Donnerstag, 20. März 2008
Krank werden, Einatmen lernen, Ausspucken -
Eine kleine Gesundheitszustandbilanz wäre zum 16. Monat angebracht...
Johannas größte Missbildung, ihr größtes Problem, das ihren sicheren Tod wenige Tage nach der Geburt eigentlich bedeuten würde, der Verschluß im oberen Drittel des Zwölffingerdarms, ist am 7. Lebenstag behoben worden. Dieser Verschluß ist in der Schwangerschaft nicht erkannt worden, so hatten wir alles nach der Geburt ziemlich gleichzeitig "abgekriegt"...
Jetzt hat sie einen sozusagen Dreizehnfingerdarm und wir merken nichts davon.
Alle KiÄrzte, die Johanna an ihrem Lebensanfang betreut haben, haben permanent nach weiteren Problemen gesucht. Ich saß am PC und war überrolt von all den gesundheitlichen Schäden, die auf uns noch zukommen... Langsam wurden fast alle Ob? Hat sie? Kann sie? geklärt. Ja, sie kann gut sehen. Ja, sie kann gut hören. Nein, die Nasengänge sind nicht verengt. Ohrengänge auch... Kein Herzfehler... Glück gehabt...
Was uns permanent erschreckte, war ihr lautes Einatmen, so als ob sie keine Luft bekommen kann. Noch im Urlaub in Spanien im Sommer - Johanna war 9 Monate - hat sie die Menschen im Flugzeug unruhig in ihre Richtung Köpfe drehen lassen, so ungewöhnlich dieser Geräusch war... Keiner konnte uns das erklären. Nach und nach, zu ihrem 1. Geburtstag, merkten wir, dass wir dieses Einatmen immer seltener hören. Jetzt sitze ich und kann mich kaum erinnern, wann ich dies letztes Mal gehört habe... Erst in Velbert vor 1,5 Monaten, als Johanna während der Untersuchung plötzlich laut einatmete, erklärte uns der Arzt, dass sie offensichtlich mit einem weichen Kehlkopfknörpel geboren wurde und das der Kehlkopf ihr deshalb Probleme beim Einatmen machte - er würde einfach zusammenfallen... So langsam hoffen wir, dass das Gewebe sich gefestigt hat und dieses Problem auch "verwachsen" ist...
Dem Faktum, dass Johannas Ohren- und Nasengänge keine Missbildungen aufweisen, verdanken wir ihre gewisse Robustheit, was Erkältungen angeht. Natürlich haben wir auch Einiges dazu beigetragen, um sie abhärten zu lassen - kaltes Wasser beim Waschen im Windelbereich seit ihrer Geburt, das Essen direkt aus dem Kühlschrank, barfuß "Laufen" bis in den Herbst hinein... Aber es ist klar, dass die richtige Ventilation die wichtigste Rolle spielte.
Zu den Erkrangungen: bis jetzt ist sie zwei Mal krank gewesen, je ca. 4-5 Tage. Wir, erfahrene Eltern, haben ihre beide Erkrankungen absolut falsch zugeordnet und falsch behandelt... Die erste Erkrankung (Schnupfen, Fieber, tränende Augen, leichter Husten, Spucken) behandelten wir als eine Erkältung. Johanna litt aber am heftigen Zahnen... Ein wenig Schmerzmittel könnte dies lindern... Tja, da musste sie selber durch...
Ihre zweite Erkrankung - gleiche Erscheinungen, aber etwas intensiveres Spucken - behandelten wir als Zahnen... mit ein wenig Schmerzmittel... Sie hatte aber eine Virusinfektion... Darauf sind wir gekommen, als sie nach drei Tagen Durchfälle bekam... Na toll, schon wieder musste sie alleine durch...
Nun das Spucken... Dieses Problem begleitet uns schon ziemlich lange. Es ist nicht schlimm und nicht intensiv, aber nie vorsehbar...
Morgens steht sie auf um ca. 6:30. Sie hat fast 12 Stunden geschlafen. Sie muss etwas trinken. Sie bekommt eine Flasche Milch, die sie schnell austrinkt, und möchte sofort spielen, robben, sich bewegen. Danach weiß ich nie, wie oft ich sie umziehen muss... Nicht selten frage ich mich, wieviel von dieser Milch sie überhaupt behalten hat...
Wasser zu geben macht keinen Sinn, da sie Wasser als Getränk leider nicht ernst nimmt. Langsam zu geben versuche ich, aber da ist sie kaum zu halten...
Wenig zu geben habe ich auch schon versucht, sie wird unruhig und will mehr...
Nichts zu geben - kann ich auch nicht, da sie faktisch über Nacht viel Flüssigkeit "verliert", und das weiß ich sehr genau, da ich sie zur Toilette begleite...
Und so bleibt uns waschen, waschen, waschen - mal weniger, mal die ganze Bettwäsche... Gut, dass Johanna viel Kleidung besitzt...
Wenn das Spucken nach einigen Monaten nicht aufhört, müssen wir Johanna wohl etwas intensiver untersuchen lassen...
Mit ca. 6 Monaten haben wir ihr Blut untersuchen lassen - wegen der Schilddrüsenfunktion und der Glutenverträglichkeit. Beides war im "grünen Bereich". Mal sehen, was die nächsten Untersuchungen ergeben.
Johanna bekam alle üblichen Impfungen und hat sie gut überstanden.
Sie nähert sich dem Alter von 2 Jahren. Natürlich lauern bei ihr viel mehr Gefahren, weitere Probleme zu bekommen, die Statistiken sind da gnadenlos...
Aber was soll´s.
Die kleine Tante sitzt im Wohnzimmer, bestaunt ihre neuen Schuhe und strahlt uns an!
Dienstag, 18. Dezember 2007
Gar nicht fit
Trotzdem wirkt sie müde und abgekämpft, da der Husten ihre Nächte (und die von Mama) ziemlich kurz machte.
Sonntag, 16. Dezember 2007
Krank
Johanna ist gestern und heute krank. Sie hat kein Fieber, aber sie hustet - tagsüber weniger, nachts etwas mehr. Sie wird öfter wach, was meine Nächte natürlich kürzer macht. Mit dem Weleda-Hustenelixier geht es etwas milder zu, sonst habe ich bei solchen Tagen nur den Wunsch, den Tag schneller hinter sich zu bringen.
Da sie das dritte kranke Familienmitglied ist, habe ich sowieso zu tun.
Unseren morgigen Impftermin werden wir wohl absagen müssen. Schade...
Dienstag, 4. Dezember 2007
Wer hat hier überhaupt schon gegessen?
Von ihrer Erkältung ist nicht viel zu sehen, die Nase ist frei und sie wirkt insgesamt munter.
Schade, dass wir unsere KrGymn abgesagt haben.
Erste Erkältung. Tag 3
Heute bleibt sie im Haus, vor dem Kamin. Sie hat seit einigen Tagen angefangen, auf Musik mit Klatschen zu reagieren, und beschäftigt sich viel mit ihrem -im Moment- Lieblingsspielzeug (es ist zu sehen im Beitrag vom 28.Juli) - jetzt hat sie es raus, wie man Musik hören kann, und freut sich, wenn es klappt!
Montag, 3. Dezember 2007
Erste Erkältung. Tag 2.
Die Große muss die Reste auskurieren, die Kleine - vorsichtshalber. Sie hat kein Fieber, aber einen leichten Husten und etwas verstopfte Nase. Das letztere ist für sie eine ungewöhnliche Sache: wie soll ein Baby bitte schön die Flasche austrinken? Sie schaute mich schon gestern so verduztz an, kämpfte mit der Milch tapfer weiter.
Der Hustensaft schmeckt ihr, das ist doch schon etwas. Die Einreibungen nimmt sie gelassen.
Eigentlich steckt sie das Ganze leicht weg.
Heute und morgen hat sie keine Termine, wir müssen NICHT!!! raus. (Die, die das Wetter in Osnabrück jetzt life erleben können, werden das gut verstehen).
Sonntag, 2. Dezember 2007
Erste Erkältung?
Heute hat Johanna einen leichten Husten. Seit einigen Stunden erst eigentlich...
Vor dem Schlafengehen bekam sie ein Löffelchen Hustensaft. Lecker!
Aus meinem Vorratsfach habe ich eben zwei tolle Dinge herausgeholt, die dort schon ein Jahr - vorsichtshalber gekauft - auf ihren Einsatz warten: einen Inhalliersauger und einen Medikamentensauger. In den Inhalliersauger kamen einige Tropfen Kamillosan, mit dem wird Johanna schlafen. In den Medikamentensauger gebe ich in einigen Stunden noch etwas Hustensaft - den bekommt sie dann auch.
Was kann ich noch tun? Wenn sie einschläft, reibe ich ihr die Brust mit einem Erkältungsbalsam ein - sie wird inhalieren ohne das zu wissen... Ein Kirschkernkissen mit einem Taschentuch drauf, mit Kamillosan getränkt - bekommt sie mit unter die Decke... - mache ich auch... Etwas Stern-Balsam auf die Pulsadern - auf asiatische Art...
Nach einer Flasche warme Milch wird Johanna gleich einschlafen... Sie weiß noch nicht, was für Schmiererei auf sie gleich zukommt.
Und was kommt morgen auf uns zu?
Es wäre schade, wenn wir jetzt alle Termine für sie absagen müssen...
Auch unsere nächste osteopathische Behandlung wäre in dieser Woche dran...
Donnerstag, 29. November 2007
Baby-Schwimmen
Aber jetzt geht es los. Die Warteliste war doch nicht sooooo lang. Am kommenden Samstag geht Johanna mit Papa schwimmen. Babybecken, warmes Wasser und kein Luftzug!
Einen Badeanzug hat sie schon. Die Anprobe, wie man sieht, hat ihr Spaß gemacht. Wir werden sehen, ob ihr auch das Schwimmen gefallen wird.
Sonntag, 25. November 2007
Ohne Heizung, aber putzmunter!
Schön, dass wir uns mit dem Kamin und dem Holz aus dem „Erbe“ vom Sturm Kyrill mindestens im Wohnzimmer helfen konnten.
Ich machte mir Sorgen um die Kleine – sie ist ja immer auf dem Boden, sie ist die Erste, die im Haus frieren wird. Wie eine Zwiebel eingepackt, spielte sie vor dem Kamin – im Sitzen! Mit Kissen von hinten abgesichert, sitzt sie schon über 10 Minuten und räumt ihren Korb aus. Es klappt wirklich, und immer länger kann sie das aushalten. Noch vor einer Woche ist sie umgekippt, wenn sie nur den Kopf nach links oder rechts gedreht hatte. Jetzt kann sie sich immer wieder in die aufrechte Sitzposition bringen.
Und sie hat sich nicht erkältet!
Donnerstag, 22. November 2007
Kleine und große Meilensteine nach einem Jahr
- sie kann jetzt über 3 Minuten sitzen
- sie winkt bewusst, wenn sie sich verabschiedet (das sieht eher aus wie Ave Caesar, aber wir nehmen das so hin)
- sie gibt uns ein Küsschen auf die Backe (eine ziemlich feuchte Sache, aber sie bemüht sich sehr, die Lippen entsprechend zu organisieren)
- sie streichelt den Erwachsenen, wenn man sagt "Mach` Papa A-Ja" (den Papa streichelt sie erst, dann greift in seine tollen Haare - man muss aufpassen, dass es nicht wieder mit "Aua!" endet)
- sie hört auf zu strampeln, wenn ich sage "Johanna, Beine gerade!" - dann kann ich den Reißverschluss des Schlafsacks ruhig und unproblematisch zumachen - jeder, der ein Baby in einen Schlafsack einpackt, weiß, dass man dafür manchmal drei Hände braucht...
- sie trinkt vor dem Einschlafen ihre Flasche (wenn es von meiner Milch nicht genug gab) selbständig aus, steckt sich dann den Schnuller in dem Mund und schläft ein.
Das Letztere hat sie eben gemacht und träumt gerade ihren ersten Traum.
Dienstag, 20. November 2007
20.November. OP - Tag
Im letzten Jahr war der 20. November ein Montag. Genauso dunkel und kalt.
Genauso wie der Sonntag davor. Am Sonntag lag die Kleine mit all ihren Kabeln unter dem Licht - die letzte Maßnahme vor der OP.
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Um ca. 15:00 am Montag haben wir die Nachricht bekommen: die OP ist vobei, alles sei gut gelaufen, ihren Verschluss - den man auf keinen Geräten vor der OP deutlich erkennen konnte - habe man beseitigt, man habe eine "Verlängerung" gebaut, nun habe die Kleine einen Dreizehnfingerdarm. Damit könne man (baby) auch gut leben. Jo.
Wir konnten eine laut schreiende Johanna
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an den Schleusen des OP-Bereiches abholen und durch alle möglichen Fluren und Aufzüge schieben - bis zu ihrer Station. Dort bekam sie ein neues Zimmer und neue Zimmernachbarn. Der Raum war genauso kahl und kalt wie der Raum davor... ich habe schon mal geschrieben, was wir an diesem Tag so gemacht haben- Fensterbilder... Ich bin gespannt, ob sie dort noch hängen. Erst dachte ich, wir könnten dorthin noch einmal fahren - mit einem etwas entfernteren Blick die Station anschauen, ein Tässchen Kaffee im Cafe trinken - einfach um von diesen Erinnerungen Abschied zu nehmen. Aber bis jetzt haben wir es nicht geschafft...
Und heute, am 20.Oktober 2007, sitzt Johanna - schon etwas länger als 1 Minute - und spielt mit ihrem Glockenspiel.
Gestern bekam sie zum Mittag ein Gläschen "ab 12 Monaten" - ich war gespannt, wie das aussieht und schmeckt und ob Johanna das unproblematisch verspeisen kann. Nudeln mit Schinken in Tomatensoße. Also ich habe schon Besseres probiert. Johanna auch. Ihre Suppen sind jeden Tag ein wenig anders, sie kennt sich mit verschiedenen Gemüsesorten gut aus.
Ich dachte, die Stückchen seien im Gläschen etwas größer. Ne. Da sind wir mit unserem Hausmannskost viel variabler. Gegessen hat sie alles - eher mir zuliebe. Das lassen wir doch lieber, die Gläschen sind nur für die Reisen...
Freitag, 6. Juli 2007
Dr.Kneipp würde sich freuen
Was mache ich aber mit dem Baby Johanna? Im Alter von 3 Wochen erst zu Hause, so klein und schwach nach der Operation... Na gut, eine kleine Schonfrist wurde eingeräumt. Aber dann wurde kalt gewaschen, gnadenlos. Sie hat aber auch nicht protestiert. In einer Woche wird Johanna 8 Monate alt. Sie weiss nicht, dass aus unserem Wasserhahn auch warmes Wasser zu bekommen wäre... Ich hoffe, ihrer Abhärtung langsam etwas nachgeholfen zu haben. Ich hoffe, den kommenden Winter einigermaßen überstehen zu können - ohne Lungenentzündung & Co... Wir werden sehen...
Kann ich noch etwas tun? Irgendwas, wo man Temperaturunterschiede körperlich spüren kann?
So kam die Idee mit dem Essen:
Das ist Johannas Frühstück. Ein warmer leckerer Brei (denkt sie, eigentlich Pampe aus dem Bioladen) mit Pfirsichpüree. Mit einem kleinen Trick nur - das Gläschen mit Obst kommt aus der kältesten Ecke unseres Kühlschrankes.
Der nächste Winter kommt bestimmt... Werden wir uns gut vorbereiten können?