass wir uns und die Entfernungen nicht richtig eingeschätzt haben. Unser PDA ist uns in Wien geklaut worden, so hatten wir keine Navigationsmöglichkeit und mussten uns nur mit ADAC Karten zurecht finden. So verbrachten wir öfter viel mehr Zeit als geplant im Auto - zu keiner großen Begeisterung von Johanna... Sie hat auch die Klimaanlagen gut überstanden, das neue Essen und Wasser haben ihr nichts ausgemacht... Sie hat nach unserem "erwachsenen" Tagesplan mitgelebt und war immer dabei.
Allerdings hat sie auch angefangen, sich mit Schreien durchzusetzen, was auf unsere Umgebung oft eine unangenehme Wirkung hatte... Auch fing sie an zu kneifen und sogar zu beißen, was mir überhaupt fremd vorkommt, da keines meiner anderen Kinder dies tat... Wir wissen leider nicht, ob es bei ihr etwas "hängen" bleibt, wenn wir sie dafür bestrafen...

Donnerstag, 14. August 2008

Ein Tag in Hollywood

Nach dem Abend, an dem wir ganz erfolglos einen Parkplatz am Hollywood Boulevard gesucht haben, haben wir uns kurzerhand entschieden, mit Metro dorthin zu fahren. Es kam mir leider nicht komisch vor, dass die Hotelangestellte KEINE Angaben zu den Fahrten, Linien etc. machen können... Schade, ich hätte früher schalten müssen... spätestens bei ihrer Bemerkung, dass sie persönlich NIE damit fährt...
Als wir die Station endlich gefunden haben, haben wir feststellen müssen, dass wir uns hier unter sehr armen und manchmal nicht besonders positiv gestimmten Menschen befanden... Wir fielen so auf, dass der Lokomotivführer, der Lokomotivführer eines Zuges seinen Zug angehalten hat und uns erklären wollte, wie und welche Karten man kauft... Blinde aufdringliche Bettler, Kinder, die etwas verkaufen, ärmliche heruntergekommene Häuser an den beiden Seiten der Bahn - das alles haben wir in 40 Minuten voll abbekommen...
Wir waren froh, endlich die U-bahn verlassen zu können. Wir sind auf der ersten Station am Hollywood Boulevard ausgestiegen und wollten bis zum Ende zu Fuß alles entdecken.
Als eine schmutzige, ungepflegte Straße fängt der Walk Of Fame an... Oben am Berghang sehen wir schon den berühmten Schriftzug, aber das macht alles nicht schöner hier...
Der Geruch aus der kleinen Bäckerei zieht jeden an... was sind das für Buchstaben? ich kenne sie doch irgendwoher!
Ja natürlich, armenisch! Freundliche Verkäuferin und die beiden Bäcker sprechen armenisch und russisch, wir unterhalten uns...
Uns es ist ganz egal, das der kleine Tisch draußen seht alt und unbequem ist - wir essen dort.
Der halbrunde Fladen ist mit einer würzigen Fleischfüllung - Tschebureck, die dreieckigen sind mit einer Käsefüllung - den Namen habe ich auch in meiner Kindheit nicht gekannt, aber der geschmack stimmt... Es ist alles so lecker, dass die Kinder ganz viel davon essen.
ein ganze Straßenzug danach ist voll mir armenischen und russischen Geschäften, eine autowerkstatt heisst "Small Armenia"

Wir gehen weiter. Eine ziemlich heruntergekommene Straße ist die Walk of Fame immer noch...
Nach dem Thai-Viertel sehen wir die ersten Sterne. Ihre namensgeber sind schon tot, sonst wären sie nicht besonders glücklich gewesen, wenn sie den ganzen Dreck hier sehen würden...

Auch die beiden Herren haben hier ihre Sterne.

Vor diesem Stern blieben wir stehen. Weiß der Namensgeber, was für ein fragwürdiger Laden hier ist, vor dem sein Name mit allen möglichen Füßen getreten wird?...
Auch dieser Stern hat insere Aufmerksamkeit.
Es wird langsam gepflegter und stillvoller.
Viele Staßenshows sorgen für gute Stimmung und lassen einige Dollar den Besitzer wechseln.
Wie auch lebendige Filmfiguren...
Dieses Gebäude, habe ich mir sagen lassen, hat für eine gewisse Aufwertung der Srtaße gesorgt.
Der Eingang lädt im Alltag zum teuren Einkaufen ein,
Zur Oskarverleihung soll er dann so aussehen. Das werde ich bei der nächsten Verleihung genauer beobachten.
Wir alle sind k.o. Johanna geht es blendend, sie will überrall hin.
Neben dem Kodaktheater, wo amerikanische Moral plötzlich ein wenig nachlässt, liegen die Berühmten - bereits verstorbene und noch lebende - in Betonplatten eingeprägt.



Mancher Fußabdruck ist so klein und fein, dass die Frauen sich trauen, ihre Füße mit denen der Sterne zu messen. Aber bei Donald Duck kann man ruhig hineintreten... Die Werbung für Obama, eine Polizeikontrolle, und Sterne, Sterne ohne Ende. Auch Ronald Reagan ist dabei...
Einge Geschäfte ziehen viele Blicke an die Schaufenster. Einige sind grenzwertig, auch für diese großzügige Gegend...
Im Wagon der U-Bahn geht es Johanna super gut, obwohl wir schon wieder total spät sind.
Als wir an unserem Parkplarz waren, beobachteten wir folgendes Geschehen: ein Polizeihubschrauber mit Scheinwerfern kreiste an der Straße und suchte jemanden.
Wie in einem Film...

Montag, 11. August 2008

San Francisco in 24 Stunden

Für eine solche Stadt bräuchte man einfach mehr Zeit, als wir hatten.
Wir haben aber schon eine Nacht Fahrt durch die Wüste hinter uns, wir haben zwischendurch im Auto geschlafen, am Tahoe See gefrühstückt, und kommen erst am Nachmittag in San Francisco an.
Da wir vom Osten kommen, sehen wir die ersten Bauten der Stadt und den Osthafen von der Ostbrücke über die Bucht. "Eintritt" in die Stadt müssen wir bezahlen.
Wir entscheiden uns, zum Fisher Wharf zu fahren und dort uns erstmal umzuschauen. Wir alle brauchen eine Pause, Johanna braucht Bewegung. So bleiben wir eine Weile im Park am Fisher Wharf sitzen.
Johanna freut sich. Unser letztes aus Deutschland mitgebrachtes Gläschen wird aufgegessen, ab sofort müssen wir eine Alternative finden.
Auf dem Bild hat Johanna rote Bäckchen - es war windig und kalt, danach bekam sie noch Schnupfen, sodass wir dachten: nun ist es soweit, jetzt wird sie krank! Schnell auf die Hotel-Suche, schnell in die warme Badewanne! Ein Hotel fanden wir im Norden, dafür mussten wir die Golden-Gate-Brücke überqueren und machten uns das Bild, wie es sich anfühlt, wenn man auf einer solchen Höhe fährt...

Am nächsten Morgen mit einer nicht erkrankten Johanna wollten wir erst die Gegend sehen, die zum Norden von SF liegt und die für ihre Weinberge und fruchtbaren Boden bekannt ist. Wir fuhren an der Küste entlang.
Die erste Möglichkeit, den Ozean zu sehen, haben wir sofort genutzt.
So war meine und Johannas erste Begegnung mit dem Atlantik. Wir standen in der Wolke und versuchten, das Wasser unten zu erahnen...
Die ersten Gehversuche mit Papa und Maria an der Hand.
Wir verstehen, dass wir so unendlich weit fahren können, aber das Wetter wird uns heute nicht erlauben, viel zu sehen. So fahren wir lieber zurück, nach Süden, nach SF zurück, und entdecken die Brücke, diesmal zu Fuß.
Da, hinter dem Hügel, fängt sie an.
Auf einer kleinen Mauer machen wir Stop und schauen uns nochmal um. Bitte den Felsen hinter Johanna zu merken.
Nun stehen wir oben auf der Brücke. Hinter dem Schiff, da, wo ein Wolkenschleier liegt, muss eigentlich die Stadt sein, eine Reihe Wolkenkratzer... Nichts ist zu sehen, auch für die Besucher, die hier mit Ferngläsern ausgerüstet stehen...
Maria wollte immer schon wissen, wie sich die Wolken anfühlen - es ist jetzt möglich, eine sogar anzufassen... Vor vielen Jahren, habe ich mir sagen lassen, war Sir Francis Drake hier mit seinen Schiffen unterwegs. Die Wolken und der Nebel waren an dem Tag so dicht, dass er die riesige Bucht einfach übersehen hat. Also hat die Stadt später zwar den Namen SF bekommen, aber nicht zu Ehren von Sir Francis...
Plötzlich haben wir etwas Glück, und die Bucht ist doch zu sehen. Rechts ist die Stadt, ein weißer Streifen links - das berühmte Gefängnis Alcatraz.
Als wir wieder zurück gingen, beobachteten wir am kleinen Felsen in der Bucht einige Seehunde, die sich dort wie selbstverständlich bewegten - unsere erste Begegnung mit solchen Tieren außerhalb eines Zoos...
Die Brücke wird kontrolliert... jemand hatte Pech, die Geschwindigkeitsbegrenzung zu missachten... Einen Polizeiwagen wollten wir schon immer aus der nächsten Nähe betrachten - so tun wir nun, als ob wir Johanna fotografieren wollen... Im Wagen zwischen dem Fahrer- und Beifahrersitzen ist eine automatische Waffe eingebaut, sieht ernst aus. Der Polizist, der alleine alles regelt, ist auch schwer bewaffnet...
Wir wollen aus diesem Wind weg, wir gehen in die Stadt, um noch etwas Schönes zu sehen. Dieses Straßenbild von SF mit hügeliger Landschaft ist vielen aus den Dokumentationen bekannt. An der Geary Str. sehen wir viele Geschäfte, auf denen russische Werbung hängt.
Die Straße bringt uns auch zu einer besonderen Sehenswürdigkeit des SF - zum historischen Teil der Stadt.
Dort sehen wir die angesagten fünf bemalte Häuser - mit einem tollen Hintergrund einer modernen Stadt. Viele Menschen sitzen hier, schauen sich die Häuser an, essen und trinken dabei - verbringen beim Beonachten so ihre Freizeit... Ich frage mich nur, ob die Bewohner der Häuser so viele Augen auch toll finden (ob es die Bewohner noch gibt?)
Johanna fand es toll, auf dem Rasen zu spielen und zu krabbeln.
Wir könnten hier auch länger sitzen...
Wir alle wollten nicht weg. Kein Autofahren, kein Im-Auto-Sitzen, kein Straßensuche-Stress.
Alle Hunde - da war eine Menge davon - fand Johanna toll und wollte sie streicheln. Dieser Hund hat ihre Aufmerksamkeit solange ertragen bis sie sich drauf setzen wollte.
Wie soll ich nur nicht versuchen, meine Familie hier eine Pause machen zu lassen? Natürlich tue ich das, ich finde hier sogar dunkles Brot und
leckere gefüllte Fladen - links Pirog mit Pilzen russischer Art, rechts Tschebureck mit Fleischfüllug georgischer art... jo, so friedlich liegen sie hier auf dem Strand und warten darauf, von uns gegessen zu werden, und haben keine Ahnung, was da in Georgien im Moment passiert. Sie riechen so attraktiv, dass wir sie ziemlich momentan verputzen - Johanna macht gern mit.

An diesem Strand im Süden liegt die Stadtgrenze SF, wir fangen mit unserer Reise zurück nach LA an. Wir haben leider dem China-Town keinen Besuch erstattet, wie wir wollten, wir waren nicht auf dem Russian Hill, wir fuhren nicht auf der Moscow-Road und überquerten nicht den Russian River und besichtigten nicht die Ruinen vom Fort Ross...
Eine Liebesgeschichte, sollte sie nicht traurig enden, hätte vielleicht dafür gesorgt, dass man hier in SF immer noch russich sprechen würde - so wie Spanisch überall gesprochen wird... Noch vor dem Napoleonkrieg versuchte ein junger russischer Marineoffizier hier in SF Vorräte zu bekommen und Gespräche über die Gründung einer russischen Festung zu führen. Beides hat er bekommen, dazu noch das Herz der Tochter des spanischen Gouverneurs Concepcion. Die Verlobung fand statt, nur nach einem Jahr kam der junge Offizier Nikolaj Resanov nicht zurück - er starb plötzlich bei der Ankunft in Rußland, und es gab kein Mittel, die Nachricht von seinem Tode zu überbringen. Sie wartete lebenslang. Und nun spricht man trotzdem hier russisch, auch wenn es nur in den russischen Geschäften so ist. Die Welt hat sich verändert, in den unzähligen Touristengruppen hört man Moskaudialekt, Leningraderaussprache, judische Art des Redens aus Odessa oder so...

Nicht nur hier in SF - am Grand Canyon, neben dem Mormonen-Tempel und in den Hallen in Las Vegas. Komisch, dass Obama in seiner Rede in Berlin sechs Mal das Wort "Kommunismus" eingesetzt hat...