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Sonntag, 8. Januar 2012

In einer lauten Halle...

Das Wetter ist schlecht. Ein Orkan nach dem anderen, so vergehen schon die ganzen Wochen. Ein kurzer Spaziergang im Freien ist kaum möglich, ein Spaziergang zum Spielplatz macht keinen Sinn. Es bleibt uns nur der Indoor-Spielplatz. Die Halle ist wenige Minuten Fahrt von uns entfernt, wir sind schon bekannte Gäste. Auf die glorreiche Idee, die Kinder hier spielen zu lassen, kommen auch andere zahlreiche Eltern. Es ist sehr laut und voll, aber es ist trocken und hell. Und Johanna geht es hier super gut. Sie verschwindet und kommt nur, wenn sie etwas möchte – so kann die Mama ein wenig arbeiten oder kleine Schriftstücke verfassen, ohne zu warten, dass das Kind endlich im Bett ist.

Wir Eltern arbeiten momentan viel. Zugegeben, viel zu viel. Das Hotel, eine große wirtschaftliche Einheit, will verwaltet werden und soll ja auch funktionieren. Und wir Eltern wollen ja nicht unsere Berufe aufgeben, auf jeden Fall noch nicht. Deshalb ist eine klare Organisation von Zeiten und Prozessen angesagt, eine große Disziplin ist erforderlich, um die Tage zu bestehen. Wir hoffen, dass es mit der Zeit weniger und einfacher wird.

Johanna ist immer – oder oft - dabei, was die Sache keinesfalls leichter macht. Sie ist bis 14:00 im KiGa. Andere berufstätige Mütter bekommen eine Verlängerung des KiGa-Aufenthaltes mit einem Antrag an die KiGa-Leitung, der KiGa hat sogar einen Spätdienst, auch nach 16:00 Uhr. Uns ist eine solche Verlängerung nicht gestattet worden. Johanna gilt ja als I-Kind und unterliegt einer anderen Regelung. Ihre Zeit durfte nicht verlängert werden. Erst haben wir das hingenommen und kämpfen uns durch die Tage und Wochen, ziemlich alleine. Mit der Zeit wächst aber eine gewisse Unzufriedenheit in mir: warum werden wir, mit Johanna zusammen, so diskriminiert? Nie habe ich Leistungen der Pflegekasse in Anspruch genommen. Eine große Summe hat sich im Jahr angesammelt. Soll ich nun wirklich einen Pflegedient in Anspruch nehmen und die ganze Summe „auf den Kopf hauen“? Und zwar genau in den Zeiten, die als „normale“ KiGa-Zeiten gelten: von 14:00 bis 16:00 Uhr? Wenn es nun nicht mit der Erziehung unter und mit Gleichaltrigen geht, dann wird das wohl eine„1-zu-1-Betreuung“ sein… aber leider schön teuer… ich hätte gern alles anders gehabt…

Johannas Entwicklung, die sich von einer zu anderen Trotzphase bewegt, lässt uns zumindest momentan keine großen Sorgen aufkommen, dass sie an unserer intensiven Arbeit außerhalb der Familie leidet. Die Pflegeberaterin der Krankenkasse, die uns halbjährlich aufsucht, fand, dass Johanna enorme Fortschritte gemacht hat. Das hören wir von unseren Freunden, Nachbarn, Therapeuten… Johanna spricht viel und gern, sie erzählt kleine Geschichten, die man immer besser verstehen kann. Sie reflektiert über Ereignisse, sie hat ein gutes Namensgedächtnis, sie beherrscht alle in ihrem Alter notwendigen „Höflichkeitsaussagen “ und setzt sie gezielt und passend ein. „Auf Wiedersehen!“, „Danke, dass du geholfen hast“, „Bis bald!“, „Viel Spaß!“, „Hallo, ich bin das!“, „Bitte schön!“, „Kannst Du helfen?“ etc.

Sie kommt mit vielen technischen Neuanschaffungen klar. Sie ist der größte iPadFan, im WLan-Bereich ist sie in wenigen Minuten im Internet, sie surft sich ihre kleinen You-Tube-Filmchen zurecht, kann sich eine CD/DVD starten, mithilfe der Hotel-Telefonanlage kann sie sich mit ihren lieben Menschen „verbinden“… Einiges gefällt uns, Einiges gefällt uns in dieser multimedialen Welt eher weniger – aber wenn sie mich im Hotel anruft: „Mama, ich habe schon wieder Quatsch gemacht!“- und berichtet, dass sie sich eingeschlossen hat, mit Feuer gespielt hat, sich abgeschnallt hat, sich im Baumarkt versteckt hat, weiß ich, dass der Papa es nicht leicht hatte und trotzdem nicht ganz unglücklich war :-)

In Johannas Zahlenwelt ist die Zahl „2“ seit einigen Monaten bereits dabei. Ich berichtete, dass sie fehlte. Ich verpasste den Moment, als sie plötzlich da war. Sonst kann Johanna bis 20 zählen – wörtlich (ich glaube nicht, dass sie alle diese Zahlen ab 11 wirklich erfassen kann), bis 8, wenn sie konkrete Gegenstände Reihe nach zählt, und bis 5 Gegenstände kann sie visuell erfassen und dann die Zahl nennen.

Johanna kennt einige Buchstaben und ihre Position auf der Tastatur, das „Schreiben“, wenn sie mit dem Stift versucht, ist eher eine Reihe von Zacken, die Ausprägung einzelner Buchstaben ist noch eine ferne Zukunft.

Nun zu unserer momentanen Situation – ich meine die letzten 15 Minuten… Die Ondoor-Halle ist voll. Im Cafe-Bereich um mich herum sitzen Dutzende von Müttern. In meiner Ecke habe ich keinesfalls ihr Interesse erweckt. Eben war Johanna bei mir. Sie wollte etwas trinken, dann erzählte sie, wo sie war, und bat mich, mit ihr zusammen zu rutschen. Das habe ich dann auch 3 Mal gemacht. Als ich zurück zu meinem Stuhl ging, bemerkte ich mehrere verstohlene Blicke. Plötzlich musterten mich die Damen… mich, die „behinderte“ Mutter… diese Blicke kenne ich schon und bin bereits abgehärtet. Nun muss ich hier sitzen und noch einige Minuten das ertragen – bis ein weiteres „spannendes“ Objekt gefunden wird…

Mein Kind ist in dieser Zeit glücklich und ausgelastet

und es wird mir ein relativ langer freier Abend versprochen.

Dienstag, 6. September 2011

Pronomen, Präpositionen, Fälle und unbestimmte Artikel...

Johanna möchte am Abend noch ein Brot essen. Mit Schinken. Johanna und ich sind in der Küche, ich gebe ihr eine Scheibe Brot und belege sie. Sie sagt: "Für Maria auch!". Gut, es kommt noch eine Scheibe auf Johannas Teller.

Johanna bringt den Teller ins große Zimmer.
Maria, schau nur! Eine Scheibe für mich und eine Scheibe für mich!
Was kann man da noch sprachlich bemängeln?

Sonntag, 14. August 2011

Was macht man an einem verregneten Sonntag...


Wir wollten unsere Teppiche reinigen - sie haben im letzten Winter zuviel Baustaub abbekommen. Johanna wollte helfen - und zog sich selbständig an, - die Sachen, die sie für passend hielt :-)
Mit ein wenig Shampoo haben wir Berge vom Schaum erzeugt.Johanna fand das toll, mit dem Schlauch spritzen zu dürfen.
Danach gab es einen ruhigeren Nachmittag mit Kochen und Lesen - die große helferin natürlich dabei. Ich habe Johanna die Schürze zugebunden.
Danke, Mama, Du geholfen hast!
Die Konjunktion fehlt im Satz zwar, aber ist das bei DIESEM Satz wichtig?

Montag, 8. August 2011

Schularbeiten...

Johanna will nicht zum Essesn kommen. Sie sitzt in ihrem Zimmer.
- Johanna, was machst Du denn?
- Schularbeiten!
- Wollen wir lieber nach unten gehen? Alle warten ja!
- Aber erst fertig machen!Keines unserer Kinder war so eifrig bei dem Einstig in die Schularbeiten. Werden wir für Johanna eine Schule finden, in der sie wirklich Hausaufgaben bekommt? Diese ganzen behinderten-angehauchten Einrichtungen machen es ja sich und den Kindern einfach: es gibt keine Hausaufgaben...

Maria erzählt von dem Frankreich-Aufenthalt einer Freundin. Die Fahrt nach Paris wird erwähnt. Paris?- sagt Johanna. - Ich auch nach Paris fahren!... - Johanna, woher kennst Du denn Paris? - Da sind Katzen, cats, Aristocats! Ja! In Paris!
Das stimmt.


Freitag, 5. August 2011

Sommer-Kindergarten

ist heute beendet... Johanna verbrachte zwei wunderbare Wochen mit vielen Sommeraktivitäten. Es wurde zusammen gekocht, gebastelt, gematscht, gebacken...Johanna genoss ihre Gesellschaft dort, und wir genossen die (Arbeits)Zeit ohne Johanna...
Sie redet und redet und redet... wo hat sie das alles her?
Ja, das mag ich gern!
Nein, ich möchte nicht!
Nein, habe ich schon!
Alter, es nervt!
Gut geschlafen?
Mama, geh´ vor!
Bin glücklich!

Heute, mit Verspätung von zwei Jahren, kam die erste Frage "Warum?"
-Johanna, das Wasser in der Dusche ist noch kalt, warte, es wird gleich wärmer!
- Hm. Aber warum denn?

Dienstag, 12. Juli 2011

Brummbärs Erbe...

Vor 10 Jahren war Maria in einer Trotzphase. Eine kurze Fahrt mit dem Bus war schon eine Herausforderung.
Ich bat sie, nicht herumzuhampeln.
Das 3,5-jährige Kind sprach laut und deutlich aus: Du bist eine Frau! Und alle Frauen sind böse!
Wer Disneys Schneewittchen kennt, weiß, wann, von wem und in welchem Zusammenhang dieser Satz gesagt wird.

Man braucht nicht drei Mal zu raten, wohin wohl die ganzen Passagiere geschaut haben - in den Blicken viele Fragen, u.a. nach dem gestörten Verhältnis Mutter- Tochter etwa? Na super...

Nun ist es Johannas Zeit, das Märchen vom Schneewittchen für sich zu entdecken. An Trotzphasen mangelt es bei uns nicht. Wir bekamen den Film ausgeliehen und Johanna wurde verpflichtet, sich den Film vor der Aufführung im Kindergarten anzuschauen. Das hat sie gemacht. Drei Mal in einer Woche.

Ich bringe Johanna ins Bett. Sie hampelt und will trinken, spielen, Buch lesen... Ich versuche, ihre soziale Ader zu treffen: Johanna, ich bin heute sooooo müde, ich muss nun endlich auch eine Pause machen können...!
Johanna, mein 4,5-jähriges Kind, schaut mich an.
- Weiber!



...Nun hat man was davon...

Samstag, 9. Juli 2011

Johannas Status zum heutigen Tag...

02.05.2011

Einige kleine Momente zeigen, was Johanna wirklich wahrnimmt und was sie schon kann...

Johanna ist wach und kommt nach unten. Papa ist schon länger wach, er hat seinen Helm in der Hand. Johanna sagt: "Ich auch Brötchen holen!" - sie ordnet Papas Vorhaben zu.

Sie ist bereit, sich ganz schnell umzuziehen, um mitzufahren. Es ist kalt, und die Fahrt mit dem Roller fällt aus - Johanna hat heute morgen leider ein dickes rotes tränendes Auge. Sie will trotzdem mit, sie möchte einen Keks bekommen (es gibt noch Bäckereien mit einem umsonst-Keks für den jungen Kunden). Leider sagt sie in der Bäckerei ganz laut und fordernd, dass sie einen Keks will. Und bekommt keinen. :-(

Als Papa mit ihr zum Auto geht, sagt sie plötzlich "andere Seite!" und zieht ihn dorthin. Der Papa hat übersehen, dass der Kindersitz woanders ist.

Es muss entschieden werden, wie man heute dem Auge helfen kann... Natürlich gibt es einen Notdienst... Wir versuchen erst mit einer klassischen Spülung: mit dem frischen Schwarztee. Es hilft ein wenig, wir warten ab. Am Nachmittag wird alles nur schlimmer, wir müssen zum Arzt. Zum Augenarzt? - fragt Johanna.

Die Praxis liegt in einem anderen Stadtteil. Man spricht auch türkisch... Es gibt kein Spielzeug im Sprechzimmer. Johanna fragt: " Mama? Buch? Buch vorlesen?" Nein, Bücher gibt es auch nicht... Johanna benimmt sich bei der Untersuchung vorbildlich, hält ihr Tshirt hoch, als die Lunge angehorcht wird. Wir bekommen ein Rezept und müssen in einer Notapotheke (schon wieder in einem andern Stadtteil) die Augentropfen holen. Als ich Johanna ins Auto packen möchte, ruft sie laut: "Mama! Nicht fahren! Da! Da! Apotheke!" Ich drehe mich um - tatsächlich, auf der anderen Straßenseite steht eine "A" für Apothekenparkplatz. Ich habe sie gelobt, dass sie richtig erkannt hat - aber fahren mussten wir trotzdem...

Nachdem die Operation "Keks" am Morgen gescheitert war, wollte Johanna diesmal nichts dem Zufall überlasssen. Sie wollte an der Apotheke aussteigen und war bereit, mit mir vorbildlichst an der Hand über die Straße zu gehen. Sie wollte unbedingt das Rezept selber ins Fenster reichen und sagte "Bitte!" . Sie war für dieses vorbildliche Benehmen reich belohnt. Leider war der Weg nach hause viel zu lang, die Schwester bekam nichts ab...

Zwei Mal am heutigen Tag ging Johanna alleine in die Toilette, schloß sich dort ein (man hofft ja immer, dass sie auch aufschließen kann) und rief nach uns, als sie Hilfe beim Anziehen brauchte. Sonst geht es mit unserer Sauberkeitserziehung eher holprig...

Am Nachmittag hat Johanna eine Idee. "Mama? Fahrrad! Fahrrad fahren! Stadt fahren! Sitzen. (zeigt, wie sie im Kindersitz hinter mir sitzen würde). Fahrad stellen. Zack! Abschließen! Dann... Dann... Eiscafe... Ein Schälchen! Vanilleeis! Papa auch! Maria auch! Alle fahren!" Tja, leider mit einem solchen roten Auge und daraus resultierenden Schnupfen will ich mit ihr gar nicht in den windigen Nachmittag hinaus... Ich muss sie erstmal vertrösten... Das rote Auge bleibt. Mit viel Gewalt leider müssen wir die Tropfen geben. Aber im Moment geht es bei alles Dingen so: ob Kämmen, ob Fönen, ob Haare schneiden...

Am Abend, bei einem Spaziergang "um den Pudding", ist sie plötzlich verschwunden. Ohne sich etwas dabei zu denken, ist sie durch das halboffene Tor eines Gartens gegangen - und verschwand hinter den Büschen... Jo... Papa musste Johanna "festnehmen" und erklärte ihr, dass alle Grundstücke GRENZEN haben. Er zeigte ihr einige Vorgärten, bei denen die Grenze gut sichtbar war. Auf Papas Schultern ging es weiter. Johanna schaute immer nach unten. Sie zeigte auf die Pflastersteine: Papa? Da Grenze? Da auch?

Gute Besserung, rotes Auge!

Freitag, 1. Juli 2011

Und viele Zwerge...

Das Thema "Märchen" wird aktuell im KiGa behandelt. Letzte Woche war Johannas Gruppe im Märchenwald bei Osnabrück, davor wurden viele Märchen gelesen und erzählt... Johannas Märchen-Kenntnisse mit ihren 4,5 Jahren waren nicht besonders umfangreich. Noch vor Kurzem hörte sie nicht lange zu, wenn man ihr etwas vorgelesen hat. Wie wird man all die Märchen wissen können, wenn man nicht zuhört?...
Das änderte sich vor einigen Wochen. Ihre Aufmerksamkeit hat deutlich zugenommen, sie konnte sich länger konzentrieren. Wir ergriffen die Chanse und versuchten, im Schnellverfahren das deutsche Märchengut in sie hinein zu stopfen. Sie wurde in jeder freien Minute mit Märchen "bestrahlt".
Nun kennt sie den gestiefelten Kater, Dornröschen, Schneewittchen, Schneeweißchen und Rottkäppchen.

Die Gruppe von Johanna wird nächste Woche das Märchen vom Schneewittchen aufführen und es wird fleißig geprobt. Johanna hat uns nichts davon erzählt.

Dann wollten wir doch etwas erfahren. Nun wissen wir, dass Johanna einen Zwerg spielt, einige Namen der Kinder mit der "Zwergenrolle" und die böse Königin hat sie genannt. "Spieglein, Spieglein an der Wand" hat sie uns auch vorgetragen.

Heute habe ich im KiGa gefragt, ob ihre Angaben richtig sind.
Ja, sie sind richtig.
Johanna hat das Wichtigste mitbekommen.

Und es sind tatsächlich VIELE Zwerge.

Donnerstag, 30. Juni 2011

Selber überlegt...

Heute verabschiedete sich Johanna von ihrer Betreuung, bei der sie die Donnerstage verbracht hat während Mama in der Konferenz saß.
Nach dem KiGa zeigte ich Johanna, was ich als Abschiedsgeschenk vorbereitet habe. Wir waren uns einig, dass wir es erst am Abend zusammen überreichen, wenn ich Johanna abhole.

Am Abend versteckte ich das Mitgebrachte unter der Jacke und zeigte es Johanna.
Ganz selbstbewusst nahm sie es in die Hand und ging auf die Dame zu.
- Frau XXX! Hier! Ein Geschenk. Für Dich!
Ich habe mit ihr nichts eingeübt, das hat sie eben spontan ausgesprochen...
Na, vernünftig genug?

Mittwoch, 29. Juni 2011

Wenn sie mal sprechen wird...

Das dachten wir früher... oder, ehrlicher gesagt, OB sie mal sprechen wird...

Nun spricht sie.

Nun kann man den alten, nie zu Ende ausgesprochenen Satz aufschreiben:
Wenn sie mal sprechen wird, wird das dann auch etwas Vernünftiges sein?

Johanna bekommt an diesem sehr warmen Morgen ein Tshirt angezogen - das gute Stück wartete schon lange im Schrank, endlich die Welt zu sehen. Vorne eine hübsche Pailletten-Stickerei. Sie kratzt ein wenig. Der Papa ist schon längst in seinem Arbeitszimmer.
- Johanna, willst Du Dein Tshirt Papa zeigen?

Johanna geht hin und sagt: "Papa! Schau nur! Hier (zeigt auf den Bauch, wo es gerade kratzt)! ein Krokodil! (die Stickerei ist kein Krokodil, das sind Blätter und Kirschen, alles knallgrün und knallrot) Oder.. hmmm... Das heisst Drache! Mulans Drache!"

Nun fragen wir uns: ist das Ausgesprochene vernünftig genug?

Sonntag, 22. Mai 2011

Ich backe dann mal...

mit etwas Zeitungspapier, Tapetenkleber und Toilettenpapier...
03.04.2011

Ich weiß noch nicht, was es wird, aber wir brauchen viele "Spielbrötchen".Johanna sprach so gut aus, welche Brötchen sie möchte, sie hat beim Kaufen-Verkaufen-Spiel ganz kompetent gehandelt, man muss das dringend weiter unterstützen.

Es regnet schon wieder...

und keiner hat Lust, nach draußen zu gehen... Aber Johanna will raus. Ich muss wohl mit.
Wir warten ab, bis es einigermaßen trocken ist, und fahren in die Stadt.

03.04.11

In der Stadt sind wir nicht angekommen, wir sind hier hängen geblieben: ein Spielplatz, auf den wir immer nur schauen, wenn wir vorbei fahren. Aber heute haben wir eigentlich gar kein Ziel, wir können einen Stopp eingelen.

Vor einigen Tag erzählte mir jemand aus der Erfahrung mit einem 13-Jährigen mit DS. "Er konnte nicht auf die Hängebrücke gehen, er kannte das nicht"... Es hat mir zu denken gegeben. Deshalb, als Johanna bat, hier zu bleiben, habe ich sofort eingewilligt. Johanna kletterte auf die Burg. Sie wollte auf die Rutsche, aber die Hängebrücke war auf dem weg dorthin. Sie versuchte erst ganz vorsichtig...und dann immer sicherer...

und schon hat sie stolz den Turm erreicht, aus dem sie rutschen konnte.
Wenn die Hose nass und schmutzig wird, spielt das keine Rolle: sie ist stolz auf sich und ich bin stolz auf sie, für den Rest gibt es eine Waschmaschine.
Danach fing es an, zu nieseln. Wir versteckten uns im kleinen Häuschen. Johanna fing ein Spiel an: sie sagte, sie sei "Thommy" (der nette Mensch, der uns morgens Brötchen verkauft) und ich solle bei ihr Brötchen kaufen. Es ging lange mit dem Spiel: ich habe verschiedene Brötchen bestellt oder gekauft, Johanna konnte "Mohn", "Meister" (Weltmeister) oder "Sesam" nennen... leider waren die Brötchen aus Sand und zerfielen. Das Geld war ja auch aus Sand, auch wenn Johanna ganz lustig "Euro" aussprach...
Ich habe mir vorgenommen, aus diesem Spiel mehr zu machen.

Samstag, 14. Mai 2011

Dinos

Johanna entdeckt die Welt der Dinosaurier, sie mag Bücher und kleine Plastikdinos. Ich habe mich gefreut, als ich für sie einen Disney-Zeichentrickilm fand. Leider kannte ich den Film nicht. Ohne Altersbeschränkung, hatten einige Episoden viel Ähnlichkeit mit Jurassik Park :-(
Meine Mädchen haben sich das wohl angeschaut...
Am Morgen wollen die beiden nicht aufstehen, sie wollen noch in den Federn bleiben.
Sie spielen Dinosaurier. Die Geräusche sind nun wirklich wie aus dem Jurassik Park... Maria ist ein Bösesaurus, Johanna ist ein Nettesaurus...
Als ich ins Zimmer komme, beschwert sich Johanna. Mama! Maria beißt mich!

Ich freue mich, dass Johanna ganz gute Sätze bereits bilden kann. Die Sätze sind meistens kurz, aber das Schema "Subjekt-Prädikat-Objekt" kommt immer wieder vor.

Nach dem Frühstück will Johanna Papa zum Postkasten begleiten. Papa! Warte mich!

Die Präpositionen sind leider nicht immer da, wir warten dann AUF sie...

Donnerstag, 5. Mai 2011

Partizipien

30.03.2011

sind eine tolle Sache: die deutsche Sprache setzt diese Verbform bei jeder Perfekt-Formbildung ein. Die Deutschen haben zwei Gruppen Partizipien, die Kinder fangen mit Part. Perf. an, Part. Präsens sind für ältere Jahre "reserviert"... seltene Kinder sagen etwas wie "brennende Kerzen", "schwebende Wolken" oder "grasende Kühe" :-))).
Johanna braucht für ihre Kommunikation Vergangenheitsformen und entdeckt die Welt der Partizipien. Und da sie noch kein Gefühl hat, welche Verben schwach und welche stark sind, versucht sie sich einfach in der Formbildung... im Moment sind bei ihr alle Verben eher schwach...
Mama! Alles g´trunkt!
Da! Vögel geflogt!
Tür geschließt!
Gegesst, geschlaft...
... aber auch richtige Formen sind dabei: gemacht, geträumt, geschubst, gespielt...

Unsere Labertasche

Am Frühstückstisch fingen Papa und Maria eine geistreiche Diskussion an - darüber, ab wann ein Nutella-Glas für leer erklärt wird und ein neues angebrochen wird. Ich muss früh aus dem Haus. Ich kann mich nicht zurückhalen und will natürlich auch mein Kommentar abgeben.
- Also Leute, ihr seid.....
Johanna wartet nicht, bis ich ein passendes Wort finde. Resolut beendet sie den Satz:
.... alle doof!
Na, da hat man schon den Salat...

Schon wieder wird gekleckert... Die Tischdecke ist ganz frisch!
- Mensch, das ist doch...
Johanna wartet wieder nicht... sie beendet:
... Sch-----!
Jo. Wo hat sie das bloß gehört????? ;-)

Nach dem Kindergarten erzählt sie: - Mama! Pfannekuchen! Viele! Mehr! Mit Apfelmus! Mehr! Lecker! Mama auch Pfannekuchen! Machen!

Ein Kind in der Gruppe hatte heute sein Geburtstagsfrühstück zum 6. Geburtstag. Gestern haben wir Johanna gezeigt, wie man "6" zeigt - fünf Finger und den Daumen. Heute Morgen fragen wir sie. Sie schüttelt die Hände, die Finger, aber das klappt nicht... Sie ist verärgert. Über sich selbst. Sie schaut auf ihre Hände und sagt laut: - Ganze Hand! (und streckt die Finger) und noch Daumen! (der Daumen wird "fixiert") Jetzt! Papa zeigen!

Papa ließt Johanna vom Einschlafen ein Buch vor. Heute hat sie die Weihnachtsgeschichte ausgesucht. Ich entlasse Papa und lese es auf Johannas Wunsch noch einmal. Auf einer Seite wird von Soldaten verkündet, dass alle in ihre Geburtsorte gehen sollen. Johanna zeigt auf das Bild.
- Sch-----!
- Johanna, das geht nicht!!!! Schon wieder ein schlechtes Wort!!!!! Ich will so nicht lesen!!!
- Da! Mama! Da! (zeigt auf den Speer des Soldaten) - Aua! Alle tot! Kind tot! Mann tot! Opa tot!

Das Vorlesen ist vorbei, Johanna muss schlafen, aber sie tut das nicht... Ich sitze am PC, sie sieht mich durch die Tür, sie liegt.... und schläft nicht.
- Trösten! Mama, trösten!
Ich gehe zu ihr. - Johanna, was hast Du?
- Ich nicht. Juana! (spanische Puppe) Juana weint! Maus ist g´storben! (die kleine Stoffmaus liegt auf dem Rücken auf Johannas Decke)...

Endlich bekamen wir heute Johannas Schuheinlagen. Sie bekam die Schuhe angezogen, lief über den Flur, sagte "gut" - und das war es dann mit dem Eingewöhnen. Sie zog mich am Ärmel und sagte "Gummibärchen"? Johanna, vielleicht gibt es noch ein kleines Tütchen zu Hause... "Nein, hier Gummibärchen!" Mensch, Johanna, keine Diskussionen, hier ist keine Apotheke! Was sehe ich da plötzlich? Durch den Flur kommt eine Mitarbeiterin und bringt einige Packungen Gummibärchen, für alle wartenden Kinder. Johannas Frage hat sie garantiert nicht gehört. Johanna bekommt auch ein Tütchen. Das konnte ich mir nicht denken, aber offensichtlich hat sie sich an den letzten Besuch hier erinnert und dass sie Gummibärchen hier schon bekam. Unser Besuch ist nun fast 16 Monate her...

Freitag, 25. März 2011

Eine kleine Helferin

habe ich im Garten...

Es gibt eine Menge zu tun - die Baustelle hat leider viel zu viele Spuren hinterlassen. Der Schnee fiel auf den ganzen Müll, er wurde nicht (mehr) gesehen, verteilte sich weiter... Nun musste ich alle Styropor-Reste und vor Allem kleine Krümmel aufsammeln...

Ich kann Hilfe gut gebrauchen... nur die Hilfe, die ich bekomme, ist ganz unterschiedlich - vom Mitdenken bis zum blödsten Quatsch...

Hier ist gerade eine "positive" Betätigung, es wird Kleinmüll gesammelt... wie lange nur?Auf dem Rasen sieht man Krokusse - das sind die Zwiebeln, die Johanna im vorletzten Herbst mit mir zusammen gepflanzt hat. Am heutigen Tag ohne Sonne öffnen sie sich nur gar nicht...

Es war kühl und die Mädchen wollten lieber ins Haus. Hier ist das Buch vom Bobo, dem Siebenschläfer. Wir haben das Buch seit drei jahren, aber immer wieder wird darin geblättert... Johanna kann bereits selber viel erzählen, alles ist einfach und für ihre Entwicklungsstufe gut geeignet. In jeder Geschichte schläft Bobo am Ende ein... Erst ließt Maria vor...

und dann schläft Maria, nach einer langen vollen Schulwoche ganz müde, ein...
Erst versucht Johanna, ihr etwas zu erzählen...
Und dann läßt sie das lieber und erzählt die Geschichte sich selbst...

Mittwoch, 23. März 2011

Eierstich...

Wir sprachen über verschiedene Rezepte, auch über die Hochzeitssuppe, die mit ihren Einlagen ziemlich aufwändig ist. Johanna hörte zu.
- Eierstich? Mag ich nicht! - sagte sie plötzlich.
Woher kennt sie das Wort?
Nun habe ich nachgefragt. Im KiGa wird ja so variabel gekocht, dass die Kinder auch Suppen mit Eierstich kosten dürfen. Leider ist die Suppe bei Johanna nicht so gut angekommen, dafür aber das WORT!

Dienstag, 22. März 2011

Wir machen...

- Wir machen alles ferig und dann ... und dann... Apfel essen und Lauras Stern gucken!
- Johanna, holen wir vielleicht die Äpfel und einen Teller zusammen?
- Vielleicht... (die Intonation ist umverfend :-))
- Na dann komm!
- Ich komm` ja schon!

Soweit ist Johanna mit ihrer Sprache. Nach ihrer Trotzphase, die ich schon nicht mal mit einer Nummer nennen kann, ist etwas Ruhe eingekehrt (komischerweise ziemlich plötzlich) und mit der Ruhe ist bei uns ein neuer Entwiucklungsschub mit-eingezogen. Diesmal geht es um eine gewisse Disziplin beim Gehen (z.B. über die Straße an der Hand, nicht die Hand ausreißen, rechts-links-schauen etc.) und eine neue Stufe in der Sprachentwicklung.

Filme, die sie schaut, begleitet sie mit Kommentaren wie "Baby weint", "Tobias Totz traurig", "Felix da", "Stein g`stolpert", "Kücken wegg`laufen", "Laura allein", "Mama Bogen v`gessen" - eigentlich so, dass ich nicht viel schlechtes Gewissen wegen des Fernsehkonsums bekomme.
Aktuelle Filme: König der Löwen 1,2, Tobias Totz und sein Löwe, Lars der kleine Eisbär, Lauras Stern (volle Palette), Magadaskar 1,2,3, Felix auf Australienreise. Nemo und Tarzan verweilen zurzeit im Regal...

Donnerstag, 17. März 2011

Kinder sind lustig!

Kinder sind lustig! Kindergarten Spaß gemacht!

Ich sehe Johanna Donnerstags nicht viel, aber dieser Satz sagt mir, dass es ihr gut geht.

Sonntag, 13. März 2011

Ich will auch Wurst!

Johanna hat so viel am Samstag Vormittag geschlafen, dass sie am späten Abend gar nicht einschlafen konnte. Ich nahm sie mit ins Wohnzimmer. Eigentlich hatte ich noch viel, viel zu tun... und nun bleibe ich stumpf vor dem Fernseher sitzen... irgendwann hat man einfach keine Energie mehr... Johanna schaut mit mir gern fern. Eine Werbung dazwischen. Würstchen im Plastikbecher.

Mama? Ich will auch Wurst! Wie im Film!


Man kann sich denken, wohin ich in der nächsten Sekunde gerannt bin.