Sonntag, 17. Mai 2009

Ein paar Einblicke

Hier sitzt ein Mädchen, das keine Waldorfschülerin ist und trotzdem mit eineigen handarbeiten vertraut ist. Maria näht "Trostsäckchen" - sie sind mir Körnern gefüllt und werden im Gefrierfach auf ihren Einsatzt bei den blauen Flecken, Prellungen, Beulen etc. warten.
So einfach sind sie, aber wir versprechen uns bei den Tageskindern viel Mitgefühl zum Anderen und eine indirekte Möglichkeit, etwas "gutzumachen"...

Der Tag war lang und hatte viele verschiedene Momente. Zum Ausklang durfte Johanna sehen, wie Maria und Papa gespielt haben... Sie darf einen Schläger halten und sich so langsam gewöhnen...
...das war knapp... aber sie war so begeistet, dass sie Papas Schläger über ihrem Kopf nicht bemerkte... da ihr solche Gefahren noch nicht bewusst sind, hatte sie auch keine Angst. Morgen spielen sie weiter!

Ein Sonntag

wie nicht jeder andere...
(etwas später, aber doch veröffentlicht)

Der Papa hat heute Zeit, mit und in den Zoo zu gehen! Es regnet, aber wir sind abgehärtet und wir wohnen in Osnabrück. Wir können unsere Jahreskarten nicht finden, aber man lässt uns trotzdem herein. Wir sind fast alleine hier. Diesmal gehen wir den Rundgang "anders ´rum", weil wir das Ende nie mitbekommen.
Hier ist ein Tier, das Johanna erkennt und sogar nennt: "Affffe", das kann man sogar verstehen.Die Kunst, die Treppe zu laufen, beherrscht sie langsam.
...und hier will sie zeigen, dass einer der Nashörner gerade unerwartet schnell weggelaufen ist.
Diesen Spielplatz mit einer Brücke konnten wir aus Müdigkeitsgründen nie sehen - aber jetzt ist Johanna voll dabei. Sie will klettern!
und das schafft sie perfekt, danach ist sie vorbildlich heruntergekommen.
Diese "Dino-Eier" waren meiner Meinung nach eine echte Herausforderung für sie. Eine sache, darin zu sitzen und nett winken, andere Sache -
zu versuchen, in das andere Ei zu gelangen und durch das dritte herauszukommen...

Es hat ein wenig gedauert, aber dann traut sie sich doch!
Maria möchte aber noch zu Johanna hineinkommen - und wird gleich "Hoppe hoppe Reiter" auf ihrem Bauch erleben, da Johanna alles im Ei plötzlich gemütlich und weich vorfindet...
Johanna zeigte uns immer wieder, dass sie sich weiterhin "auf ihren zwei" bewegen wird.
Maria und Papa wollten die neuen Bauten sehen. Bei mir sind immer gemischte Gefühle im Spiel, wenn ich all diese liebevoll gearbeiteten Häuschen und Zäune und Spielgeräte sehe - das sind ja überall 1-€-Jobbler am Werk gewesen... Schön und gleichzeitig Schade, dass so viel Energie hier "festgebunden" wurde...
Johanna muss über eine kleine Abgrenzung - für sie kein Problem, sie schaut nicht mal nach mir...
...und schon sitzt sie auch darin!
...und damit es klar ist, dass sie alleine hineinkletterte, und damit es klar ist, dass sie wirklich alleine hinein kletterte, kommt sie genauso geschickt heraus.
Der Regen hat uns doch nach Hause "geschickt", unterwegs haben wir uns Vieles für den Rest des Tages vorgenommen.

Unsere Sonntagsbrötchen

kann man natürlich am Samstag besorgen. Aber besser doch am Sonntag, auch wenn es nicht gerade um die Ecke ist!
Papa, Maria und Johanna wollen zur Bäckerei fahren. Die Verkäuferin sieht, dass Johanna einige Körner gern gegessen hat. "Soll ich mehr Körner einpacken?" - "Na klar, gern!"
Stolz trug Johanna eine Tüte mit Körnern erst zum Auto, dann ins Haus.
- Mama, Tüte!Nach dem Frühstück
wurde
getanzt!


Johanna steht auf der Fensterbank hinter dem Sofa,
danach entdeckte sie, dass sie einen Purzelbaum nach unten auf die ausgeklappte Sitz/Liegefläche machen konnte.
Ab dann habe ich lieber weggeschaut.
Gestern gab es ein neues Wort: Mehr!
Heute gab es auch ein Wort: Schlüssel.

Samstag, 16. Mai 2009

Auf einer Geburtstagsfeier,

dachten wir uns, wird es schwierig sein, mit Johanna länger zu bleiben... Zwar hat das Geburtstagskind Enkelkinder, aber wir wussten nicht, ob eine Kommunikation stattfingen kann... Wir haben uns überlegt, dass einer von uns dann mit Johanna nach hause gehen wird...

Unsere Ängste waren grundlos: nach einigen Stücken Kuchen am Kaffeetisch ist Johanna zum Spielen gegangen (wirklich gegangen). Es war eine Zeit lang sehr ruhig im Nachbarzimmer.
Sie spielte zusammen mit den anderen mit der Eisenbahn, als ob sie dies immer schon gemacht hat. Dabei sagte sie sich "Sch-Sch-Sch!", wie im Liedchen von der Eisenbahn... Im Garten hat Johanna viele Dinge bewundert, erstaunlicherweise konnte sie bei vielen ziemlich abstrakten Figuren Einiges zuordnen. Mit diesem bronzenen Mann wollte sie "tick-tack" spielen
und wunderte sich, dass die Hände so kalt sind...
Bei der Frau war sie erst zurückhaltend, dann zeigte sie auf meine Bitte viele Körperteile.
Die anderen Kinder sind flotter als Johanna, trotzdem nimmt sie am Fangenspiel teil.
...ein wenig verwackelt und wackelig, aber das macht ja nichts...
Sie fand eine Bürste und wollte die Sandspuren von der Terasse fegen.
Insgesamt konnten wir ohne Stress dort bleiben, Johanna fuhr mit dem Bobbycar und spielte im Sandkasten wie die anderen Kinder.

Nachdem wir uns verabschiedet haben, wollten wir noch einen Blick auf die Osnabrücker Maiwoche werfen und Johanna auf einem Karussel fahren lassen.
Leider wurde nichts daraus, da Johanna doch Angst bekam und nicht weiter auf dem großen Karusselpferd sitzen bleiben wollte... Na gut, dann im nächsten Jahr...

Sonst hat uns Johanna am heutigen Tag wieder mit ihren sozialen Kompetenzen und Mit-Spiel-Fähigkeiten positiv überrascht.

Freitag, 15. Mai 2009

Auch keine Schwimmen-Fotos,

sondern nur die vom Rückweg... Johanna krabbelte immer durch diesen langen Flur, jetzt läuft siebis zum Türschalter...
...und weiter zum zweiten Türschalter, der gerade von ihr betätigt wurde... Schafft sie es in der kurzen Zeit, durch die Tür zu gehen?
Papa ist sich nicht sicher, er hält die hand "für alle Fälle", aber sie schafft es doch!
Jetzt nur noch zur Treppe
und die Treppe hoch...
Sie macht es wirklich "im Stehen"
...und dann geht unser kleines Mädchen in die weite Welt!
Hier stimmt unsere und ihre Richtung, da ich ihr gleich "Anna und die L----" versprochen habe.

Donnerstag, 14. Mai 2009

Unser KiTa-Antrag

Die Eltern der jüngeren Kinder, die uns "besuchen", wissen noch nicht, was auf sie alles zukommen wird. Vielleicht ist es besser so, denn die Verzweifelung nach der Geburt ist groß.

Ich bin aber soweit, dass ich kein Baby mehr habe und dass der KiGarten als perspektive anvisiert wurde.
Tja, wir wussten bereits, dass wir für den Kindergarten nicht zahlen DÜRFEN. Erst können wir nicht entscheiden, in welchen KiGa Johanna geht, jetzt muss ein Antrag beim Sozialamt gestellt werden. Dies ist die Voraussetzung für weitere verhandlungen, teilte und der geplante KiGa mit.
Na sowas!
Wir, beide berufstätig, starke unabhängige Menschen, die es Leben lang versucht haben, sich so viel Ausbildung und Kenntnisse zu verschaffen, dass sich jeder Arbeitgeber glücklich schätzen wird, wenn wir arbeiten.
Und jetzt stellen wir einen Kostenübernahme-Antrag beim Sozialamt! Also eine Runde betteln gehen, so etwas... es reicht nicht, dass wir sowieso aus der Gesellschaft ausgeschlossen sind, jetzt werden wir noch in dieser Form erniedrigt.
Und wie es beim Sozialamt so zugeht, will es von uns die Offenlegung unserer Gesamtsituation.
Das bewerten wir als Versuch der Verletzung unserer Privatsphäre und der unserer weiteren Kinder.
In einigen Feldern haben wir uns erlaubt, "keine Angaben" einzutragen, fertig.
Wird Johanna einen KiGa Platz bekommen?
Das weiß ich jetzt nicht.

Mittwoch, 13. Mai 2009

Diesmal keine KG-Fotos,

sondern nur vom Weg dorthin...
Aus dem Auto durch die Tiefgarage,
dann bestellt sie den Aufzug, was tatsächlich klappt...aus dem Aufzug zur Praxistür,
die Körpergröße reicht auch für den Türgriff...
...tatsächlich aufgemacht!..
und herein!
Ich komme!!!
Zwei wartende Mütter werden mit einem lauten "Hi!" begrüßt.
Den Flur kennt sie seit ihrem 2. Monatsgeburtstag, sie wurde hier immer nur getragen, jetzt will sie alles nachholen.
Und jetzt will sie mit der Luftburg selber starten!
Johanna war an diesem Abend so müde, dass sie nicht besonders motiviert bei der KG war. Ich bin dann lieber in den Warterbereich gegangen, damit sie nicht die Möglichkeit hat, sich an mich zu "kleben".
Man muss an dieser Stelle noch etwas notieren: ihr Sprachverständnis ist sehr groß. Kleinen Hilfen und Bitten (ich will nicht "Kommandos" sagen) kann sie leicht folgen und ist meisten bereit, diese umzusetzen.
Was im Moment nicht von der Fortbewegungsrichtung berichtet werden kann.

Hier: 2,5 Jahre!

Ich habe Johanna draußen ein Viertelstündchen beobachtet und einige Aufnahmen gemacht. Hier ist ein Bilderbericht dazu, der eine Vorstellung von Johannas Fähigkeiten zum jetzigen Tag bietet.
Sie half mir beim Anziehen des Kleidchens, die Begeisterung wurde mit lauten "Ohhh" und "Ahh" geäußert.
Sie ist mit ihrem Dreirad an der Stelle unterwegs, wo sie im letzten Jahr nur im Stuhl sitzen konnte - vielleicht erinnert sich jemand an die Fotos mit einem schönen braunen Seidenkleidchen...
Sie macht es beim "fahren" genauso, wie es mit dem Bobbycar war, aber sie versucht auf meine Aufforderung, die Füsse doch auf die Pedalen zu stellen.

Wenn man das sieht, kann man Hoffnung haben, dass sie das irgendwann lernen wird.
- Johanna, wo sind die Blumen?
-Da!
das Dreirad hat eine Bremse. Das weiß Johanna noch nicht, sie muss mit beiden Füssen bremsen... Aber immerhin...
Sie hat keine Lust mehr, mit dem Dreirad zu versuchen.
Sie hat auf dem Mäuerchen meinen Schlüsselbund gesehen. Sie sucht einen bestimmten Schlüssel,
mit dem sie wirklich versucht, Papas Auto zu öffnen.
Es stimmt alles: die Richtung, der Schlüssel, der Knopf darauf...
Dann geht sie zur Haustür.
Ein Nachbar grüßt sie.
"Hi!" - antwortet Johanna.
Sie versucht, den Schlüssel in das Loch zu stecken. Er passt nicht...
Ich weiß nicht, was sie sich denkt - vielleicht wollte sie von der Innenseite probieren? -
und die Tür geht zu.
Na toll! Jetzt habe ich keinen Schlüssel und kein Kind und die Tür ist zugefallen!
Keine Sorge, sie macht die Tür auf und kommt wieder heraus.
Sie wird gleich diese kleine Stufe meistern...
wenn sie ihre Unsicherheit überwunden hat...
weil sie noch ein Ziel hat: Mamas Auto ist ja noch zu! Man muss ja die Situation nutzen und alles öffnen!
Alle Türen sind wirklich zu und sie findet kein Schlüsselloch...
Vielleicht von der anderen Seite...
Bedenke, dass sie immer noch "auf zwei" geht und steht.
Jetzt stimmt wieder alles: der Wagen, der Schlüssel, der Knopf...
Noch fester drücken! ich weiß, worauf sie hier wartet: die Lichter sollen kurz blinken.
Johanna ist schwer enttäuscht: bei ihr macht der Wagen es nicht!
Vielleicht ist die Tür doch auf? Ich musste bei so viel Einsatz natürlich mithelfen, dann ging die Tür auf. Johanna durfte wieder auf dem Fahrersitz verweilen und alles ausprobieren.
Das ist ihr Stand in der Grob/Feinmotorik und in einigen alltäglichen Situationen.