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Sonntag, 8. Januar 2012

In einer lauten Halle...

Das Wetter ist schlecht. Ein Orkan nach dem anderen, so vergehen schon die ganzen Wochen. Ein kurzer Spaziergang im Freien ist kaum möglich, ein Spaziergang zum Spielplatz macht keinen Sinn. Es bleibt uns nur der Indoor-Spielplatz. Die Halle ist wenige Minuten Fahrt von uns entfernt, wir sind schon bekannte Gäste. Auf die glorreiche Idee, die Kinder hier spielen zu lassen, kommen auch andere zahlreiche Eltern. Es ist sehr laut und voll, aber es ist trocken und hell. Und Johanna geht es hier super gut. Sie verschwindet und kommt nur, wenn sie etwas möchte – so kann die Mama ein wenig arbeiten oder kleine Schriftstücke verfassen, ohne zu warten, dass das Kind endlich im Bett ist.

Wir Eltern arbeiten momentan viel. Zugegeben, viel zu viel. Das Hotel, eine große wirtschaftliche Einheit, will verwaltet werden und soll ja auch funktionieren. Und wir Eltern wollen ja nicht unsere Berufe aufgeben, auf jeden Fall noch nicht. Deshalb ist eine klare Organisation von Zeiten und Prozessen angesagt, eine große Disziplin ist erforderlich, um die Tage zu bestehen. Wir hoffen, dass es mit der Zeit weniger und einfacher wird.

Johanna ist immer – oder oft - dabei, was die Sache keinesfalls leichter macht. Sie ist bis 14:00 im KiGa. Andere berufstätige Mütter bekommen eine Verlängerung des KiGa-Aufenthaltes mit einem Antrag an die KiGa-Leitung, der KiGa hat sogar einen Spätdienst, auch nach 16:00 Uhr. Uns ist eine solche Verlängerung nicht gestattet worden. Johanna gilt ja als I-Kind und unterliegt einer anderen Regelung. Ihre Zeit durfte nicht verlängert werden. Erst haben wir das hingenommen und kämpfen uns durch die Tage und Wochen, ziemlich alleine. Mit der Zeit wächst aber eine gewisse Unzufriedenheit in mir: warum werden wir, mit Johanna zusammen, so diskriminiert? Nie habe ich Leistungen der Pflegekasse in Anspruch genommen. Eine große Summe hat sich im Jahr angesammelt. Soll ich nun wirklich einen Pflegedient in Anspruch nehmen und die ganze Summe „auf den Kopf hauen“? Und zwar genau in den Zeiten, die als „normale“ KiGa-Zeiten gelten: von 14:00 bis 16:00 Uhr? Wenn es nun nicht mit der Erziehung unter und mit Gleichaltrigen geht, dann wird das wohl eine„1-zu-1-Betreuung“ sein… aber leider schön teuer… ich hätte gern alles anders gehabt…

Johannas Entwicklung, die sich von einer zu anderen Trotzphase bewegt, lässt uns zumindest momentan keine großen Sorgen aufkommen, dass sie an unserer intensiven Arbeit außerhalb der Familie leidet. Die Pflegeberaterin der Krankenkasse, die uns halbjährlich aufsucht, fand, dass Johanna enorme Fortschritte gemacht hat. Das hören wir von unseren Freunden, Nachbarn, Therapeuten… Johanna spricht viel und gern, sie erzählt kleine Geschichten, die man immer besser verstehen kann. Sie reflektiert über Ereignisse, sie hat ein gutes Namensgedächtnis, sie beherrscht alle in ihrem Alter notwendigen „Höflichkeitsaussagen “ und setzt sie gezielt und passend ein. „Auf Wiedersehen!“, „Danke, dass du geholfen hast“, „Bis bald!“, „Viel Spaß!“, „Hallo, ich bin das!“, „Bitte schön!“, „Kannst Du helfen?“ etc.

Sie kommt mit vielen technischen Neuanschaffungen klar. Sie ist der größte iPadFan, im WLan-Bereich ist sie in wenigen Minuten im Internet, sie surft sich ihre kleinen You-Tube-Filmchen zurecht, kann sich eine CD/DVD starten, mithilfe der Hotel-Telefonanlage kann sie sich mit ihren lieben Menschen „verbinden“… Einiges gefällt uns, Einiges gefällt uns in dieser multimedialen Welt eher weniger – aber wenn sie mich im Hotel anruft: „Mama, ich habe schon wieder Quatsch gemacht!“- und berichtet, dass sie sich eingeschlossen hat, mit Feuer gespielt hat, sich abgeschnallt hat, sich im Baumarkt versteckt hat, weiß ich, dass der Papa es nicht leicht hatte und trotzdem nicht ganz unglücklich war :-)

In Johannas Zahlenwelt ist die Zahl „2“ seit einigen Monaten bereits dabei. Ich berichtete, dass sie fehlte. Ich verpasste den Moment, als sie plötzlich da war. Sonst kann Johanna bis 20 zählen – wörtlich (ich glaube nicht, dass sie alle diese Zahlen ab 11 wirklich erfassen kann), bis 8, wenn sie konkrete Gegenstände Reihe nach zählt, und bis 5 Gegenstände kann sie visuell erfassen und dann die Zahl nennen.

Johanna kennt einige Buchstaben und ihre Position auf der Tastatur, das „Schreiben“, wenn sie mit dem Stift versucht, ist eher eine Reihe von Zacken, die Ausprägung einzelner Buchstaben ist noch eine ferne Zukunft.

Nun zu unserer momentanen Situation – ich meine die letzten 15 Minuten… Die Ondoor-Halle ist voll. Im Cafe-Bereich um mich herum sitzen Dutzende von Müttern. In meiner Ecke habe ich keinesfalls ihr Interesse erweckt. Eben war Johanna bei mir. Sie wollte etwas trinken, dann erzählte sie, wo sie war, und bat mich, mit ihr zusammen zu rutschen. Das habe ich dann auch 3 Mal gemacht. Als ich zurück zu meinem Stuhl ging, bemerkte ich mehrere verstohlene Blicke. Plötzlich musterten mich die Damen… mich, die „behinderte“ Mutter… diese Blicke kenne ich schon und bin bereits abgehärtet. Nun muss ich hier sitzen und noch einige Minuten das ertragen – bis ein weiteres „spannendes“ Objekt gefunden wird…

Mein Kind ist in dieser Zeit glücklich und ausgelastet

und es wird mir ein relativ langer freier Abend versprochen.

Samstag, 9. Juli 2011

Johannas Status zum heutigen Tag...

02.05.2011

Einige kleine Momente zeigen, was Johanna wirklich wahrnimmt und was sie schon kann...

Johanna ist wach und kommt nach unten. Papa ist schon länger wach, er hat seinen Helm in der Hand. Johanna sagt: "Ich auch Brötchen holen!" - sie ordnet Papas Vorhaben zu.

Sie ist bereit, sich ganz schnell umzuziehen, um mitzufahren. Es ist kalt, und die Fahrt mit dem Roller fällt aus - Johanna hat heute morgen leider ein dickes rotes tränendes Auge. Sie will trotzdem mit, sie möchte einen Keks bekommen (es gibt noch Bäckereien mit einem umsonst-Keks für den jungen Kunden). Leider sagt sie in der Bäckerei ganz laut und fordernd, dass sie einen Keks will. Und bekommt keinen. :-(

Als Papa mit ihr zum Auto geht, sagt sie plötzlich "andere Seite!" und zieht ihn dorthin. Der Papa hat übersehen, dass der Kindersitz woanders ist.

Es muss entschieden werden, wie man heute dem Auge helfen kann... Natürlich gibt es einen Notdienst... Wir versuchen erst mit einer klassischen Spülung: mit dem frischen Schwarztee. Es hilft ein wenig, wir warten ab. Am Nachmittag wird alles nur schlimmer, wir müssen zum Arzt. Zum Augenarzt? - fragt Johanna.

Die Praxis liegt in einem anderen Stadtteil. Man spricht auch türkisch... Es gibt kein Spielzeug im Sprechzimmer. Johanna fragt: " Mama? Buch? Buch vorlesen?" Nein, Bücher gibt es auch nicht... Johanna benimmt sich bei der Untersuchung vorbildlich, hält ihr Tshirt hoch, als die Lunge angehorcht wird. Wir bekommen ein Rezept und müssen in einer Notapotheke (schon wieder in einem andern Stadtteil) die Augentropfen holen. Als ich Johanna ins Auto packen möchte, ruft sie laut: "Mama! Nicht fahren! Da! Da! Apotheke!" Ich drehe mich um - tatsächlich, auf der anderen Straßenseite steht eine "A" für Apothekenparkplatz. Ich habe sie gelobt, dass sie richtig erkannt hat - aber fahren mussten wir trotzdem...

Nachdem die Operation "Keks" am Morgen gescheitert war, wollte Johanna diesmal nichts dem Zufall überlasssen. Sie wollte an der Apotheke aussteigen und war bereit, mit mir vorbildlichst an der Hand über die Straße zu gehen. Sie wollte unbedingt das Rezept selber ins Fenster reichen und sagte "Bitte!" . Sie war für dieses vorbildliche Benehmen reich belohnt. Leider war der Weg nach hause viel zu lang, die Schwester bekam nichts ab...

Zwei Mal am heutigen Tag ging Johanna alleine in die Toilette, schloß sich dort ein (man hofft ja immer, dass sie auch aufschließen kann) und rief nach uns, als sie Hilfe beim Anziehen brauchte. Sonst geht es mit unserer Sauberkeitserziehung eher holprig...

Am Nachmittag hat Johanna eine Idee. "Mama? Fahrrad! Fahrrad fahren! Stadt fahren! Sitzen. (zeigt, wie sie im Kindersitz hinter mir sitzen würde). Fahrad stellen. Zack! Abschließen! Dann... Dann... Eiscafe... Ein Schälchen! Vanilleeis! Papa auch! Maria auch! Alle fahren!" Tja, leider mit einem solchen roten Auge und daraus resultierenden Schnupfen will ich mit ihr gar nicht in den windigen Nachmittag hinaus... Ich muss sie erstmal vertrösten... Das rote Auge bleibt. Mit viel Gewalt leider müssen wir die Tropfen geben. Aber im Moment geht es bei alles Dingen so: ob Kämmen, ob Fönen, ob Haare schneiden...

Am Abend, bei einem Spaziergang "um den Pudding", ist sie plötzlich verschwunden. Ohne sich etwas dabei zu denken, ist sie durch das halboffene Tor eines Gartens gegangen - und verschwand hinter den Büschen... Jo... Papa musste Johanna "festnehmen" und erklärte ihr, dass alle Grundstücke GRENZEN haben. Er zeigte ihr einige Vorgärten, bei denen die Grenze gut sichtbar war. Auf Papas Schultern ging es weiter. Johanna schaute immer nach unten. Sie zeigte auf die Pflastersteine: Papa? Da Grenze? Da auch?

Gute Besserung, rotes Auge!

Mittwoch, 11. Mai 2011

Heute ist der Tag 9

der windelfreien Bewegung durch diese Welt.

Johanna verließ am Morgen das Haus mit einem grünen Tshirt und einer roten Hose.

Die gleichen Kleider, auch wenn etwas verstaubt und versandet, hatte sie beim Abholen immer noch an!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!


Das aktuelle Thema im KiGa ist "Baby" - eine Mutter erwartet ihr zweites Kind. Alle wurden gebeten, Babyfotos und die ersten Babykleider in den KiGa zu bringen, im Stuhlkreis wird viel erzählt und erklärt. Nun bin ich froh, eine Babykiste für Johanna angelegt zu haben - jetzt kann man leicht das Gewünschte zusammenstellen.Johannas Körperlänge bei der Geburt kennen wir nicht, sie wurde in der Panik der Heebammen nicht gemessen. Bei der U3 war sie 52 cm. Hat sie schon ihre Geburtslänge verdoppelt? Oder fehlen uns noch eins-zwei cm?
In zwei Tagen haben wir wieder einen Monatsgeburtstag. Wir messen dann alles nach.

Freitag, 18. Februar 2011

Der nächste Bericht...

Wir werden wohl in unserem Leben einige Berichte dieser Art noch lesen. Jedesmal ist es spannend herauszulesen, was Neues dazu gekommen ist.Diesmal sind das die Bemerkungen, dass Johanna ihre Ziele bei den Mitteilungen kleiner Geschehnisse erreicht und dass sie bereitwillig Kompromisse eingeht.

Dienstag, 16. November 2010

U 8

Heute hatte Johanna ihre Untersuchung 8.

Meine Kamera hatte ich dabei, aber knipsen konnte ich nur wenig, was ich jetzt bedauere. Nach der üblichen Datenaufnahme (Gewicht- Größe) gab es ein ausführliches Gespräch mit unserer KiÄrztin. Sie kam mit einer Tüte Holzklötze und gab Johanna einige Aufgaben. Erst wurde Johanna gefragt, ob sie einen Turm bauen kann.
- Auch Mama? - fragte Johanna.
- Ja, Mama kann gern mitmachen.
Die Klötze wurden ausgelegt. Kannst Du einen roten Baustein zeigen? Johanna hat gezeigt. Dann legte sie eine Reihe aus den Bausteinen und zählte, schön deutlich und ordentlich: eins, zwei, drei, vier, fünf! Ich war sehr überrascht - sonst klappt es zu Hause selten, die Ärztin hat so etwas erst gar nicht erwartet, bei Johanna ja sowieso nicht...

Den Turm hat sie gebaut, dann musste sie eine "Brücke" bauen - hat auch umgesetzt, auch wenn ein wenig schief, die Feinmotorik wurde als noch förderungsbedürftig notiert. Das machen wir ja sowieso weiter...

Dann wurde Johanna gebeten, einen Kreis und daraus eine Sonne zu malen. Kreise hat sie gemalt, auch viele, das ganze Blatt voll, Mama und Papa beim Schwimmen, Eis in der Waffel und im Schälchen und sonst etwas, aber leider keine Sonne. Trotzdem haben ihre Feinmotorik und ein guter Drei-Finger-Griff überzeugt.

Die Sprache und die Aussprache wurden geprüft. An das Standard-Blatt, das als Wortschatz-"Test" in der U 8 gebraucht wird, habe ich mich erinnert - das war lustig, an Marias damalige U 8 zu denken. Johanna konnte ALLE Wörter nennen. Natürlich bei "Blume" sagt sie "Bume" und weitere logopädische Abweichungen hat sie ja auch - also schön Logo weiter machen, das wissen wir wohl. Kleine Sätze hat sie bereits beim "Beschreiben" ihres Bildes eingesetzt, es fehlen oft Verben.

Dann ging es zur Grobmotorik.
Johanna musste auf einer Linie gehenund über die Linie hüpfen,
was ihr nicht besonders gut gelingen wollte,
sie hat es nur mühsam geschafft... aber immerhin...
Der Sehetest stand an. Man kann sich vielleicht erinnern, dass Johanna im Sommer vom Augenarzt eine Brillen-Empfehlung bekommen hatte und eigentlich jetzt, nach ihrem 4. Geburtstag, eine Brille bekommen sollte. Da die Mama immer schon eine Brille trug, hat sie kein Problem damit. Der Papa mit seinen Falken-Augen will nichts davon hören... Die Mama arbeitet daran...
und Johanna, mit einer Piratenklappe und einer Fernsteuerung, muss erst einen Sehetest machen,
den sie bis zur vierten Reihe noch mitmachte und dann aber als langweilig empfand...
Man hat sich geeinigt, dass man doch lieber gleich zum Augenarzt geht - wenn der Termin sowieso ansteht.

Im Übrigen wird Johanna ab sofort Jodetten als Nahrungsergänzung bekommen und wir werden sehen, ob ihr Wachstum beschleunigt wird.

Natürlich ist Johanna ihren Gleichaltrigen nicht zu vergleichen - Logo und Ergo und KK- alles muss weiter laufen. Aber im Untersuchungsheft im Kästchen für die allgemeine Entwicklung steht eine Bemerkung: "Für Trisomie 21 sehr weit!" - nun... dann haben wir doch Einiges aus Johanna zu ihrem 4. Geburtstag herausgeholt.

Mittwoch, 20. Oktober 2010

Überfordert...

Ich meide dieses Wort und meide nach Möglichkeit die Situationen, in denen sich Johanna total überfordert fühlt. All das wird sie im Leben früh genug und schmerzvoll genug und natürlich oft genug erleben...

Heute habe ich bei meiner Tagesplanung einen Fehler gemacht: wir kamen 30 Min. zu früh zur Krankengymnastik... Zwei gleichaltrige, uns bekannte Kinder wollten gerade mit ihrer Einheit beginnen. Es wurde uns angeboten, wenn wir ja schon da sind, zu bleiben und mitzumachen...

Die Luftburg wurde aufgebaut. Die beiden Kinder bekamen verschiedene Aufgaben - auf einer Linie zu laufen, von einer Farbe zur anderen zu springen, rückwährts zu laufen, über die Linie rückwährts zu springen etc. - alles auf einem wackeligen Boden, versteht sich...

Johanna war überfordert. Einerseits wollte sie mitmachen und das Quitschen der Kinder war einfach ansteckend. Aber es fehlte ihr an Fähigkeiten - ob im Körperlichen, ob in der Umsetzung der erklärten Aufgaben, ob einfach an Mut...

Ich weiß nicht, was in ihrem Kopf vorgeht und ob sie das bereits als eigene Mängel merken kann.
Eltern von jüngeren Kindern, die hier eventuelll mitlesen, sollen sich keine Illusion machen, "dass es doch alles wird". Der Spalt zwischen Johanna und den Gleichaltrigen wächst mit einer enormen Geschwindigkeit.

Mittwoch, 13. Oktober 2010

Noch einen Monat -

und wir werden Johannas 4. Geburtstag feiern! Heute morgen habe ich ganz vergessen, sie zu wiegen... egal, das machen wir im nächsten Monat.

Aber die Körpergröße haben wir geprüft.
Kein Millimeter größer -
das wird unser wichtiges Thema für die nächsten Monate sein. In zwei Wochen ist die Blutprobe dran, wir werden eventuell mit Jodeinnahme wieder beginnen.

Ihr passen Hosen in der Größe 98, Pullover und Jacken kaufte ich in 104 und 110, sie passen auch gut.

Ihr passen Schuhe in 25-26, einige geschenkte Schuhe mussten wir aussortieren bevor sie sie tragen konnte.

Der Kopf ist auch nicht gewachsen, wir haben also einen "leeren" Monat hinter uns, was körperliche Veränderung angeht.
Wo sie aber wieder große Fortschritte machte, war die kognitive Entwicklung. Basteln, zählen, nennen, komplexe Wörter bilden (wie Mülleimer, Kaffeekanne), Buchstaben nennen, zuordnen, schneiden, sprechen - in allen Bereichen ist sie SEHR GUT vorangekommen. Ein ausführlicher Bericht wird im kommenden Monat wohl fällig.

Ein Bericht von der Ergotherapie mit dem gestrigen Datum liegt uns vor, hier ist ein kleiner Abschnitt:Dann müssen wir erst in den nächsten Monat schauen, was er uns wohl bringt.

Aber heute sind wir unterwegs, wir fahren nach Osten, zu den Seen und Kanälen, an denen kaum Häuser stehen und wo man die Natur direkt aus einem kleinen Märchenhäuschen heraus genießen kann.

Freitag, 13. August 2010

45 Monate = 3 Jahre und 9 Monate =

= 3 und 3/4!

Johanna ist heute also 3 und 3/4 Jahr alt geworden.

Sie ist 14,5 kg schwer, etwa 300 g hat sie in zwei Sommermonaten zugelegt.

Sie ist heute morgen, nach zwei Mal messen, 95,5 cm groß im Stehen, sie ist in zwei Monaten um ganze 3 cm gewachsen. Das muss ich aber noch am Abend nachmessen... Alle Hosen sind definitiv zu kurz, alle sagen, dass sie größer wurde, nur mir kam sie diesmal über längere Zeit unverändert vor.

Gegen den Jodmangel hat sie 8 Wochen Jodetten eingenommen, jetzt machen wir Pause und warten ab, wie sich der Körper weiter verhält. Aber gewachsen ist sie wohl, und nicht unerheblich.

Der Kopfumfang ist 47 cm, keine Veränderung.

Sie trägt Kleider in der Größe 98-104.

Sie trägt Schuhe in der Größe 25.


Der Besuch beim Orthopäden für die Schuheinlagen steht uns bevor sowie der Besuch beim Augenarzt (wegen der Weitsichtigkeitskontrolle und des Stereosehens), das ist in zwei Wochen.

In der letzten Zeit passiert bei Johanna sehr viel, was ihre Entwicklung betrifft. "Stufe" "schwer" "laut" "Eisbär" "Zeh" "weh" "weg" "Geburtstag" "Fotoapparat" "Kamera" "Guten Appetit" "rot" "viele Haare" - diese uns viele andere Wörter sind oft unerwartet ausgesprochen worden und im Sprachgebrauch geblieben.

Es sind viele Dinge im motorischen Bereich, in der Kommunikation und im Sozialverhalten.

Sie schaut sich öfter ein Buch mit Bildern von Gesichtern mit verschiedenen Emotionen und kann viele seelische Zustände nennen oder zuordnen.

Sie kann auf eigenem Gesicht alles zeigen, auch mit Details, so wie "Augenbrauen", "Kinn", "Ohrläppchen", - vielleich "Schläfe" noch nicht.

Sie hat gute Feinmotorik für das Malen/Zeichnen/Schneiden, sie kann gut mit einem Löffel essen, auch mit Messer und Gabel.

Ihre Erzieher bemerken auch viele Veränderungen und Wachstumsschritte; einige davon sind bereits spürbar, die anderen sind "im Anmarsch"... es wird wahrscheinlich bald einen "Aufnahmestopp" geben, damit sie alles neu ordnen und verarbeiten kann.

Wir sind weiterhin auf der Suche nach einer geeigneten Person, die mit Johanna an einem nachmittag in der Woche Sport treiben wird. Da Mamas Bewegungsdefizite im Moment dominieren, muss es für Johanna nicht unbedingt eine "Ausruhephase" geben :-)

Und nun sehen wir, was am heutigen Freitag, dem 13-en, alles passieren wird.

Sonntag, 1. August 2010

Das letzte Ferein-Wochenende

Es ist uns bewusst geworden, dass wir in einer Woche einen ganz anderen Sonntag haben werden, oder ein anderes Sonntags-Gefühl, genauer gesagt...
Wie immer ist die Stimmung etwas trauriger.
Wir wollten zusammen noch einen Ausklang gestalten, aber es ging an diesem Wochenende nur chaotisch zu - viele Telefonate, viele Termine in Planung... und es regnete viel.

Aber am späten Nachmittag wollten wir doch einfach "mal raus" aus dem Haus. Der kleine Fluß im Osnabrücker Stadtzentrum wurde erst verschlossen und lief viele Jahre unterirdisch, jetzt ist er freigelegt worden und bietet ein wenig "Venedig-Gefühl" :-) - die Tiramisu-Torte wurde aber hier viel sorgfältiger zubereitet und schmeckte uns hier VIEL besser als in Venedig.Johanna möchte singen, wie auch andere Kinder.
Sie kann das aber leider nicht.
Sie versucht dann, die Bewegungen eines Sängers auf der Bühne nachzumachen und "singt" dabei "Mi-mi-mi....." Lustig und schrecklich traurig.


Montag, 28. Juni 2010

Ein Bild für Maria

Maria ist seit 3 Tagen im Zeltlager und Johanna vermisst sie sehr. Jeden Morgen wird gefragt, ob Maria (heute?) kommt. Ich schlage auf dem Weg zum KiGa vor, ein Bild Maria zu schicken. Johanna fängt an zu malen sobald wir in der Gruppe sind:Drei orangene Häuser (rund), ein blauer Fluß, grüne Büsche und eine rote Blume. Der "Schriftzug" "MARIA in braun und darunter ein silbernes Herz. Natürlich renne ich danach zum Briefkasten.

Sonntag, 13. Juni 2010

3,5 Jahre und 1 Monat =

= da sind dann... 43 Monate!

Johanna ist heute also 43 Monate alt geworden.

Sie ist 14,2 kg schwer, etwa 200 g weniger, als im letzten Monat (haben wir zum falschen Zeitpunkt damals gewogen?- da kam mir die rapide Zunahme etwas seltsam vor).

Sie ist 93,5 cm groß im Stehen, sie ist in diesem Monat endlich, nach 2 Monaten Wachstumspause, um 1 cm gewachsen. Den Jodmangel werden wir versuchen zu beheben; wer weiß, vielleicht wird sie danach wieder gut wachsen?

Der Kopfumfang ist 47 cm, keine Veränderung.

Sie trägt Kleider in der Größe 98-104.
Sie trägt Schuhe in den Größen 24-25, die Füße sind um eine Größe definitiv gewachsen.
Den Besuch beim Orthopäden für die Schuheinlagen habe ich für den kommenden Monat vertagt, sowie den Besuch beim Augenarzt (wegen der Weitsichtigkeitskontrolle und des Stereosehens), ich war in diesem Monat einfach viel mit mir selbst beschäftigt.

Johannas Wortschatz wächst jeden Tag.
Sofa, Seife, Kasse, bezahlen, helfen, Hilfe, Hof, Pferd, Himmel, Hand - alles gemischt. Wir schauen uns die Bilderbücher an, und jetzt habe ich eine andere Taktik. Ich sage dann: schau mal, Johanna, hier ist eine.......pause...........und Johanna sagt "Straße!" und so weiter.

Einige Wörter werden bereits mit einem Artikel gebraucht: das Auto, das Bär-Buch... Es kommen Sätze mit Dativobjekten wie "Mama Nanna helfen" vor und es sind Possessivformen zu hören: Mamas, Papas, Marias... nicht alles habe ich notiert und Vieles habe ich einfach bereits vergessen. Jetzt überlege ich mir, woran genau mein Streß liegt - etwa dass sie nicht sprechen wird? oder nicht richtig? - deshalb ist auch der Wunsch da, alle Schritte zu merken...

Der letzte Logo-Bericht ist sehr positiv ausgefallen, "Johanna übt fleißig vor dem Spiegel verschiedene Mund- und Zungenbewegungen, kann mit den Lippen über 15 Sek. eine Salzstange halten, gebraucht "ich""... "Insgesamt sind viele erfreuliche Fortschritte" zu beobachten.

Ich werde den Bericht beenden, der Fernseher ist leider an, im ganzen Haus (es kommt mir so vor) hört man die Tröten der Zuschauer. Ich werde agressiv und ich denke, dass es dieser Menge in den Tribunen oder den Spielern nicht anders geht. Ich kann mich zurückziehen, aber was machen die Einzelnen in den Stadien, wenn es ihnen zuviel wird?

Dienstag, 25. Mai 2010

Vom Alltäglichen und nicht ganz...

Alltäglichen...

Ich dachte länger, ob ich dieses Foto hier zeigen soll. Ich mache das doch. An unserem letzten Morgen im kleinen Hotel irgendwo im norwegischen Wald war ich kurz im Zimmer, die Mädchen waren draußen im Wald hinter dem Hotel. Maria lief zu mir und rief, ich soll schnell kommen, Johanna zieht sich die Hose aus und sagt, sie muss zur Toilette. Natürlich rannte ich zu Johanna. Als ich bei Johanna war, hat sie allerdings gesagt, sie sei "fertig" und versuchte gerade, die Hose hoch zu ziehen, was wegen des Knopfes nicht so gerade klappte... Jo.
"Hast du alleine Pipi gemacht?"
"Ja"
Alles klar... nichts ist klar. Wir haben ihr das NICHT beigebracht.
Als Papa nach draußen kam, erzählte sie ihm, dass sie alleine "Pipi" gemacht hat.
Wirklich? Wie denn?
Na, erzählen konnte sie nicht, aber zeigen - schon... :-)
Alltägliches? Für uns nicht. Für uns gibt es seit einiger Zeit nichts alltägliches... Dass sie sich meldet, daran haben wir uns schon langsam gewöhnt, auch wenn wir immer staunen... dass sie sich selbt helfen kann und das auch will - das ist etwas Neues...

Wir müssen in der nächsten Zeit vielleicht etwas öfter Ausfluge in den Wald machen, oder?

Montag, 24. Mai 2010

Was für ein Morgen!

Es hat geregnet in der Nacht, es ist noch kühl und frisch. Nun sind nur zwei Frauen im Haus geblieben - und sie haben hoffnungslos verschlafen, der Papa hat sie aus dem bett heraustelefoniert...

Und wir sind schon wieder eingeladen, woanders zu frühstücken. Der Vorgarten sieht schön aus, Johanna entdeckt, wie die Maiglöckchen riechen... Sie zeigt mir die Tropfen auf ihrer Nase - nur sie sind nicht so leicht zu knipsen wie diese hierEinige neue Mohnblumen sind aufgegangen und lassen alle Fußgänger schön langsam gehen :-)

Johanna, die sich selbst eben eine Jacke und Gummistiefel geholt hat, ist bereits unterwegs: sie will ja frühstücken gehen.
Und es hat wirklich geklappt: sie ging, wie ich es mir gewünscht habe, schön in die richtige Richtung...

...bis sie vor der "richtigen" Tür stand. Sie "sagte" mir, ich soll jetzt klingeln (die Klingel ist hoch) und dann zur Seite gehen, sie möchte als Erste vor der Tür stehen.
Das Wetter hat sich so schnell geändert, dass weder Jacke noch Stiefel plötzlich nötig waren.
Johanna läuft barfuß, es macht ihr Spaß und ich freue mich, dass sie beim Laufen mit ihrer Haut noch etwas dazu lernt.
Eine etwas müde kleine Mama schiebt geduldig den Buggy, einen Beutel hat ihr die Schwester noch anvertraut - alles muss nach Hause...
Wir haben uns entschieden, dass Johanna heute keinen Mittagsschlaf halten wird, dafür früher am Abend ist Bett geht. Wir haben die Mittagszeit lieber den neuen Büchern gewidmet :-)

Freitag, 21. Mai 2010

Allein zu Hause...

Der Papa fährt heute weg - in einen Sporturlaub. Wir Frauen bleiben zu Hause. Vor dem KiGa will Johanna mit Papa ein wenig spielen, sie hat sogar ihrem Kindertisch zur Bürotür geschoben. Da kann der Papa nicht Nein sagen...

Es werden kleine Rollenspiele gemacht - von Johanna ausgedacht. Die Puppe hat Aua - ein Pflaster muss her - sie hat eben zwei Toilettenpapierblätter geholt... Jetzt soll ihr "Kind" schön brav sein, "Hallo" sagen und die Hand reichenund wird dafür sehr herzlich gelobt.

Heute bringen beide Eltern Johanna in den KiGa.
Im Auto sprachen wir eben darüber, dass Johanna in den letzten zwei Monaten nicht gewachsen war... Ich habe Johanna die Straßenschuhe ausgezogen und verquatschte mich. Johanna war weg. Sie rief aus dem Gruppenraum - Nanna groß! - na klar wird man groß, wenn man sich gleichzeitig auch noch wiegen möchte :-)

Am Nachmittag sind wir Frauen "Kaffee trinken" gegangen. Johanna - nicht wundern, Kuchenreste um den Mund herum - macht gerade ein Fingerspiel -

lege die Hände auf den Kopf...

...mache daraus einen Blumentopf!
Und hier sind Max und Moritz, die gleich "Wurst haben" (sagt Johanna) wollen,
"Max und Moritz sind gar nicht dumm, sie drehen die Kinte einfach UM!
Hier habe ich Johannas Aussprach- und Singversuch erwischt: die Zunge ist gerade bei "Tra -La la la la"
Johanna überrascht uns mit vielen unerwarteten Ausdrucken : Brille da! (im Buch von Nemo plötzlich die Taucherbrille genannt), Hose aus!, Nanna auch Rock! Ihren Wortschatz, wenn ich jetzt eine Liste aufstellen sollte, hätte ich nicht mehr so schnell nennen können. Vor einem Jahr, während der KiGa-Untersuchung, waren das 47 Wörter.

Montag, 17. Mai 2010

Nanna Roller!

Der Helm von eba- passte auf Anhieb. Was will man mehr?
Der Papa kam heute früher nach Hause, der Roller ist also da, der Rollerkindersitz ist da, nun ist auch der Helm... Aber mit der Jacke... und erst natürlich den Roller abtrocknen...Und schon sitzt da jemand Kleines drauf und tritt seine erste Rollerfahrt an.
Die Mama bekommt ein Küsschen,
nun, Johanna, schön festhalten...
...und schon sind die Beiden weg.
Der Papa meint, dass er Johanna mit dem Roller mal zum KiGa bringen kann. Johanna will "mehr Roller!"

Vor einem Jahr hat das Ganze überhaupt nicht geklappt, wir hatten Angst um Johannas Nacken und ihre schwachen Muskeln, jetzt haben wir ein besseres Gefühl - wir werden sehen, ob eine solche KiGa-Fahrt möglich sein wird.

Donnerstag, 13. Mai 2010

3,5 Jahre!

-veröffentlicht mit Verspätung -

Johanna ist heute 3,5 Jahre geworden. Andere Gedanken haben heute im Haus dominiert, so nahm ich nicht viel Zeit für Johanna und für einen Bericht. Die Mohnblumen im Vorgarten, die in den letzten 3 Jahren an diesem Tag bereits länger blühten, haben ihre dicken Knospen - sonst nichts. Es ist kalt, im Haus ist es kalt...


Johanna ist also 3 Jahre und 6 Monate alt geworden, 42 Monate.

Sie ist 14,2 kg schwer, sie hat im letzten Monat 300-400 g zugelegt,

Sie ist 92,5 cm groß im Stehen, sie ist in diesem Monat nicht gewachsen.

Der Kopfumfang ist 47 cm, keine Veränderung.

Sie trägt noch einige Kleider in der Größe 92, aber langsam wechseln wir in 98 über.
Sie trägt immer noch ihre Schuhe in den Größen 23-24, mit Schuheinlagen, im kommenden Monat werden wir den Orthopäden wieder aufsuchen.

Sonst stehen uns die Besuche beim Augenarzt (wegen der Weitsichtigkeitskontrolle und des Stereosehens) und bei dem KiArzt (wegen der Blutabnahme) vor. Im vergangenen Monat haben wir es nicht geschafft, die KiaPraxis ganz zu meiden, aber wir waren dort nur wegen der neuen Rezepte.

Hier auf dem Foto das Geburtstagskind beim "Schreiben", es ist heute ein wenig sich selbst überlassen, da sich die Erwachsenen mit eigenen Gedanken beschäftigen... Der nächste Monatsgeburtstag kommt bestimmt.

Als Geschenk gibt es einen Toilettentrainer - eine solche "Treppe", mit der Johanna die Erwachsenentoiletten benutzen kann.

Mittwoch, 28. April 2010

Ist sie etwa gewachsen?

Alles ist plötzlich zu kurz geworden, von einer Wäsche zur anderen - die Kleider passen definitiv nicht mehr. In unserem Vorratsregal fanden wir dieses Kleid und einen ganz neuen Pullover - Johanna sieht auf einmal ganz erwachsen aus. Wir wollen heute ausgehen, Johanna darf mit und wartet geduldig im Vorgarten auf den Papa, der mit dem Roller nach Hause kommen wird. Den Stuhl hat sie sich selbst geholt.Auf diesem Foto steht sie allerdings auf einem Mäuerchen - sie zeigt, dass sie schon ganz groß ist.Wieso plötzlich solch eine Begeisterung?
Man hört den Roller!
Der Papa ist da!

Wir müssen sie messen in den nächsten Tagen, sie scheint wirklich größer geworden zu sein.

Aus dem KiGa bringen wir zurzeit ein Kind, dass eine Sandspur überall hinterlässt. Sie ist eine begeisterte Sand-Kasten-Spielerin und ist manchmal wirklich bis zu Haarenspitzen "versandet". Eine andere Vorliebe ist Wasser - im Moment in den kleinen KiGa-Waschbecken. Zum Glück bringt sie ihre Erzieher dort nicht immer (oder noch nicht :-)?) aus dem Gleichgewicht damit - es muss ja fast immer eine Umziehaktion stattfinden... Ich freue mich auf den Sommer und auf das Spielen im Plantschbecken auf der Terrasse, was wir im letzten Sommer ganz vermisst haben.

Montag, 26. April 2010

Na sowas...

Am gestrigen Abend hat Johanna uns alle mit einer bösen Überraschung vom Sofa gerissen: ich sah plötzlich, dass sie eine Saftpackung vom Tisch nahm und den Saft mit energischen Bewegungen auf den Boden ausschüttelte. Mensch, Johanna, das gibt es doch nicht! Das hat sie mal vor zwei Jahren vielleicht gemacht, aber jetzt... ??? Maria stellte Johanna zur Rede. Johanna erzählte etwas von einer "Gabel"... mehr konnte man nicht herausbekommen.
????

Den Teppich mit den gemeinsamen Bemühungen getrocknet, den Sofabezug ausgewischt, brachte ich Johanna enttäuscht ins Bett. Alles roch nach Apfelsaft, der Geruch erinnerte an eine komische, willkürliche Handlung. Ich konnte mir das nicht erklären.

????

Die leere Packung blieb in der Spüle liegen. Als ich sie am Morgen wegwerfen wollte, merkte ich, dass darin etwas war. Maria schlug vor, die Packung aufzuschneiden. Ich schnitt die Packung auf. Darin fand ich ein Messer aus Johannas Spielküche. Erst dann wurde es uns klar: sie spielte "Kochen", das Messer steckte sie in die offene Saftpackung, es verschwand... und sie hat versucht, es herauszubekommen... leider samt Inhalt... und dann wusste sie nicht mehr, was genau verschwand -Messer oder Gabel.

Auch wenn alles immer noch nach Apfelsaft riecht, bin ich froh, dass dies doch keine willkürliche Bewegung war...

Dienstag, 5. Januar 2010

Ein kleiner Rückblick

zu Johannas aktuellem Stand.

Eine Studie zum Thema Entwicklung soll dies nicht werden, ich beschreibe einige Situationen, die uns überrascht haben. Zum Analysieren/Nachdenken/Überlegen hatte ich kaum Platz in meinem Alltag, ich werde nur meine Notitzen abarbeiten...

Vor drei Jahren saßen wir im Winter mit einem Baby vor dem Kamin, und riefen allen möglichen Menschen im Haus hinterher: "Bitte, die Tür zu!". Die Wärme floß einfach heraus in das kalte Treppenhaus und wir dachten, das DIESES Kind nie verstehen wird, dass man die Tür zumachen muss. Jetzt sind wir drei Jahre weiter. Johanna, Tür zu! - und sie tut es einfach.

Keins der älteren Kinder mochte Dunkelheit. Das dunkle Treppenhaus war in der Nacht ein Hindernis hoch drei. An einem der Tage saßen wir Eltern unten. Kurz vor 12 in der Nacht klopfte es an der Tür. Mama, hi! Johanna wurde wach und ist kurzerhand zu uns nach unten gekommen, das absolut (zu dieser Tageszeit mit Rollos gesichert) dunkles Treppenhaus mit der Rundtreppe und vielen ungleichmäßigen Stufen waren für sie kein Problem. Sie verputzte mit uns einige Mandarinen, kommentierte das Programm über die Geschichte Trojas (Haus, Aua!, kaputt!) und ließ sich wieder ins Bett bringen.

Der Tisch wurde zig mal ab- und eingedeckt, Johanna war immer dabei. Johanna, bringst du vielleicht dieses Weinglas zum Tisch? - und sie tut es einfach.

Wir essen Mandarinen. Ich schäle, teile, alle essen. Johanna bekommt auch ein Stück nach dem anderen. Hast Du schon alles aufgegessen? So schnell? - Nein, das hat sie nicht, sie ist überall hingegangen und allen ihren lieben Menschen ein Stückchen gegeben. Unsere anderen Kinder haben das auch gemacht, aber nicht in dem Maßstab.

Johanna möchte in den KiGa. Es sind aber Ferien... "Nanna Garten! (Johanna möchte in den KiGa!) Mama Nanna Garten! (Die Mama bringt Johanna in den KiGa!)" Johanna geht zur Garderobe, zieht an ihrer Jacke. Als ich zu ihr komme, zeigt sie auf meine Jacke, zieht an meinem Ärmel - "Nanna Garten!". Am letzten KiGa-Ferientag erklärt maria, dass man noch einmal schlafen muss. Nach dem Mittagsschlaf wird Johanna wach. "Nanna Garten?" Wie soll ich ihr schon wieder erklären, dass nur der Nachtschlaf zählt...?

Johanna wiederholt viel. "Spaß", "Teich", "mehr", "Haare", "Mund", "Fuß" - plötzlich kann man nicht mehr hinterher zächlen. Die Sätze werden zahlreicher, sie sind nach wie vor einfach, aber es sind viele. "Hase ist da!" "Mama da" "Nanna auch Prosst!" "Da auch aua!" "Papa arbeitet" "Nanna auch arbeitet" "Garten gehen!" "Mama kitzelt". Der letzte Satz war "Mama lieb!" - das haben wir uns nicht mal träumen können.

Sie macht auch viel Quatsch. Es geht so schnell, dass ich nicht schnell genug aufräumen-putzen-aufwischen kann. Ein kurzes Telefonat bei Mama zum Ende des Frühstücks - Johanna macht sich "an die Arbeit": den Drehverschluß auf der Milchpackung aufgemacht, die Tüte hingelegt und beobachtet, wie sich die Milch unter den noch nicht abgeräumten Tellern verteilt...
Ich habe es noch nicht geschafft, den Milchsee "aufzuarbeiten" - Johanna kommt mit einem "wichtigen" Gesicht. "Mama, da! Da Ei!" - Ja, im Flur liegt auf dem Boden ein ausgelaufenes Ei, daneben liegt ein Löffel - sie hat sich ein Ei geholt und wollte es offensichtlich verspeisen...
Johanna, wir putzen das Ganze weg und gehen malen. Ins Zimmer gekommen, die Stifte ausgepackt - und sofort die Tapete bemalt... Das kann man noch lange aufzählen. Einsichtig ist sie schon. Wenn man schimpft, macht sie dann ein beleidigtes Gesicht, schmollt ein wenig... und es bleibt die Hoffnung, dass sie das mit dem ganzen Quatsch nicht weiter betreibt...

Sie liebt kleine Rituale. Beim Einschlafen werden erst die Sterne auf der Decke angestrahlt, damit sie in der Dunkelheit leuchten. Der Schnuller wird gesucht und gefunden, das Kissen zurechtgemacht... Sie möchte beim einschlafen meine Hand halten - so ist es "sicherer". Und so bleiben wir in der Dunkelheit und beobachten eine Weile die Sterne. "Stern" -das kann sie sogar sagen.

Sie fängt an, eine Wahl bei alternativen Varianten zu treffen. Ich stellte früher zwei Packungen Saft auf den Tisch und sie sollte sagen, welchen sie möchte. Oder aus zwei Wurstsorten, aus zwei Puppen, zwei Büchern wählen. Heute war der endlich der erste Kindergarten - Tag. Eine dickere braune Jacke habe ich morgens ausgelegt. Johanna geht zur Garderobe und zieht am Ärmel ihrer roten Jacke. "Mama, das!"

Johanna hat die Namen der Erzieher wirklich drauf. Sebastian wie "Astia", Heike wie "Keiike" und Maren wie "Aaren" - ich hoffe, die Erzieher werden nicht enttäuscht. Auch einige Kindernamen konnte ich heraushören.

Das sind nun unsere kleinen Schritte.
Heute habe ich das Kinderbett abgebaut. Johanna kann endgültig in ihr neues Zimmer einziehen. Aber es ist so kalt in der Nacht, ich denke, dass ich noch eine Weile die Kleine bei mir haben werde.

Freitag, 4. Dezember 2009

Neue Wörter, neue Entwicklungsschritte

Johanna hat einige Schübe in der Entwicklung gemacht. Sie spricht viel, auch wenn sie für Dinge und Ereignisse manchmal nur eine Silbe hat. Sie sagte schon öfter - für uns überraschend - klar und deutlich "Maria" oder "nicht mehr" oder "mit Papa" oder "Brot" oder "Laura" (ein Kind aus ihrer Gruppe) etc. Johannas Logopäde ist mit ihr in der letzten Zeit sehr gut zufrieden und berichtet von positiven Schritten. Das passive Sprachverständnis kann ich und alle mit Johanna arbeitenden Menschen als ziemlich gut bewerten, sie versteht viele Bitten und Anweisungen, bei der Arbeit mit den GUK-Karten zeigt sie mal eine Geste, oft ihre eigene, aber immer öfter sagt sie auch ein Wort zur Karte.

Das heisst natürlich nicht, dass Johanna auf die Bitte reagiert, die sie eben verstanden hat. Sie Trotzphase ist auf dem Vormarsch.

Eine Bestätigung ihrer eigentlich guten Körperwahrnehmung haben wir in diesen Tagen erlebt: nach dem KiGa hielt Johanna wie immer ihren "Nachmittagsschlaf", aus dem sie mit einem Schmerzgeschrei aufwachte. Erst war sie noch halb verschlafen und schrie wie am Spieß einfach so, was wir von ihr gar nicht kennen. Ein wenig beruhigt und in der Pause zwischen zwei Schreianfällen zeigte sie auf ihren Bauch. Damit es noch deutlicher wird, krempelte sie sogar ihren Pullover hoch, um auf ihren nackten Bauch zeigen zu können.

Die roten Bohnen, die sie im KiGa gegessen hat, hat sie schlecht vertragen. Der Nachmittag und der Abend sind für mich damit gelaufen... aber Johanna ist ein arbeitgeberfreundliches Kind, sie hat nur Mamas "Freizeit" für ihre Krankheit gebraucht, am nächsten Morgen ging sie wieder fit und munter in den KiGa, nur ein wenig gerötete Augen zeigten, dass sie ganz schlimm weinen musste...