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Montag, 24. Mai 2010

Man fragte mich,

ob ich von Norwegen noch etwas erzählen mag - mit Verspätung, aber ich habe von der Reise noch berichtet. Einfach nach unten gehen und die Berichte von 07., o8., 09. Mai lesen. :-))) Wink!

Montag, 10. Mai 2010

In dem sonnigen

Norwegen

haben wir ein wunderschönes Wochenende verbracht und sind am Sonntag abend zurückgekehrt.
Da wir bestimmt nicht bald dorthin wieder reisen werden, werden wir für immer denken, dass dies ein helles, warmes und sonniges Land ist :-)))

Wer das Land mit unseren Augen mal erleben möchte, kann gern in der nächsten Zeit reinschauen.
Johanna hat etwas ganz Wichtiges gelernt, und nicht von uns, das war ein Riesengeschenk zum vergangenen Muttertag. Ich berichte dann.

Verdens Ende

oder Ende der Welt auf Norwegisch. Da gehen wir heute hin.

veröffentlicht mit Verspätung


Auf der Karte sieht das so aus, das ist die südlichste Spitze: oder hier, noch deutlicher: Das weiße Stück Straße, das am Ende der roten Straße auf der Karte anfängt, haben wir gerade hinter uns, über die Brücke versuchen wir, an dieses besagte Ende zu gelangen.Es liegt hinter den Felsen vorn.
Die ersten Boote fahren heraus, da das Wetter heute so warm ist,

und man weiß hier, das Leben zu genießen...
Wir möchten am Ende der Welt picknikcen. Auf diese glorreiche Idee sind hier auch viele Menschen gekommen. Sie sind mit Stühlen und Kühltaschen unterwegs.
Der Papa ist schon fast am Ende :-)
und wir nun auch. Vor uns liegt nur noch eine kleine Insel, weiter ist nur das Meer. Es ist lustig, schon wieder mal ein "Ende der Welt" gezeigt zu bekommen...




Auf dem Weg zurück trafen wir eine Familie, von der ich berichten möchte. Ein Vater mit vier Kindern kam uns entgegen. Das dritte Kind, etwa 7 oder 8, war ein Junge mit DS. Er hatte einen Kinderkassettenrecorder mit. Er ging, so wie seine Geschwister, ohne dass man ihn ziehen musste oder auf ihn warten musste oder ihn überreden oder... Der Vater wirkte absolut entspannt.

Wir lächelten die Familie an und begrüßten das Kind. Das war ein Fehler von uns, eine Reaktion zu erwarten. Es liegt vielleicht in der Natur der Norweger, dass sie die Menschen kaum grüßen, wenn sie ihnen begegnen. Sie schauen etwa durch einen entgegen Kommenden... respektieren sie damit seinen privaten Raum, egal, ob auf der Straße oder in der Natur? Das Alleinsein mit der Natur? - das haben wir nicht verstanden, aber diese gewisse Ignoranz haben wir wohl wahrgenommen. Tja, zum DS-Kind... Das Kind schaute uns und unsere und Johannas lächelnde Gesichter an, es war ein wenig dadurch irritiert, dann lächelte er zurück - aber nur ein wenig, ganz wenig, eher mit den Augen, - und ging, wie seine Geschwister und sein Vater, uns völlig irnorierend, weiter, ohne sich umzudrehen...

Wir blieben stehen. Tja, alles ist die Sache der Erziehung, dachten wir...

Wir blieben noch eine Weile auf dem Parkplatz und beobachteten die Pferde in der Nähe. Die Familie kam zurück zu ihrem Auto, schön an uns vorbei, die Kinder, ganz still und organisiert, nahmen Platz im Bulli, jeder seinen, die älteren Kinder, 11 oder 10 Jahre, haben sich vorn angeschnallt, der Vater wartete draußen ab, dann ging er hinein, schnallte den Sohn mit DS und die etwa 5-Jährige Tochter an - und fuhr fort. Als der Wagen an mir und Johanna vorbei fuhr, traf ich aufmerksame Augen des Jungen mit DS - aber sonst nichts - kein Lächeln, kein Winken... Erziehungssache...


An diesem Abend hatten wir vor dem Rückflug noch einige Stunden Zeit. Wir blieben noch an der Küste, in einem kleinen Ferienort Hwasser.

An der anderen Straßenseite, dem Wasser gegenüber, sind Häuser,
im Wasser leben die Muscheln...
Am Strand war heute wohl nicht viel los, der Papa freue sich, dass er eine solche dicke Jacke hatte.
Johanna hat eigentlich die gleichen Kleider, die sie im Winterurlaub im März trug.
Hier sind die Geldscheine und Münzen, die noch über sind (die kleinste Münze ist allerdings hier falsch, sie ist aus einem anderen Land).
Wir verabschieden uns von Norwegen. Das Auto ließen wir stehen, den Schlüssel sollen wir einfach beim Anbieter in den Briefkasten hineinwerfen, die Mautgebühren, sollten welche anfallen, werden einfach später abgezogen - alles sehr frei gestaltet.
Wir kaufen uns noch ein paar Brötchen- die Preise an den Tafeln werden wohl jeden überraschen... zur Erinnerung: 7,5 Kronen sind 1 €.
Im Flugzeug hat Johanna einen Jungen "kennen gelernt". Da wir sie ja im KiGa, mit anderen Kindern, kaum erleben, war es für uns interessant, zu beobachten, wie sie sich "unterhalten" wird.
Sie sagte "Hallo", dann zeigte mit beiden Händen eine Begrüßungsgeste - der Junge sollte ihr also die Hand reichen. Als er dies tat, zeigte sie auf sich, presste die rechte Hand an den Bauch und sagte "Nanna!". Dann zeigte sie auf uns und mit ihren einfachen Sätzen "Da Papa", "Da Maria" stellte uns alle vor. Der Junge hat aber seine Eltern nicht "vorgestellt". Dann ergriff Johanna die Initiative und fragte ihn aus: "Da Papa?", "Da Mama?" - die einfachten Strukturen waren ausreichend...

Danach ging es leider schnell nach unten: Johanna beklagte sich über die Ohrenschmerzen.
Der kühle, mit Wolken bedeckter Flughafen Bremen ist unter uns... Wir freuen uns, die zwei Tage in der Sonne verbracht zu haben.

Wir wissen noch nicht, ob unser Wagen noch steht - wer uns begleitet, weiß, dass wir ihn ganz "unordentlich" am Freitag nachmittag hier abgestellt haben. Johanna schiebt den Koffer ein Stückchen...
...wirklich ein Stückchen...
Der Wagen ist da! Und wir haben ihn sogar angeschlossen! Die Mädchen freuen uns, ich auch, Papa auch - nur wir Erwachsenen zeigen das nicht so offensichtlich :-) Die nächste Arbeitswoche wird hart sein.

9. Mai in einem KZ

-veröffentlicht mit Verspätung-

Heute ist der 9. Mai, der Siegestag in Russland. Einige Male haben wir hier, in Norwegen, Gedenktafeln mit den Kriegesdaten (für Norwegen übrigens 1940-45) mit den Namen der Gefallenen gesehen. Am heutigen Morgen hat Josef erfahren, dass in der Nähe unseres Hotels, genauer gesagt, auf der Wiese, auf die wir aus unserem Fenster schauen, ein KZ war. Da die Geschichte "ganz wichtig ist", hat der nette Hotelbesitzer den Bewachungsturm wieder aufgebaut und einige Dokumente und Infos dort platziert. Wir wollten uns das genauer anschauen. (als ich den Turm aus dem Fenster sah, dachte ich, dass dies ein Hochsitz für Jäger/Elchfotografen wäre...)

Es gab ein paar letzte Fotos neben dem Hotel - solche Blumen musste es auch 1945 hier an diesem Tag gegeben haben...



Die Mädchen bekommen einen Blumenkranz, nach einem ukrainischen Muster... Danach gehen wir zum Wachturm,



der gerade unseren Hotelfenstern gegenüber steht.
Das ist die Karte, die dem oberen Bild entspricht...
und hier ist ein altes Foto mit den alten Anlagen des Lagers.
Auf dieser Wiese standen einige Bauten, in denen russiche Kriegsgefangene, 147 an der Zahl, untergebracht worden waren. In der ganzen Zeit starb hier keiner, was eine besondere Aussage zur Führungsweise des Lagers ist. Bei den harten Wetterbedingungen hat diese Aussagen eine zusätzliche Bedeutung.

Die Baracken sollten in Reihen gestanden haben, sie fingen da an, wo jetzt die Ballen liegen.
Wer hat wohl hier all die die Straßen gebaut? Auch die Straße, die man auf dem Foto sieht...?
Da sind die Baracken- und die Straßen...
Oben auf dem Turm ist noch eine Tafel. Zu meinem Staunen lese ich einen Brief eines ehemaligen russichen Gefangenen, der einen Dank dem norwegischen Volk ausspricht. Die Norweger haben ihm geholfen, in den Kriegszeiten zu überleben. Respekt! Der Brief hat leider kein Datum... hat man ihn in der Perestrojka-Zeit bekommen? Oder zuvor? Leide bekomme ich keine Antwort...

Noch ein letztes Foto...
Wir hoffen und wünschen, dass solche Türme nur zum Elche-Beobachten gebaut und benutzt werden, und nicht nur hier...

Sonntag, 9. Mai 2010

Die Stabkirche von Heddal

Es gibt Norwegen-Besucher, die sich vornehmen, alle 28 Stabkirchen zu besichtigen. Wir werden nur zwei sehen können - und vielleicht die schönsten.

Johanna muss sich ein wenig stärken, es gibt gleich viel zu sehen und viel zu laufen. (dieses Foto ist für mich deshalb interessant, weil Johanna keine Schwierigkeiten hat, in einer Hand das Getränk und in der anderen das Essen zu halten)Und zwar laufen wir
hier:Wir haben einen solchen Himmel, den wir zu Hause schon seit Monaten nicht hatten. Egal, von welcher Seite man steht - die Kirche ist wie aus einem Märchen... Wir wissen nicht, ob sie schon mal restauriert worden ist, das Holz, sehr dunkel an vielen Stellen, hat bestimmt einige Hundert Jahre überstanden.

An diesem Holztor am Eingang sind Spuren von frischer Holzlasur in den Vertiefungen der Schnitzerei, aber sonst knabberte die Zeit bereits heftig daran...
Die Ostseite hat eine runde Kupel,
die Westseite ist eckig und hat mehr Ebenen.
An der Ostseite waren früher (auf alten Aufnahmen im Netz) mehrere Gräber, da ist im Moment eine größere freie Fläche... Haben die Alt-Verstorbenen keine Nachfahren, die bereit waren, die Friedhofsgebühren für die letzten Tausend Jahre zu zahlen? :-)

Diese Friedhofskapelle hat ein besonderes Dach, das sind Steinplatten, relativ dünn, aber offensichtlich ein gutes Material:
Unser Samstag war lang, aber irgendwann ist er vorbei.
Die Sonne ist sehr tief, wir müssen uns beeilen - dachten wir...
Aber die Dunkelheit kam nicht. Wir sind ja hier im Norden, bald kommen "weiße Nächte", wie man solche Nächte in St.Petersburg nennt.

Samstag, 8. Mai 2010

Teil 2: Schweres Wasser, kaltes Wasser, gefrorenes Wasser

Am Samstag mittag landeten wir dann in Rjukan. Wir suchten ja nach einem Riesenwasserfall, der vor dem Krieg Tausende Touristen anzog, und nach einem Gebäude der alten Fabrik für die Produktion des Schweren Wassers.

Ob wir das "richtige" Gebäude erwischt haben, konnte ich leider in diesem Moment nicht in Erfahrung bringen, Wiki hilft auch nicht wirklich (wer weiß, bitte melden!) Dieser Bau sieht so aus, wie viele Bauten in dem ehem. DDR, welche aus den Kriegesvorbereitungszeiten stammten, deshalb haben wir ihn in Sicht. Die Kirchenglocken läuteten, junge Frauen in Trachten gingen dorthin. Zwei Frauen habe ich "aufgeschnappt": die dunklen Kleiderstücke sind aus einem guten Wollstoff, bestickt, obwohl keine Handarbeit, die Knöpfe/Schließen sind besonders schön, in einem Täschchen versteckt sich eine Kamera auch sehr gut.

Den Wasserfall haben wir nicht erlebt. Die Taxifahrer in der Stadtmitte lachten - nein, das Wasser lässt man doch nicht umsonst laufen, ein Elektrizitätswerk muss ja schließlich die Region versorgen... aber wir können irgendwann später kommen, zwei Nachmittage im Jahr lässt man das Wasser wirklich frei.

Und dann, wenn er frei ist, fällt das Wasser dort links, in die Schlucht.Wir wollten ein Stück weiter in die Berge fahren, da wir hier so nah zu den Skigebieten waren.

Diese Eisbrocken sind von oben von den Felsen abgefallen, sie sind ein gefrorenes Stück eines Wasserfalls.
...und sie zerfallen in Tausende von Eiszapfen.
Natürlich haben wir davon gekostet - Johanna war auch ganz angetan. "Papa! Eis!"
Das Eis war sehr sauber, so wie die Flüsse und Bäche, wir hatten viele Stellen gehabt, wo wir unbedenklich trinken konnten.
Letztes Man schauten wir dem "Wasserfall" zu, nach einer Serpentine waren wir in den Bergen.
Hier, ziemlich hoch, fanden wir diesen See, noch fast zugefroren.
Der Papa nahm Johanna auf die wackelige Eisscholle mit.



Maria und Papa gingen zu einer Insel im See - und Maria ist sofort im Schnee eingebrochen. Der Schnee im Balderschwang trug uns im März nicht mehr, hier ist es genau so, nur der Schnee ist tiefer :-)
Die Spitze der Insel war frei, dort konnte man gut stehen...
aber wie kommt man dahin?
Johanna schaute Papa zu, wie er sich durch den Schnee den Weg machte und sagte nur "Papa aua!" - das AUA steh auch für Gefahren in ihrem "Wörterbuch"
Wir verabschieden die Berge und den See, wer weiß, ob wir diese Landschaft je sehen werden.
So menschenleer ist es hier im Sommer bestimmt nicht, im und unter dem Schnee sieht man Boote, die am Ufer brav auf ihre Besitzer warten.

Aber jetzt fahren wir, auf dem Weg ins Hotel, noch nach Heddal, wo wir eine alte Stabkirche sehen werden. Dann ist der Tag schon auch vorbei...