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Montag, 27. Juni 2011

Kommandier-Phase

Johanna kommandiert alle herum. Sie fing an, ihre Oma herum zu kommandieren, nun testet sie, wie weit sie bei uns gehen kann. Auch beim Hinbringen in den KiGa versucht sie, ein Machtspielchen anzufangen. Leider fing sie auch an, wenn es etwas nicht passt oder wenn ihre Umgebung aus ihrer Sich nicht schnell oder nicht kooperativ genug war, die Menschen mit Zupfen, Schubsen, Ziehen etc. in Bewegung zu bringen. Immer wieder musste ich in den letzten ca. 2 Wochen dies resolut unterbinden.

Johanna sitzt, in ein Tuch nach einer Wasserschlacht eingewickelt, auf dem Sofa. Ich sitze neben ihr, es ist Nachrichten-Zeit. Johanna will plötzlich essen.
- Mama! Brot! Brot mit Schinken!
Ich bin innerlich bei den Nachrichten.
- Mama! Mama! Brot essen!
- Ja, ja, ich bringe dir gleich etwas aus der Küche... aber nicht jetzt!

Eine Weile bleibt Johanna sitzen, sie wartet, aber ihre Geduld reicht nicht.
- Mama! Ich mag nicht hauen! Mache ich nicht! Aber Brot!

Hm... was hat sie gemeint? Dass ich schätzen soll, dass sie wartet, aber soll nicht mit dem Warten Lassen übertreiben? Oder war das eine "erwachsene" Gewalt-Verzicht-Erklärung?

Sonntag, 22. Mai 2011

Es regnet schon wieder...

und keiner hat Lust, nach draußen zu gehen... Aber Johanna will raus. Ich muss wohl mit.
Wir warten ab, bis es einigermaßen trocken ist, und fahren in die Stadt.

03.04.11

In der Stadt sind wir nicht angekommen, wir sind hier hängen geblieben: ein Spielplatz, auf den wir immer nur schauen, wenn wir vorbei fahren. Aber heute haben wir eigentlich gar kein Ziel, wir können einen Stopp eingelen.

Vor einigen Tag erzählte mir jemand aus der Erfahrung mit einem 13-Jährigen mit DS. "Er konnte nicht auf die Hängebrücke gehen, er kannte das nicht"... Es hat mir zu denken gegeben. Deshalb, als Johanna bat, hier zu bleiben, habe ich sofort eingewilligt. Johanna kletterte auf die Burg. Sie wollte auf die Rutsche, aber die Hängebrücke war auf dem weg dorthin. Sie versuchte erst ganz vorsichtig...und dann immer sicherer...

und schon hat sie stolz den Turm erreicht, aus dem sie rutschen konnte.
Wenn die Hose nass und schmutzig wird, spielt das keine Rolle: sie ist stolz auf sich und ich bin stolz auf sie, für den Rest gibt es eine Waschmaschine.
Danach fing es an, zu nieseln. Wir versteckten uns im kleinen Häuschen. Johanna fing ein Spiel an: sie sagte, sie sei "Thommy" (der nette Mensch, der uns morgens Brötchen verkauft) und ich solle bei ihr Brötchen kaufen. Es ging lange mit dem Spiel: ich habe verschiedene Brötchen bestellt oder gekauft, Johanna konnte "Mohn", "Meister" (Weltmeister) oder "Sesam" nennen... leider waren die Brötchen aus Sand und zerfielen. Das Geld war ja auch aus Sand, auch wenn Johanna ganz lustig "Euro" aussprach...
Ich habe mir vorgenommen, aus diesem Spiel mehr zu machen.

Samstag, 5. Juni 2010

Im Vorgarten

Johanna will unbedingt draußen spielen. Sie entfernt sich bei ihren "Fahrten" immer weiter vom Haus, das ist mir nicht ganz recht - und den vorbeifahrenden Autos auch nicht.
Ich habe das Angebot: wir spielen ein "Kinderfrühstück" im Vorgarten. Sie kann auf ihrem Bobbycar natürlich mal fahren, aber sonst soll sie sich um ihre "Kinder" kümmern.
Sie geht in diesem Spiel immer auf, heute auch. Na, wer will ein Ei?
Jetzt bringt sie den "Kindern" bei, wie man "Danke" sagt.
Der kleine König möchte Kaffee trinken,
und zwar mit Milch und Zucker.
Im Topf wird "Brei" gemacht - das hat sie bestimmt aus einem Kinderbuch, bei uns aß sie nie Brei.
Diesen Brei hat sie wirklich für sich gekocht.
Und jetzt ist der Benjamin an der Reihe -was möchte er denn essen?
Diese ganze Kommunikation geschiet mit einfachen Mitteln, ich verstehe Johanna, was aber nicht heißt, dass es für alle anderen so ist. Trotzdem schafft sie es, sich mit mir und mit den "Kindern" zu unterhalten, ich darf mich auch hinsetzten, bekomme einen Kakao, werde erinnert, dass er heiß ist etc...
Danach wurde Johanna doch müde.

Unseren Abend haben wir mit einem späten Mittagessen bei einem Chinesen angefangen. Seit einigen Malen in diesem Bistro merke ich, dass Johanna, mit ihrem "östlichen" Gesicht, besondere Aufmerksamkeit der Mitarbeiter anzieht - und bekommt, was absolut wohl gemeint ist, eine Riesenportion Nudeln, die so nicht in der Karte steht und die sie ganr nicht aufessen kann. Da treffen sich die beiden Ur-Welten wieder aufeinander: ich als Mutter soll ja theoretisch dafür sorgen, dass alles ordentlich aufgegessen wird, "sonst denken die Gastgeber, dass es uns nicht gut geschmeckt hat", und die freundlichen Gastgeber packen etwas drauf, weil, "wenn alles aufgegessen wird, dann hat man nicht genug serviert, und man wollte ja dem Kind etwas besonders Gutes tun". Alles bleibt auf dem Gedankenebene, es wird nichts ausgesprochen, wir fühlen uns hier wohl, und das ist gut für Johanna.

Am frühen Abend im Garten hört sie oben einen Motor. "Papa?"

Am Abend beim Einschlafen, zählen wir alles auf, was wir gesehen, gemacht und erlebt haben. Johanna hat ein sehr intensives Leben.

Montag, 24. Mai 2010

Was für ein Morgen!

Es hat geregnet in der Nacht, es ist noch kühl und frisch. Nun sind nur zwei Frauen im Haus geblieben - und sie haben hoffnungslos verschlafen, der Papa hat sie aus dem bett heraustelefoniert...

Und wir sind schon wieder eingeladen, woanders zu frühstücken. Der Vorgarten sieht schön aus, Johanna entdeckt, wie die Maiglöckchen riechen... Sie zeigt mir die Tropfen auf ihrer Nase - nur sie sind nicht so leicht zu knipsen wie diese hierEinige neue Mohnblumen sind aufgegangen und lassen alle Fußgänger schön langsam gehen :-)

Johanna, die sich selbst eben eine Jacke und Gummistiefel geholt hat, ist bereits unterwegs: sie will ja frühstücken gehen.
Und es hat wirklich geklappt: sie ging, wie ich es mir gewünscht habe, schön in die richtige Richtung...

...bis sie vor der "richtigen" Tür stand. Sie "sagte" mir, ich soll jetzt klingeln (die Klingel ist hoch) und dann zur Seite gehen, sie möchte als Erste vor der Tür stehen.
Das Wetter hat sich so schnell geändert, dass weder Jacke noch Stiefel plötzlich nötig waren.
Johanna läuft barfuß, es macht ihr Spaß und ich freue mich, dass sie beim Laufen mit ihrer Haut noch etwas dazu lernt.
Eine etwas müde kleine Mama schiebt geduldig den Buggy, einen Beutel hat ihr die Schwester noch anvertraut - alles muss nach Hause...
Wir haben uns entschieden, dass Johanna heute keinen Mittagsschlaf halten wird, dafür früher am Abend ist Bett geht. Wir haben die Mittagszeit lieber den neuen Büchern gewidmet :-)

Mittwoch, 17. Februar 2010

Ein weibliches Herz

wird bei einem solchen Reichtum wohl immer höher schlagen...

Bei meiner letzten Keller-"Durchsuchung" bin ich auf eine Kiste Spielzeug gestoßen, die ich verschenkt/vergeben zu sein glaubte und nach der ich deshalb nicht gesucht habe. Eine ganze Küchenausstattung von Maria, mit Töpfen und Pfannen sogar. Alles landete erst in der Spülmaschine, danach nahm Johanna mit großen Augen die Sachen entgegen. Nun steht das ganze Zeug auf unserem Esstisch und ich kann kaum etwas wegräumen: alles ist absolut wichtig!
Im Topf hat Johanna eben etwas "gekocht"und möchte sich etwas auf den Teller geben.
Der Kleine König will auch etwas bekommen - bitte schön, der Teller wird für ihn voll gemacht!

Nun bekommt er seinen Teller - jetzt muss er ja essen!
Ich bin gespannt, wie lange es dauert bis unser Esstisch wieder funktionstüchtig wird.

Samstag, 2. Januar 2010

Sie hat "Nase voll"

von allen Lehrenden und will selber lieber einen "Lehrling" haben... Wir haben gemerkt, dass sie immer wieder, ob beim Bücher schauen oder GUK- Karten nennen, lieber uns "abfragt", als selber die Dinge zu nennen.
Ich habe für Johanna viele Kärtchen schon gebastelt und viele kleine Dinge aufgehoben - hier ein Stück von einer Cornflakesverpackung, ein Memoryspiel zum Ausschneiden.
Noch nicht so ganz richtig angezogen, saß Johanna am frühen Morgen im Wohnzimmer und zeigte ihrem Kleinen König die Bilder. Erst saß der König ihr gegenüber, das war ihr nicht nah genug. Sie nahm ihn auf den Schoß und zeigte, was sie konnte. Eigentlich ist das eine Tomate, sie erzählt, dass dies ein Apfel sei, aber ich mag sie nicht unterbrechen...
Danach nahm sie die Hand des Königs in ihre Hand und führte sie von einem Bild zum anderen - er sollte also "selber" alles zeigen - eigentlich genauso, wie wir das mit ihr früher immer machten... Als "Lehrerin" war sie dabei gar nicht so schlecht.
Ich stelle fest, dass Johanna selber das ganze Gemüse hier gar nicht gut kennt oder erkennt. Daran müssen wir mehr arbeiten.

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Abwarten und Tee trinken...

das machen wir jetzt öfter... Johanna findet dieses Spiel toll, alle werden nach und nach eingeladen, mit ihr Tee zu trinken. Es wird während dieser "Teezeremonie" viel kommuniziert, alles mögliche ausprobiert - ob "heiß", "pusten", "eine halbe Tasse" oder "lecker" - alles wird auch ausgesprochen, soweit es geht. Johanna "bereitet" den Tee schon ganz richtig zu, und jeder aus der Familie "trinkt" am Tag eine Menge davon...Sonst müssen wir wirklich Einiges abwarten... In der kommenden Woche haben wir ein nicht besonders beflügelndes Gespräch zum Thema Pflegestufe.

Sonntag, 4. Oktober 2009

Unsere Gartenarbeit...

Wie jedes Jahr dürfen wir im Nachbargarten Äpfel holen. Alle Kinder je nach Alter haben schon mal mitgeholfen oder selber gesammelt. Genau vor zwei Jahren entdeckten wir Johannas Vorliebe zum selbstgemachten Apfelmus - und genau diese Sorte lag damals auch im Korb...
In diesem Jahr kann Johanna bereits laufen und bei dem Sammeln mithelfen.Das Pflücken fand sie aber viel interessanter - das ist ja selten, dass die Äste so niedrig sind und dass die Kinder überhaupt mitbekommen, wie die Äpfel wachsen... Ich wollte sie nicht davon abhalten.
Nachdem zwei Äpfel fast auf uns vom Baum gefallen sind, fand sie auch die "fliegenden" Äpfel interessant und wollte einige als Bälle gebrauchen. Da musste ich mich doch einmischen...
Danach ging es um die Verschönerung unseres Gartens. Die Rasenfläche ist nun ordentlich und noch grün, sie vergilbt ein wenig im Winter, aber bleibt eigentlich immer frisch... Wir wollen ein paar Farbentupfer für die ersten warmen Tage im März setzten. Johanna und ich pflanzten 80 Krokuszwiebeln, verteilt auf der ganzen Fläche.
Das Pflanzen selbst konnte ich Johanna nicht vermitteln, das war für Johanna zu langweilig, so haben wir uns "überlegt", dass wir die kleinen Baby-Zwiebeln schlafen bringen. Die Zwiebeln bekamen dann ein Küsschen, ein "Bye-bye!" und gingen "schlafen".
Na dann... es bleibt uns zu warten, was daraus wird...

PS. Der Bericht zum 15.07.09 ist fertig.

Donnerstag, 11. Juni 2009

Soziale Kompetenzen

Veröffentlicht mit Verspätung wegen mangelhafter technischer Ausstattung...

Das Töpfchen wurde ja gekauft, Johanna nutzt es, auch wenn die Trotzphase einiges schwer macht...
Johanna spielte mit Puppen. Sie kam aus dem Spielzimmer und meinte, dass die Puppe zur Toilette musste.
Da, dann los, schnell die Puppe auf das Töpfchen bringen!
Und was sehe ich da?
Johanna, die in der letzten Zeit überall, auch bei dem Töpfchen, protestiert, streckt plötzlich den Zeigefinger: die Puppe soll sitzen bleiben!!! Sie meint, hier wird es funktionieren!
Am Abend musste ich noch etwas im Haushalt erledigen. Johanna wollte helfen. Sie nahm sich einen Eimer
und einen Schwamm und putzte fleißig die Türen...
Na, was gibt es noch zu putzen?
Natürlich durfte sie an allen anderen Türen reiben, auch wenn ich später viel mehr Arbeit hatte...

Donnerstag, 4. Juni 2009

Unser neues Haus

Wenn man bei eb-y stöbern geht, findet man Villen und Riesenhäuser, die auch Erwachsene gern als Spielzeug haben würden. Für Johanna gibt es diese robuste eifache Variante, an der man selber erst schrauben muss....leider schraubte sie in die andere Richtung... aber das war nicht schlimm, Maria hat nachgeholfen.
Das Haus steht. Es ist spät, Johanna hat die Familie schlafen gebracht
und sich fein verabschiedet...
Wir drei Frauen hier im Haus freuen uns auf dieses neue Spielzeug. Wir hoffen, Johanna weitere Kompetenzen zu vermitteln.

Dienstag, 5. Mai 2009

An diesem Dienstag

habe ich mich ein wenig vertrödelt, unser Mittagessen war spät, knapp vor der FrühFö waren wir erst fertig... Ich war mir nicht sicher, ob Johanna sofort, ohne pause, in die FrühFö "einsteigen" kann und mitmachen wird... Ein neues Spielzeug war eine große Attraktion - nicht nur für die Kleinste. Erst im Sitzen, dann im Stehen ließ Johanna sich drehen, nach einem Drehwurm sah es bei ihr nicht aus.
Sie hat es sogar versucht, sich auf der Drehfläche aufzurichten!
Wir haben schon einige Male versucht, sie für solche Bausteine begeistern zu lassen. Ohne besonderen Erfolg... Jetzt kamen kleine Figuren ins Spiel - und Johanna war voll dabei!
"Mama" und "Papa" und "Kind" durften mitfahren
und wurden von Johanna sogar durch das Zimmer "gefahren" - sonst macht sie bei solchen "Jungenspielen" eigenlich nie mit...
Und wieder werden die "Menschen" umgesetzt...
was mit ein wenig Nachhilfe beim hineindrücken super klappt...
Johanna hat gut mitgemacht, allerdings merken wir, und immer deutlicher, dass das Abräumen von Spielzeugen nicht unbedingt ihre große Leidenschaft sein wird...