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Montag, 15. August 2011

"Schreibversuche"

Johanna will schreiben. Und zwar will sie alles alleine machen - also schreibt sie ihre eigenen Buchstaben... zeigen lassen will sie sich momentan eher weniger... Na gut... was erkennt man denn hier? Einige Elemente könnte ich unter Umständen als gezielte Übungen sehen ;-)Hier will sie gleich ganze Wörter schreiben und ließt uns alles vor: Mama, Laura...
So entstand plötzlich im ganzen Gekritzele ein Wort, das sie schon lange von uns vorgeschrieben bekam - da oben rechts. Johanna war alleine mit Oma im Zimmer, sie hat das ganz spontan geschrieben - allerdings eher gemalt, da sie es keinesfalls wiederholen wollte und auf die Frage: "Wo hast Du denn das Wort "Papa" ?" - zeigte sie uns die Linien auf dem anderen Blatt...


In den letzten Tagen hatte Johanna wieder mal die Möglichkeit, einen Brief zum Postkasten zu bringen, und hat dies vorbildlich erledigt. Das Weglaufen als solches ist immer noch da, es hat sich aber verändert: besonders, wenn sie sieht, dass wir hinterher rennen, packt sie eine Art Ehrgeiz und sie legt an Geschwindigkeit zu - und läuft dann recht schnell weg...

Heute hatten wir eine andere Erfahrung. Am Abend in der Stadt, nach einer Kugel Eis im kleinen Cafe, ist Johanna gegangen... in eine ganz andere Richtung...
Wir alle standen da und es wollte keiner hinterher rennen. Wir winkten und riefen, dass wir nun weggehen, und haben das dann auch getan.
Nach wenigen Sekunden rannte Johanna, mit etwas verlegenem Gesicht, zu uns.
Sie ist nicht weggelaufen... sie ist nicht weiter in "ihre" Richtung gelaufen... hatte sie tatsächlich etwa Angst bekommen, dass wir ohne sie weggehen?

Donnerstag, 11. August 2011

Verstecken spielen...

Johanna spielt mit Begeisterung Verstecken.Sie kann dabei bis ca. 15 fehlerfrei zählen - allerdings fehlt ihr die Zahl "2" nach wie vor... Das Wort "fehlerfrei" relativiert sich deshalb...


Samstag, 9. Juli 2011

Nicht getroffen...

In einem Cafe in Osnabrück, haben wir gesagt bekommen, können wir einen jungen Mann nit DS erleben, der als Kellner arbeitet. Das Cafe wurde als eine Stelle für s.g. ausgelagerte Arbeitsplätze der Heilpäd. Hilfe Osnabrück geöffnet.

An diesem Morgen war Keiner mit einem gewissen Extra im Dienst...
Dann müssen wir wohl noch einmal kommen...

Aber ohne Eis gehen wir nicht weg.
Johanna bekommt ein Eis, wie es hier serviert wird: eine Kugel liegt im Schälchen, daneben liegt eine Waffel. Johanna griff nach dem Waffelhörnchen. Es war leer! Die Kugel blieb ja liegen. Kurzerhand setzte Johanna die Waffel auf die Kugel und drückte kräftig drauf.
Zack!
Die Kugel wurde in die Waffel gepresst -
ein feierlicher Blick -
und .... es wird genossen!Unsere Blicke fixieren Bodenfliesen, die ziemlich rutschig sind, eine nicht besonders gepflegte Toilette, kahle Wände, einfache Tischläufer, einfache Menükarte... Wofür man sich so interessiert...

Werkspionage und etwas zum Lächeln

08.04.2011

Am frühen Nachmittag sind Mama und Papa mit vielen technischen Dingen beschäftigt gewesen, was Johanna sehr langweilig vorkam. Es ging um Lichter und Leuchten... Die Firma ist auf einem neuesten Stand im Energiesparen. Um einigermaßen ruhig sprechen zu können, musste ich Johanna beschäftigen... womit denn..? ah, nimm´ doch Papas Handy... Während wir uns unterhielten, schaltete sie die Kamerafunktion und machte einige Aufnahmen der Ausstattung, was dem Firmenchef eher nicht passte. Ich habe versichert, dass wir alles sofort löschen werden.
Dass wir Johanna dafür extra mitgenommen haben, glaubte er uns nicht. :-)))))

Aus dem Fenster der Firma hat Johanna eine Lichtwerbung gesehen und hat diese, ganz richtig, als eine Eis-Cafe-Werbung zugeordnet. Das war eine willkommene Abwechslung nach den langweiligen Firmenräumen... Das Cafe hatte eine Kinderecke und einen "Parkplatz" für die Kinderfahrräder. Johanna ging dorthin...
Tja, man merkt, dass sie das nicht so genau nimmt - meins, deins... - sie nahm sich einen Roller, wie sie dies im KiGa tut...
Natürlich mussten wir sofort verbieten etc. - leider kann Johanna überhaupt nicht mit einem Roller fahren - und schon gar nicht wegfahren, wie die Besitzer sich dachten...

Wir kamen nach Hause. Wir standen im Eingangsbereich und ich half Johanna, die Jacke auszuziehen.
Sie schaute mich an.
Sie hat sich an etwas erinnert!
Heute Morgen stand ich an der gleichen Stelle und knöpfte die gleiche Jacke zu. Ich sagte, ich muss schnell zum Arzt, deshalb geht sie mit Papa in den KiGa. Sie hat sich erinnert!
- Mama? Arzt? Du? Gut?
Ohne alle Familienmitglieder sofort der Nicht-Aufmerksamkeit zu bezichtigen, muss ich sagen, dass Johanna die einzige war, die mir diese Fragen gestellt hat. Soviel zum Thema soziale Kompetenzen.


Johanna gehört zu der Hälfte der Bevölkerung, die ihre Zungen rollen kann. Papa kann auch, Maria kann es, Oma kann es... Nur Mama kann es nicht...

Johannas schwarzhaarige Puppe heißt Juana, sie spricht Spanisch oder Deutsch mit Akzent. Johanna verabschiedet sich, sie spricht auch für ihre Puppe:
-Hasta la vista!


???????

Was brachte es, dass Maria im Spanischunterricht die richtige Form gelernt hat? - die Stimme vom Terminator hat sich offensichtlich tiefer eingeprägt, bei allen...

Freitag, 1. Juli 2011

Und viele Zwerge...

Das Thema "Märchen" wird aktuell im KiGa behandelt. Letzte Woche war Johannas Gruppe im Märchenwald bei Osnabrück, davor wurden viele Märchen gelesen und erzählt... Johannas Märchen-Kenntnisse mit ihren 4,5 Jahren waren nicht besonders umfangreich. Noch vor Kurzem hörte sie nicht lange zu, wenn man ihr etwas vorgelesen hat. Wie wird man all die Märchen wissen können, wenn man nicht zuhört?...
Das änderte sich vor einigen Wochen. Ihre Aufmerksamkeit hat deutlich zugenommen, sie konnte sich länger konzentrieren. Wir ergriffen die Chanse und versuchten, im Schnellverfahren das deutsche Märchengut in sie hinein zu stopfen. Sie wurde in jeder freien Minute mit Märchen "bestrahlt".
Nun kennt sie den gestiefelten Kater, Dornröschen, Schneewittchen, Schneeweißchen und Rottkäppchen.

Die Gruppe von Johanna wird nächste Woche das Märchen vom Schneewittchen aufführen und es wird fleißig geprobt. Johanna hat uns nichts davon erzählt.

Dann wollten wir doch etwas erfahren. Nun wissen wir, dass Johanna einen Zwerg spielt, einige Namen der Kinder mit der "Zwergenrolle" und die böse Königin hat sie genannt. "Spieglein, Spieglein an der Wand" hat sie uns auch vorgetragen.

Heute habe ich im KiGa gefragt, ob ihre Angaben richtig sind.
Ja, sie sind richtig.
Johanna hat das Wichtigste mitbekommen.

Und es sind tatsächlich VIELE Zwerge.

Donnerstag, 30. Juni 2011

Selber überlegt...

Heute verabschiedete sich Johanna von ihrer Betreuung, bei der sie die Donnerstage verbracht hat während Mama in der Konferenz saß.
Nach dem KiGa zeigte ich Johanna, was ich als Abschiedsgeschenk vorbereitet habe. Wir waren uns einig, dass wir es erst am Abend zusammen überreichen, wenn ich Johanna abhole.

Am Abend versteckte ich das Mitgebrachte unter der Jacke und zeigte es Johanna.
Ganz selbstbewusst nahm sie es in die Hand und ging auf die Dame zu.
- Frau XXX! Hier! Ein Geschenk. Für Dich!
Ich habe mit ihr nichts eingeübt, das hat sie eben spontan ausgesprochen...
Na, vernünftig genug?

Montag, 27. Juni 2011

Kommandier-Phase

Johanna kommandiert alle herum. Sie fing an, ihre Oma herum zu kommandieren, nun testet sie, wie weit sie bei uns gehen kann. Auch beim Hinbringen in den KiGa versucht sie, ein Machtspielchen anzufangen. Leider fing sie auch an, wenn es etwas nicht passt oder wenn ihre Umgebung aus ihrer Sich nicht schnell oder nicht kooperativ genug war, die Menschen mit Zupfen, Schubsen, Ziehen etc. in Bewegung zu bringen. Immer wieder musste ich in den letzten ca. 2 Wochen dies resolut unterbinden.

Johanna sitzt, in ein Tuch nach einer Wasserschlacht eingewickelt, auf dem Sofa. Ich sitze neben ihr, es ist Nachrichten-Zeit. Johanna will plötzlich essen.
- Mama! Brot! Brot mit Schinken!
Ich bin innerlich bei den Nachrichten.
- Mama! Mama! Brot essen!
- Ja, ja, ich bringe dir gleich etwas aus der Küche... aber nicht jetzt!

Eine Weile bleibt Johanna sitzen, sie wartet, aber ihre Geduld reicht nicht.
- Mama! Ich mag nicht hauen! Mache ich nicht! Aber Brot!

Hm... was hat sie gemeint? Dass ich schätzen soll, dass sie wartet, aber soll nicht mit dem Warten Lassen übertreiben? Oder war das eine "erwachsene" Gewalt-Verzicht-Erklärung?

Donnerstag, 27. Januar 2011

Sie weiß, was zu tun sei...

Einer von Johannas Lieblingsdarstellern ist der kleine Eisbär Lars. Johanna bekommt per Post einen ganzen Film! (Mamas eb-- - Fund).

Lars passt nicht auf und wird auf einer Eisscholle in das offene Meer getrieben.
Er ruft nach seinem Vater. Der Vater ist aber sehr weit und bekommt nichts mit. Er fragt sich, wo der Lars wohl sein mag...

Johanna schaut aufmerksam zu und gibt dem Eisbärvater einen Rat:
- Papa! Suchen! Lars suchen!

Freitag, 26. November 2010

Nochmal verbessert...

oder einfach widersprochen?

Johanna zieht ihre Schuhe immer wieder aus. Der Boden ist kalt. Zig mal habe ich die Schuhe wieder angezogen. Am Ende des Tages bin ich ärgerlich.

-Johanna, du wirst krank werden! und du wirst nicht in den KiGa gehen können! und ich kann auf Anhieb keine Omas-Opas-Tanten finden, um mit dir zu bleiben!

Johanna schaut mich an.
- Doch! Tante Cl---!

Donnerstag, 4. November 2010

So ein Donnerstag...

Ich habe Johanna kaum gesehen.
Am Vormittag durfte sie in den KiGa, am Nachmittag ging sie zu ihrer "Konferenz-Betreuung". Sie verbrachte dort einen ruhigen Nachmittag im warmen Haus beim Spielen und Lesen - das war das, was ein krankes Kind irgendwann gesund macht.

In der gleichen Zeit hatte die Mama den Elternsprechtag, sodass sie ihren Pflichten nachgehen konnte und das Kind in guten Händen wissen konnte.

Zu Hause habe ich mich endlich mit dem Bild befasst, dass ich am Morgen aus dem kiGa mitnehmen durfte. Links ist ein vorgezeichnetes Männchen, rechts ist das Bild vom Papa, das nach dem "Muster" entstand.

Eine Vorstellung vom Körperbau? Sie ist bereits da.

Montag, 16. August 2010

Spinnen-Schlangen...

Zu unserem Tausendfüssler gesellten sich nun eine Spinne und eine Schlange, das sind Johannas letzte KiGa-Bastelversuche. Bei der Spinne malte Johanna den Rücken aus und schnitt ihn einigermaßen gerade aus. Die Füße reichte sie nach und nach der Erzieherin, die diese mit Heißkleber befestigte. Als wir die Spinne nach Hause brachten, zeigte Johanna "Rücken", "Füße", "Kopf" und "Bauch" bei der Spinne und wusste, dass man damit jemanden erschrecken kann. Bei Papa ist es ihr sogar gelungen :-)

Nun ist eine Schlange fertig geworden. Sie wurde während einer Ergo-Therapie-Einheit gebastelt. Johanna hat den Kopf angemalt und ein wenig geschnitten (ich muss noch genauer nachfragen, was genau) und die Körperteile zusammengeklebt. Sie konnte wunderbar "Kopf", "Zunge", "Augen", "Schwanz" zeigen. Egal, wie groß/klein Johannas Anteil am Schneiden war, das Ziel wurde erreicht. Sie hat auf einem anderen Schlangenbild die Körperteile zeigen können.

Montag, 28. Juni 2010

Ein Bild für Maria

Maria ist seit 3 Tagen im Zeltlager und Johanna vermisst sie sehr. Jeden Morgen wird gefragt, ob Maria (heute?) kommt. Ich schlage auf dem Weg zum KiGa vor, ein Bild Maria zu schicken. Johanna fängt an zu malen sobald wir in der Gruppe sind:Drei orangene Häuser (rund), ein blauer Fluß, grüne Büsche und eine rote Blume. Der "Schriftzug" "MARIA in braun und darunter ein silbernes Herz. Natürlich renne ich danach zum Briefkasten.

Sonntag, 27. Juni 2010

Zwei kleine Dinge...

Johanna hilft beim Abspritzen einer Plane: sie versteht, dass die Plane erst nass gemacht wird, dann mit einer Bürste gerieben wird, dann ordentlich abgespritzt wird. Sie und Papa arbeiten unten im Garten, er hat die Bürste in der Hand und gibt Anweisungen, was Johanna machen soll - und sie sind ein gutes Team, wie ich das so sehe... Johanna hat wieder ihre Stange aufgehängt bekommen. Von meinem Stuhl am PC knipse ich dieses Bild und google ganz schnell ein paar Bilder zum Thema "Geräteturnen". Johanna sieht vier Mädchen, die auf einer Stange kopfrunter hängen. Josef hat seine Hilfe angeboten. Nee, Johanna ist noch nicht soweit, sie hat noch Angst und es klappt noch nicht. Wir arbeiten daran.

Am Freitag, während des Sommerfestes im KiGa, habe ich Johanna im Waschraum gesehen. Sie stand auf einem Bein, das andere Bein hoch, Fuß im Waschbecken, der Schuh direkt unter dem Wasserhahn - sie war gerade dabei, das Wasser aufzumachen. Ich habe geschimpft. Als wir zu Hause waren, haben wir gemerkt, dass Johanna in ihren schmalen Lackschuhen, die sie nicht alleine ausziehen kann und ohne Socken trug, viel Sand und kleine Steinchen hatte, die sie wahrscheinlich "ausspülen" wollte, und zwar, wie immer "ganz alleine". Das Bild von diesem Spagat am Waschbecken habe ich immer noch im Kopf... Vielleicht müssen wir uns wirklich nach einer Turnen-Gruppe im Herbst erkundigen?

Donnerstag, 17. Juni 2010

Kooperativer und einsichtiger

erlebten wir Johanna in diesen letzten Tagen. Meine Rückenprobleme hat sie mittlerweile "drin", es wird mal "gefragt", ob ich sie tragen kann, aber dabei bleibt es. Sie geht zu Fuß, und das klappt.

Im KiGa sollten die Kinder eine Mütze für die heißen Mittagsstunden haben - der Papa macht einen Schnappschuß beim Abholen: es geht doch!Am Nachmittag mussten wir, Johanna und ich, einen ausstehenden Termin beim Orthopäden wahrnehmen - das war noch eine kleine Baustelle bei uns. Johanna ging den ganzen Weg vom Parkplatz, so um 100 m, an der Hand, wir haben gesungen und sie machte keinen Aufstand. Im Wartebereich hat sie sich vorbildlich benommen, die Dame an der Theke nett begrüßt, dann wartete sie brav vor dem Meßraum
und machte sonst alles, was der Orthopäde wollte - den Schuh ausziehen, das Bein ausstrecken etc... Die Schuheinlage war etwas großzügiger geschnitten, für einen Winterschuh, jetzt passt sie genau, zum Ende des Sommers sollten wir nochmal vorbeikommen.

Diese "Mitarbeit" von Johanna ist leider nicht immer selbstverständlich. Beim Fotografen-Termin vor drei Wochen im KiGa schaute sie nett in die Kamera für ein Gruppenbild, aber für eine Individualaufnahme war sie nicht zu haben... Nach dem Besuch eines Zahnarztes im KiGa bekamen wir einen langen Formular-Zettel, auf dem alle möglichen Varianten von Untersuchungsergebnissen angekreuzt werden sollten.
Bei Johanna war nur ein Satz angekreuzt.
Ihr Kind ließ keine Untersuchung zu.
Es kann nur besser werden.

Montag, 7. Juni 2010

Wieso

versteckt sie sich?

Ganz einfach. Sie hat sich schon wieder Papas Handy geschnappt und will ihre Musik hören. Der Papa tut so, als ob er sie fangen würde. Sie laufen um den Tisch herum, dann läßt der Papa sie doch spielen. Sie weiß genau, wie sie das Gerät entriegelt und wie sie an ihre Songs kommt. Andy Mcdonald und Lena sind u.A. hoch im Kurs, so hören wir zum ---- Mal "This is my face". Dann "bestellt" Papa ein anderes Lied - und hör`mal da - es wird gefunden!Johanna lacht, Papa klatscht.

Dann schaut er mich an, und ich weiß schon, was er meint: kriegen wir sie doch hin?

Und dann macht Johanna etwas, worüber wir nur staunen. Sie rennt mit dem Gerät in beiden Händen und stolpert. Und fällt natürlich. Nur nicht so wie sie sonst überwiegend macht, nach vorn, auf die Handflächen... Sie fällt auf die Ellenbogen, das Gerät bleibt in den Händen. Sie kommt, weinend, und will getröstet werden.
- Mama! Nanna aua! AAAAA (Musik) nicht aua!
Wollte sie wirklich das Handy retten? Eigentlich (noch) unvorstellbar...

Dienstag, 1. Juni 2010

Einige Notizen am letzten Kalender-Frühlingstag...

Johanna ist 3,5 Jahre und weitere 2 Wochen alt geworden. Sie hat in der letzten Zeit hübsche Sommersachen bekommen, jetzt in den Größen 98-104, die leider noch schön im Schrank warten müssen. Auch am heutigen Morgen ging sie in den KiGa mit einer ziemlich dicken Jacke...

Am Nachmittag ging Maria reiten. Johanna sah den Helm und fragte: Nanna auch re-te? (reiten, meinte sie wohl). Ja, Johanna, noch zwei Mal schlafen - und wir gehen auch reiten!

Johanna klopft ins Badezimmer, wo die Mama sich gerade fertig macht. "Nanna gucken?"

Johanna will ein Buch aus dem Regal holen. Sie nimmt ihr Buch heraus, die drauf liegenden Bücher fallen ihr entgegen. "Mama! Hilfe!"

Johanna möchte lesen. Ich schlage vor, wir können uns im Schlafzimmer schön gemütlich hinsetzen. Ja, das machen wir. Nimmst Du Dein Buch, Johanna, ich nehme die anderen zwei. "Nein, Mama Bücher!" (plötzlich ist eine Plural-Form da!)

Wir machen uns beguem, jetzt suchen wir uns das Buch aus, das wir erst lesen wollen. Johanna nimmt den Stapel Bücher - das unterste Buch hat Papa abgelegt. Sie schaut sich den Albert Einstein auf seinem berühmten "Zunge-Heraus"-Foto an und fragt: "Papas Buch?" Komisch, mir hat sie das Buch nicht zugeordnet... Aber eine Possessivform ist plötzlich da!

Johanna braucht ab und zu ihren Schnuller zum Einschlafen. Ich unterbinde das (noch) nicht, da ich beobachte, wie sie ihre Mundmuskeln auch im Schlaf betätigt. Eines Abends finde ich den Schnuller nich. Keine Ahnung, wo er sein mag. Und Zeit, um jetzt das ganze Zimmer auf den Kopf zu stellen, will ich nicht investieren. Ich sage Johanna, dass es vielleicht eine Maus war, die sich ihren Scghnuller geschnappt hat. Johanna nimmt das hin. Am Morgen erzählt sie Papa: "Schnuller Maus"! Danach finden wir ihn. Dann bleibt die Wortkombination gleich, die Intonation verändert sich: "Schnuller Maus"?

Johanna hat zurzeit viele Lieblingsbücher, einige davon sind eher für ältere Kinder, aber, von Maria einmal vorgelesen, werden sie bei Johanna zur Vorlesesammlung. Im Moment sind Mädchengeschichten von Lesepiraten "in". Ich lese ihr alles brav und ehrlich vor, sie hört länger zu, aber ich bin mir nicht sicher, ob sie das versteht. In einer Geschichte findet ein Mädchen eine Geldbörse und möchte die Besitzerin finden.Als ich den vorletzten Satz vorlas ("Meine Geldbörse!"-ruft Lena.), machte Johanna plötzlich ihre Bewegung für "danke" - Hand flach auf den Bauch - und sagt dann auch "Danke!". Sie hat also verstanden, worum es hier ging.

Das neue Buch vom Tarzan hat Johanna an einer Stelle angerissen... Jo... Mama! Buch heile! Na klar, es wiederholt sich alles... zum vierten Mal... die Kinder machen etwas kaputt, die Mama muss richten, das kenne ich bereits. :-). Ich habe einen Klebestift geholt, mit Johanna zusammen wurde das Blatt geklebt, das Buch unter einen Stapel schwerer Bücher gelegt. Am nächsten Morgen fragte ich, ob wir das Buch begucken wollen - wie es wohl nach dem reparieren aussieht... Johanna dachte einige Sekunden nach und ging zum Stapel.

Johanna mag ja singen. Das deutsche Liedergut muss gesichert werden, die neuesten Lieder haben wir auch viele auf unzäghligen CDs... "Eine Kuh mit Tatoo". Aha. Nun muss ich ja auch mitsingen und mich mit dem Text tiefer beschäftigen, wenn ich Johanna einige Textstücke vermitteln möchte. Die Tiere sind neidisch auf eine Kuh, die ein Tatoo hat, und wollen auch welche haben. Das Schweinchen wünscht sich: "auf den Bauch eine Rose, dann komme ich nicht in die Dose!" Tierschützer, schön die Luft anhalten...

Weiter geht es mit einem flotten Liedchen "Was tragen wir Gänse für einen Frack...". In der letzten Strophe überrolt einen die klare Realität:
"Was machen wir Gänse am Martinstag
Gi-Ga-Gick!
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------------------------
------------------------
Und bricht uns das Genick!" Toll. Johanna "singt" alles mit.

Donnerstag, 27. Mai 2010

Fragen. Fragen?

Sie fängt an, Fragen zu stellen. Das sind natürlich keine Fragen eines wissbegierigen 3,5-jährigen Kindes mit wer was wo warum... Aber sonst sind das ganz normale alltägliche Fragen.
Der Papa ist ja immer noch unterwegs.
Johanna und ich fahren aus dem KiGa nach Hause. Kurz vor unserer Straße fragt Johanna:
- Mama? Maria hause? (zu Hause, meint sie)
- Ja, Maria ist da, sie wartet auf uns.
- Papa hause?
- Nein, leider noch nicht...
- Papa da? (sie will fragen wann er da sein wird, aber es fehlen die Worte)
- Vielleicht ruft er uns heute an, dann wissen wir mehr.
- Nein, Nanna Papa! (sie will ihn anrufen, nicht warten :-) )

Ich habe die Sommersachen durchgeschaut, einige liegen auf dem Wickeltisch.
Nach dem Schlafen schaut Johanna auf den Haufen.
- Marias?
(siehe mal da, da haben wir sogar eine Possessivform dazu!- das hat sie also auch drauf)

Ich habe Johanna vor einigen Tagen sehr ungünstig hoch gehoben und habe mir ein Problem im Rücken zugezogen. Wenn sie merkt, dass ich mich schlecht bewege oder mal mich beschwere, fragt sie, ganz rührend:
-Mama? Besser?

Sonst ist ihre Aussprache nicht berauschend... Manche Wörter (wie Joghurt oder kochen/Kuchen) kann ich nur im Bezug auf die konkrete Situation verstehen.

Samstag, 22. Mai 2010

Einen tollen Tag

haben wir drei Frauen verbracht: nach dem Frühstück ging es in den Garten, unsere große Helferin war natürlich immer dabei. Beim Fegen klappte es mal gar nicht, mal ziemlich gut,beim Beschneiden der Büsche ging es einer manchen Blume an den Kragen... die unzurecht geschnittenen landeten dann in einer Blumenvase... sonst kann man das Ganze langsam als Hilfe nennen...

Beim Einkaufen durften sich die Mädchen Eis aussuchen, das Johanna sofort nach dem Bezahlen haben wollte. Zum ersten Mal erlaubte ich ihr, das Eis in ihrem Fahrradsitz beim Fahren zu essen. Ich dachte, dass ich danach ihre und auch meine Kleidung waschen muss - nichts davon stimmte, nur ihre Hände und das Gesicht musste ich zu Hause abputzen :-)

Die Zeit des Mittagsschlafs ist gekommen. Ich bleibe immer mit Johanna bis sie eingeschlafen ist. Wir haben im "Nemo"-Buch geblättert. Danach "sagte" sie mir, dass ich gehen soll, dass sie das Buch noch alleine liest und danach einschläft. Ich wunderte mich, aber ging. Nach einer Viertelstunde schlief sie wirklich...

Am Abend haben wir eine Fahrradtour unternommen. Während unserer Asienreise haben wir Gegende gesehen, in denen man vielleicht tagelang fahren muss, um ein solches Bild zu erleben. Wir fahren nur 5 Minuten von unserer Haustür...


Am Abend sind alle Tiere nicht so ängstlich - so wie eine Entefamilie, die gern zu uns gekommen war.

Zu unserer Überraschung haben wir sogar Hasen und ein Reh gesehen, alles wenige Minuten von unserem Haus entfernt. Im letzten Jahr reagierte Johanna noch etwas zerstreut auf die Tiere, in diesem Jahr kann sie gut der Blickrichtung folgen, schaut lange hinterher, zeigt, wo sie den Hasen gesehen hat und wohin er gelaufen ist. Die Objektpermanenz haben wir nicht umsonst trainiert. :-)

Mittwoch, 5. Mai 2010

Turnen, und nicht alleine...

Es wurde angedacht, dass Johanna nicht alleine, sondern mit einem anderen Kind die KG-Stunden absolvieren kann. Dadurch - so versprechen wir alle uns - werden die Beiden, die bis jetzt Motivationseinbrüche hatten, neue Impulse finden und eventuell weiter miteinander motivierter turnen. Schon die erste Stunde hat viel gebracht. Das andere Kind ist jünger als Johanna und muss viel an seinem Muskeltonus arbeiten und die richtigen Krabbel-Aufstehen-Laufen-Abläufe erlernen. So gesehen kann Johanna schon viel vormachen und als ein gutes Beispiel dienen. Wir werden sehen, wie sich die Beiden verstehen werden.

Johanna spielt gern im Garten. Da unser Garten mit Baumaterialien belegt ist, bleibt uns nach wie vor der Vorgarten. Der Autoverkehr bleibt uns natürlich auch erhalten, mit der Zeit merke ich, dass ich wirklich nicht nur aufpasse, sondern auch kleinere Arbeiten an den Beeten erledigen kann. Ich hoffe, dass es auch so bleibt. Natürlich versucht Johanna, sich immer weiter mit ihrem Bobby car oder mit dem Rad von unserem Haus zu entfernen, aber ich merke, dass sie immer den "Rückblickkontakt" hält und nie sich ZU weit entfernt. Das wird sich irgendwann ändern...

Heute hat sie uns mit einem neuen Wort überrascht. Sie aß einen Joghurt, ich fragte, ob ich noch helfen muss - manchmal kann sie nicht alles "auskratzen".
- Soll ich Dir helfen, Johanna?
- Nein, leer!

Johanna will überall mitmachen. Auch beim Einkaufen.
- So Leute, ich muss jetz einkaufen gehen. Wer kommt mit?
- Nanna auch geht!

Das Einkaufen mit ihr gelingt leider nicht immer. Sie will den Einkaufzettel halten, lässt ihn natürlich irgendwo fallen, dann will sie aus dem Sitz herausklettern und schafft das. Wird sie zurück gesetzt, ärgert sie sich und schmeisst die Sachen heraus... Ich muss sie bestrafen und das Geschäft unverrichterer Dinge verlassen. Das kam in den letzten Wochen schon ein paar mal vor. Nun werde ich eine Zeit lang diese Aktionen lieber alleine durchziehen, Johanna macht eine "Einkaufspause".

Das Helfen ist bei ihr im Moment groß angesagt. Ich versuche, kleinere Aufträge für sie auszudenken. Sie freut sich riesig, wenn sie etwas geschafft hat. Immer wieder schaut sie mich an und fragt "Papa?" "Maria?" - das soll heißen, wir werden den beiden von ihren Erfolgen berichten.

In einer Woche ist Johanna 3,5 Jahre alt. Sie fand heute einen Zollstock und wollte sich messen. Als ich sie dann zur Wand gestellt habe und einen Strich über dem Kopf machen wollte, kam mir ihre Größe merkwürdig vor, zu groß war sie plötzlich. Sie stand auf den Zehenspitzen! Sie fängt an zu mogeln :-)

Montag, 3. Mai 2010

Kleine Notizen am Rande...

Die letzten Tage waren für mich sehr intensiv, Johanna musste eher "mitlaufen", es gibt wenig Fotos.

Am heutigen Montag konnten wir etwas länger Geplantes endlich realisieren.
Johanna kann sich nach wie vor nicht mitteilen, sie kann im KiGa nichts erzählen - nur mit Hilfe von Fotos... So haben wir uns angedacht, dass Johannas ErzieherInnen uns besuchen würden und Johanna zu Hause erleben würden.
Es war ein schöner Nachmittag mit interessanten Gesprächen und Gedanken. Unsere Gäste konnten ein wenig nachvollziehen, was Johanna vor dem KiGa-Einstieg gemacht und erlebt hat, wo waren ihre "Lernorte" und was sie macht, nachdem sie um 14:00 abgeholt wird.
Johanna war an diesem Nachmittag so aufgeregt, dass sie nicht einschlafen konnte, sie half mir sogar beim Tisch decken, Staubsaugen und Böden wischen - und alles gar nicht so schlecht. Als unsere Gäste da waren, hat sich Johanna leider lieber verkrochen. Nach und nach taute sie auf, "erzählte" etwas, aber eine wirklich "Zu-Hause-Johanna" haben die Gäste nicht erlebt... vielleicht nächstes Mal...

Sonst habe ich einige kleine Bemerkungen...

Als ich Johanna abholen wollte, fand ich sie am Tisch draußen, sie malte mit anderen Kindern. Ein Junge, der schon etwas älter ist und den ich öfter neben Johanna sehe, strahlte mich an: "Weißt Du, Johanna kann schon ein bißchen sprechen!"
"Wirklich?"
"Ja, als ich diesen schwarzen Stift genommen habe, fragte sie, ob ich alles schwarz malen will!"
"Aha..."
Das konnte ich mir im Moment nicht vorstellen, dass Johanna das sagen konnte, aber ich sah, dass der Junge es einfach gern sich - und Johanna - gewünscht hat, Johanna endlich sprechen zu hören. Die Kinder verstehen, dass sie eine der "Kleinen" ist, aber dass sie auch anders ist, schwächer auf jeden Fall, und wünschen ihr diese schnellere Entwicklung... Wächst da ein Sozialpädagoge heran?

Ein neues Mädchen mag Johanna sehr gern. Sie will Johanna überall mitnehmen oder gar tragen. Sie hätte sich vielleicht lieber eine große Puppe gewünscht - und meinte in Johanna eine solche überdimensionale Puppe zu finden. Ich habe nach Johannas Geburt gelesen, dass DS-Kinder oft bei den anderen Kindern so beliebt seien, weil sie sehr kooperativ sind und sich gern helfen lassen und gern Vieles mit sich machen lassen etc... Ich fragte mich und die Erzieher, ob dies bei Johanna zutreffen würde. Nein. Wenn das Mädchen zu stürmisch wird, zieht sich Johanna zurück. Sie gibt nicht sofort die Hand und lässt sich nicht überall führen. Sie macht das sehr deutlich mit "nein" oder versteckt ihre Hände einfach oder wehrt sich.
Hoffentlich behält sie diese Grundhaltung bis in die späteren Jahre, dann haben wir es etwas einfacher.