Mittwoch, 15. Juli 2009

1000 Posts und

ich muss mich jedesmal fuer laengere Zeit verabschiefen, da ich nun nie weiss, wann ich naechstes mal internet bekomme.
Irina schreibet:
Wir sind am Montag, dem 13.07. aus Fukuoka, Japan, nach
B(p)usan(Suedkorea) gekommen. Unsere ersten Erlebnisse sind sehr positiv. Die Menschen sind sehr freundlich, eher ich mich versah, bekam Johanna immer wieder etwas geschenkt-ob Saft oder Lolli oder gar einen Joghurt oder wurde freundlich angesprochen und angefasst.

Nach den ueblichen Passkontrollen, die bei uns immer etwas problematisch sind, da wir ein "ue" im Namen haben und nicht einscannbar sind, wurde uns Fieber gemessen - und dann sind wir "ins Volk" entlassen worden. Nach zwei Tagen in Busan, in denen wir uns erst vorsichtig auch an die Kueche Koreas vorgetastet haben, haben wir unsere anfaenglichen Aengste verloren und haben uns entschieden, weiter durch das Land zu reisen. Mit dem Bus kamen wir nach Andong, ca. 2 Stunden von Busan Richtung Seoul entfernt, von dort fuhren wir noch 20 Minuten bis zum Oertchen Pungsan, in dem Eine katholische Schule, ein Kloster, ein Museum und noch viele andere Dinge zu sehen sind. Das machen wir morgen. Unser Zimmer in einem kleinen Hotel sieht interessant aus, aber wir haben ein Bett - gestern und vorgestern hatten wir ein koreanisches Hotel mit Matten auf dem Boden ;)
Johanna hat eigenlich super mitgemacht, aber jetzt wurde sie muede, Maria und ich sind dann herausgegangen, der Papa versucht, Johanna zum Schlafen zu bringen. Es ist ziemlich spaet, ich bin mit meiner grossen Tochter durch die Strassen gelaufen, es kam uns nicht unfreundlich oder gar gefaerlich vor, es ist ein Dorf, alle Tueren stehen offen, ein Schueler hat uns das Internetcafe gezeigt - alles ganz ruhig und friedlich. Es sind regnerische Tage gewesen, aber es ist nicht kalt, man kommt mit einem Hemd immer noch gut aus, fuer Johanna habe ich immer einen Fliesspullover dabei - die Klimaanlagen sind nicht ohne... Ihre Jacke hat sie leider irgendwo in Japan verloren, jetzt muessen wir sehen, fuer sie etwas zu besorgen, falls es noetig sein wird. Bis jetzt haben wir nur kleine 4-er Windelpackungen finden koennen, ich hatte Stress, mal ganz ohne zu bleiben. In diesem kleinen Oertchen endlich bin ich fuendig geworden - aber wir muessen dann etwas aus unserem Gepaeck entsorgen, da wir keinen Platz haben.

Die PCs, die hier stehen, haben keine Zugaenge zum Fotos herunterladen, ich muss also wieder darauf verzichten. Natuerlich wird kein Foto dieser Welt das wiederspiegeln, was wir hier sehen, erleben und einfach mitmachen. Das ist ein Riesenland, auch laut und eng, ein wenig chaotisch und nicht so gut durchdacht und strukturiert wie Japan, aber sehr freundlich und produktiv, und meine erster gedanke war, dass man aus deutscher Sicht Vieles unterschaetzt, man merkt nicht in einer gewissen europaeischen Hochnaesigkeit, dass man an manchen Stellen laengst von rechts uerberholt wurde.

Wenn es uns hier in dieser Abgeschiedenheit gefallen wird, werden wir vielleicht hier einen-zwei Tage bleiben. Wenn es jemanden interessiert, kann ich einige Beispiele geben, was alles hier so kostet... Unser Hotelzimmer in Busan kostete uns vier 30 000 Won. 1000 Won sind 56 Cent. Aber fuer einen Joghurt im Laden um die Ecke bezahlte ich 750 Won, das Gleiche fuer einen Becher Kaffee, eine Tasse Milch und ein suesses Broetchen. Fuer die 2-stuendige Fahrt mit dem Bus zahlten wir fuer einen Erwachsenen 7 000 Won, Maria zahlt die Haelfte, Johanna nichts. Unser heutiges Hotelzimmer kostet 25 000 Won, und alles ist dabei - das Trinkwasser, die Zahnpasta, die Zahnbuersten... Ein leckeres Essen fuer uns alle, das wir mithilfe von Malen, Zeichnen, Hand und Fuss bestellt haben, kostete 10 500 Won, und die Kellnerin wollte kein Trinkgeld haben (das mit dem Trinkgeld in Korea haben wir leider nicht in Erfahrung bringen koennen, wir muessen uns "vortasten", ob hoeflich oder nicht...). Mit Dem Englisch wird mal besser, mal schlechter, aber die Juengeren scheinen in der Schule gut aufzupassen, man muss sich einfach auf der Strasse jemanden suchen, der Englisch kann.

Ich hoffe, dass ich morgen mehr berichten kann - und dass ich vielleicht unseren kleinen PC hier anschliessen kann und Bilder zeige.

Wo kann man sich verstecken,

wenn der Wind plötzlich zu stürmisch wird?

Der Bericht ist am 26.09.09 zusammengestellt worden,
er gehört zum Datum: 14.07.09, Teil 2.

Wir haben uns leider in San Francisco im letzten Jahr keine Zeit genommen, ins Aquarium zu gehen, es sollten dort viele technische Ideen interessant umgesetzt worden sein... Aber hier in Pusan gibt es auch ein Aqarium, vierstöckig nach unten gebaut, mit vielen modernen Materialien. Wir haben uns genau für den Strand in der Nähe des Aqariums entschieden -hier im roten Kreis.Was kann man sich so verträumt stundenlang anschauen?
...das Treiben der Rochen, die jetzt gefüttert werden...
...so wie alle anderen Wassertiere und Vögel...
Johanna durfte einen Seestern anfassen -
er ist übrigens ganz schön rauh, aber weich... Wir haben keine Frühförderung, Krankengymnastik, Logopädie etc. - aber wir haben hier uns, alles um uns herum und sehen-hören-fühlen...
In der Dunkelheit der Räume haben wir nicht gesehen, dass Johanna schon wieder etwas Süsses von jemanden bekommen hat. Der Papa muss aber helfen...

Ich habe lange versucht, die Zähne eines Hais zu erwischen. Nein, es ging nicht... zu dunkel. Aber für uns alle war das die erste Möglichkeit, ein solches Gebiss zu bewundern.
Wir sind länger dort geblieben. Viele koreanische Familien mit zahlreichen Kindern waren dort, der Eintrittspreis war eher symbolisch, wenn man ihn mit solchen deutschen Preisen vergleicht. Wir waren froh, dem Sturm zu entgehen und etwas interessantes zu sehen. Zu diesem Zeitpunkt besaßen wir noch keine Regenkleidung und keinen Regenschirm.


Für übermüdete Eltern gab es auf einer der Ebenen eine Möglichkeit, sich zu entspannen - wenn die Kinder gut beschäftigt sind... Hier in einer Spielecke spielte Johanna lange mit einem Jungen - erstaunlicherweise verstanden sich beide sehr gut.
Es gab einen Raum mit Spiegeleffekten aller Art - ich beobachtete Johanna, die keine Angst bei diesen optischen Täuschungen hatte und ziemlich sicher laufen konnte, was für mich nicht einfach war...
Draußen, genauer gesagt, oben, war es windig und stürmisch. Nur Johanna hatte einen Regenschutz für den Buggy, ich habe mir vorgenommen, etwas für uns zu besorgen, wenn es weiter so gehen wird.
Maria fand es interessant, mit Papa nach dem Rückweg zu suchen - in der zusammengewachsenen 4-Millionen-Stadt bilden die Linien eine Art Knoten, der nicht immer leicht zu lösen war.

Wir sind im Hotel.
Unser Zimmer wurde aufgeräumt. Ganz schön klein, wenn ich das jetzt von Zuhause betrachte...
Morgen verlassen wir Pusan.
Wir wollen zum Bahnhof gehen (vom Hotel leicht zu Fuß zu erreichen) und Karten nach Seoul kaufen - mit der Möglichkeit, irgendwo in der Mitte des Weges auszusteigen und einen-zwei Tage auf dem Lande zu verbringen.
Die Kinder schliefen ein, wir versuchten, im Internet nach diesem "irgendwo" zu schauen.

Der Tag 9 unserer Reise ist vorbei.
Uns kommt es vor, als ob Wochen bereits vergangen sind...

Dienstag, 14. Juli 2009

Unser erster Tag in Pusan - und im Monsun...

Zusammengestellt: am 23.09.09
Gehört zum Datum: 14.07.09,
Tag 9.

Am Abend davor haben die Erwachsenen der Familie eine große Waschaktion gestartet. Am Morgen habe ich aus dem Fenster geschaut - es regnet, alles ist grau. Unsere Kleider sind bestimmt nass...
Johanna schlief und schlief. Für sie waren die koreanischen Betten bestimmt gemütlich. Ich habe mir dann etwas Zeit genommen, um mich hier umzuschauen.Die Sachen hingen auf dem Dach. Unser kleines Hotel und die schlichte Seitenstrasse mit den kleinen Geschäften, die wir gestern in der Dunkelheit gesehen haben, müssen bald den großen Häusern weichen... Sie stehen schon jetzt ganz dicht - und die Menschen schauen bestimmt verwundert auf dieses Dach, auf dem nicht nur die Wäscheleinen, sondern auch eine Küche und die Waschküche des Hauses und zwei Reihen Pflanzenkübel mit Chilischoten (???) zu sehen sind...Vom Dach sieht man, dass die Bauten immer höher werden und das kleine Strässchen bald dran glauben muss.
Die Bevölkerung der Stadt Pusan, oder wie man bereits lesen konnte, des Großraums Pusan, klettert über 4 Millionen...
Da links auf dem Dach stand auch ein großer brauner Topf. Erst dachte ich, als ich solche sah, dass dies Blumentöpfe sind. Nein, das sind Töpfe für das eingelegte Gemüse, jede Familie oder Region soll eigene Rezepte haben, darin werden scharfe Vorspeisen eingelegt und aufbewahrt.

Die Großmutter des Hauses hat unsere Wäsche in der Nacht, als es regnete, unter ein kleines dach gehängt - da sah ich unsere Kleider und das zeigte sie mir - sie hörte, dass ich auf dem Dach bin. Einige Sachen konnte man sogar anziehen. Ich habe mich mit Gesten bedankt, sie erlaubte die restlichen sachen noch da lassen - ein sehr großzügiges Angebot, wenn man bedenkt, dass sie gleich die Wäsche für das Hotel waschen muss und dass das Wetter nicht beständig ist.

Im Zimmer ist das Leben wieder voll im Gange. Johanna ist wach und untersucht alle Knöpfe und Schalter... Oh je...
Wir machen uns mit dem Geld vertraut: für 100 € bekamen wir 174000 Won - da muss man erst klar kommen, wieviele Nulls zu welchem Schein gehören - wink in die Ukraine der UdSSR-Trennungszeit :-)
Im Hotel gibt es nur Kaffee zum Frühstück, dafür können wir im Family Mart, wie in Japan, alles Mögliche besorgen, auch die Tische sind da. Für uns ist das in diesem Moment ein Luxus, da wir aus unserem gewohnten bequemen und großzügigen häuslichen Rahmen heraus sind. Es ist der Tag 9 unserer Reise...
Na, was gibt es da auf den Regalen... Alle möglichen Meeresfrüchte, trocken, eingelegt, geschnitten und in eigener Tinte... Wir nehmen uns Trinkjoghurte und kleine abgepackte Milchbrötchen. Die Lebensmittel sind toll, alles schmeckt gut, Johanna bekommt keine Allergie o.Ä. - wie es früher bei unseren anderen Kindern der Fall war.
Nun warteten wir auf Papa, der noch den vergessenen Stadtplan holte. Es ist komisch hier draußen - es ist feucht, sogar nass, unsere Kleidung wird auch feucht, Haare auch, aber es ist auch sehr warm. Ich habe an diesem Tag immer wieder Johannas Arme angefasst, wie das Klima ihr bekommt - eigentlich war sie immer ok. Nur unsere Haare entfalten plötzlich die Naturwellen.
Uns gegenüber stoppt ein Lieferwagen - es werden hübsche gelbe längliche Früchte verkauft, die wir nicht kennen... nach der japanischen Ordnung und penibler Sauberkeit in den Strassen kommen uns die gestrigen Essbuden mit offenem Feuer und dieser Verkauf "von der Ladefläche" etwas seltsam vor.
Nun wollen wir die Stadt sehen. da wir von Zentren bereits müde sind, wollen wir zum Strand - egal, ob das Wetter stimmt oder nicht. In der UBahn stehen freiwillige Rentner, die "gern helfen!"
Auch hier, wie bereits in Japan, beobachten wir, dass es hier kein Problem sein soll, mit einem Rollstuhl die Wege zu meistern - überall gibt es Aufzüge und sogar extra Eingänge in die Wagons.
Ordnung muss sein. Eingestiegen wird dort, wo die Richtungen markiert sind. Deshalb vielleicht hat die alte Dame "ihr" Einsteigen mit dem Regenschirm bereits reserviert? Ja, das war auch so - hier ist es üblich.
Wieder wunderten wir uns, als der Zug fuhr, welche Rolle Mobiltelefone hier spielen. Ältere Menschen saßen und redeten ohne Ende oder pflegten ihre Kalender.
Die Metrostation, die wir ausgesucht haben, war wirklich in der Strandnähe. Bunte Strandkleider zeigten uns den Weg. Den jungen Mann vor uns musste ich einfach knipsen - er hat solch eine tolle abziehbare Tätovierung - man sah kaum, dass es ein Strumpf war ;-)
Nun sitzen wir hier, auf dem Sand... und es ist nicht besonders gemütlich. Es ist feucht, die Urlauber aus zahlreichen Hotels gehen lieber auf der Promenade spazieren - wie in Spanien im Frühjahr.
Es ist wohl möglich, ins Wasser zu gehen. Nur das Japanische Meer ist ganz schön kalt, so wie die Nordsee etwa. Die Strömungen hier sollen ganz besonders ungünstig sein, deshalb darf man ins Wasser nur mit einem ausgeliehenen gelben Schwimmring. Es ist offensichtlich nicht "in" mit Bikini hier zu laufen - die Frauen und die Mädchen haben lange TShirts und Schorts.
Wir sehen viele Schulkinder, die noch mit Uniform zum Strand gehen. Hier ist alles etwas lockerer mit der Schuluniform, als in Japan...
Einige Gruppen Mädchen, immer zu viert, kommen zum Strand. Eins der Mädchen trägt ein kleines Fähnchen mit Zeichen (Schule? Klasse?) - das ist hier aber ordentlich!!!
Eine Vierer-Gruppe, etwas älter, auch mit einem Fähnchen, sprach uns an. Sie sprachen Englich gar nicht so schlecht, obwohl ich in dieser Stufe bereits mehr erwartet hätte. Sie sagten uns, dass alle Schüler zum Strand gehen wollen, da die Ferien anfangen und alle endlich frei sind! Ganze 4 Wochen! Es wird hier bald nicht mehr so leer sein! Na ja, dachten wir, bei einem solchen Wetter... viel Spaß! Die Mädchen standen lange neben uns und wollten mit Johanna sprechen und sich fotografieren lassen. Zu unserem Staunen war Johanna immer wieder bereit, schön in die Kamera zu schauen, zu winken oder zu lächeln.
Die Mädchen verabschiedeten sich. Wir saßen und sprachen darüber, dass wir hier in Korea in wenigen Stunden mehr Kontakte hatten, als in der ganzen Zeit in Japan.
Die Mädchen sagten uns, dass sie Kinder mögen. Das sagte uns die nette koreanische Verkäuferin aus dem japanischen Delikatessenladen. Immer wieder sehen wir Familien und ältere Menschen, die sich mit Hingabe um die Kleinen kümmern.
Ein Großvater neben uns schaut wohlwollend zu Johanna, die jetzt gerade, in dieser Sekunde, brav ist und im Sand spielt, und etwas missbilligend zu seiner Schwiegertochter, die gerade einen Wutanfall ihrer Tochter geduldig erträgt... Also Liebe, aber mit Grenzen...

Maria traute sich, ins Wasser zu gehen und sich von den Wellen nass spritzen zu lassen. Umziehen konnte man sich nirgendswo.
Johanna spielte lieber im Sand. Sie saß ein Stück weiter von uns. Endlich war sie alleine, für sich, - das konnten wir gut nachvollziehen. In den letzten 9 Tagen hat jeder von uns sein "altes" Privatleben aufgegeben, 24 Stunden nur zusammen, und wir wussten nicht, was alles auf uns noch zukommen wird...
Johanna hat versucht, sich ein Stück von uns zu entfernen, Sie lief auf den Stufen, die den Sand von der Promenade trennten.
Wir saßen auf den Stufen und genossen die Sicherheit, in der Johanna laufen konnte. Ein koreanisches Paar ging vorbei. Sie blieben neben Johanna stehen. Der Mann gab seine Tasche der Frau und ging zu Johanna. Erst wischte er ihr den Sand vom Mund, danach nahm sie auf den Arm und ließ von seiner Frau ein Foto machen - alles mit kurzen prüfenden Blicken in unsere Richtung, ob es uns recht sei...
Wir waren ganz tief berührt. Und überrascht - weil es immer wieder Menschen vorbei gingen, die Johanna angelächelt haben.

Alle hatten Hunger. Wie es schon in Japan war, mussten wir bei der Wahl des Essens ins kalte Wasser springen. Wir hatten keine Erfahrungen mit koreanischer Küche, wir wussten nur, dass Restaurants oft ein-zwei-drei Spezialitäten anbieten, dass diese draußen aufgeschlagen sind - Plakate oder Lichtwerbung,- und dass das Essen oft zum Schluß erst gewürzt wird.
Wir suchten nach einem Raum, in dem auch der Buggy einen Platz bekommen kann. Wir fanden ein Restaurant, das zwar Octopus serviert, aber auch "Chicken" und "Omelett" für uns zubereiten kann... das ist ziemlich alles, was die Kellnerin auf Englisch kennt... Nun brauchen wir noch die Wörter für "nicht scharf" - das erklären wir "mit Händen und Füssen".
So siehr er aus, der "Essraum" - etwas erhöht, die Schuhe müssen unten stehen, die "Stühle " sind sehr, sehr flach... In der Mitte des Tisches ist ein Gaskocher eingelassen, die Essstäbchen sind aus Metall und zum Trinken gibt es eine Flasche aus dem Eisregal... wo auch die Octopusse verweilen...
Unser Omelett mit Frühlingszwiebeln ist fertig, der Kreis wird mit einer Schere in gleiche Vierecke geschnitten - mundgerecht.
Danach kommen viele kleine Schälchen auf den Tisch - die Vorspeisen, alles eingelegte zum Teil scharfe unbekannte Gemüsesorten, schwarze eingelegte Bohnen, eine Art Rettisch, safrangelb, und natürlich die Meeresalgen. Auf das Feuer kommt ein Topf mit Gemüse und Hänchenfleisch - alles sieht sehr dekorativ aus, man kann beim Kochen zuschauen und dann entscheiden, wann es langsam Zeit wäre, zu essen... ich glaube, wir hatten zu lange gewartet...

Alle diese Fotos musste ich unter den genervten Blicken meiner Familie machen - aber jetzt freue ich mich, dass ich diese Bilder habe! Es gibt noch viele Ess-Fotos in meiner Sammlung, aus vielen Ländern - danach haben sie sich langsam gewöhnt :-)
Das Essen war ganz köstlich, mit unbekannten Gewürzen und wirklich nicht scharf.
Wir wussten nicht, ob hier das Trinkgeld etwartet wird. Wir sind zwar in Korea, aber in einer Touristengegend...
Josef nahm die Rechnung, 24000 Won, etwa 13 €, und sagte, er möchte mehr bezahlen. Das Wort "more" hat die Kellnerin versanden, aber auf andere Art: sie meinte, die Rechnung sei uns zu hoch... sie lächelte und schrieb auf dem Zettel: 23 000...
Nein, wir wollten ja nicht weniger!
Na ja, nach einem kurzen "Gespräch" haben wir uns verstanden...

Leider schlief Johanna die ganze Zeit. Ich genoss natürlich das ungestörte Mittagessen, aber der Preis war auch hoch: danach hat man ein hungriges Kind und man muss wieder suchen gehen...
Im Rucksack gab es natürlich einen Joghurt und ein Brötchen, für ein solches verschlafenes Mittagessen ...

Als wir aus dem Restaurant herauskamen, wussten wir, dass wir sofort eine andere Einkehrmöglichkeit suchen müssen - nicht weil Johanna einen Hungerschrei veranstaltete, sondern weil es einfach sehr schwer war, auf den Beinen zu stehen. Der wind wirbelte abgerissenen Plakate bis zu den Dächern, ein Werbungsschild von einer Hauswand fiel gerade herunter... Wenige Menschen auf der Straße suchten Sicherheit...
Wir haben auch nach sicheren Räumen gesucht. Es war leicht - für den Tag hatten wir noch einen Plan "B", es blieb nur, ihn zu realisieren.

Ich berichte weiter...

Mit der Fähre über das Japanische Meer

Über das Gelbe Meer werden wir in einer Woche fliegen, aber dieses Meer können wir wirklich überqueren, wenn auch in der Enge der Korea Straße.

Der Bericht ist am 20.09.09 zusammengestellt worden.
Er gehört zum Datum 13.07.09


Der Hafen liegt vor uns......und unsere schöne Fähre beeindruckt uns mit ihren Maßstäben... das ist kein Klein-Ding zu deutschen Inseln...

...am Ticketschalter erfahren wir, dass unsere Reservierung, mit einem kleinen Fehler im Namen, angenommen war. Wir werden also fahren können!
Es gab ursprünglich zwei Möglichkeiten - dieses Luftkissenboot, sehr schnell, und schnell ausgebucht,
und diese Fähre, langsamer, aber geräumiger, und noch zu haben.Unser Abschied ging viel zu schnell. Karten in die Hand, Johanna in den Buggy - und schon rollte er durch die Gänge des Decks.
Unsere Kajüte für 10 Passagiere war leicht zu finden.
So sah es hier aus. Eine klappbare Matratze, eine Steppdecke und ein quadratisches Kopfkissen aus Kunstleder. Kann man so schlafen?

Johanna fand hier alles - wie immer - sehr lustig
und versuchte sich erst im Spiel (Fussbalspiel) mit dem Kissen, was wir ihr leider dann wegnehmen mussten...
Der Papa wollte alles draussen mitbekommen
und schaute sich auf dem Deck um. Für Passagiere waren zwei Ebenen gedacht. Die letzten Bauten des Hafens "fließen" an uns vorbei...
Die Fähre verlässt den Hafen. Tschüss, Japan...

Das Schaukeln wurde etwas bemerkbar, die Passagiere machten sich bequem. In unserer Kajüte wollten alle schlafen - aber was mache ich mit Johanna, die gerade Bewegung braucht?
Alles war hier spartanisch, nur das Nötigste. - aber an die Tüten für besondere Empfindlichkeit beim Wellengang und an die Taschentücher wurde gedacht... Die Schuhe stehen im Regal...
und es ging immer wieder - hin und her, wie es mit einem kleinen neugierigen Kind unterwegs so ist...
Auf diesen zwei Fotos ist zu sehen, dass Johanna, besonders motiviert mitzukommen, ihre Schuhe aus dem Regal nimmt und versucht, diese anzuziehen. Das war das erste Mal, dass ich sie dabei erwischt habe, danach war alles ein wenig "kalter Kaffee".
Wir sind nun "draußen", im Japanischen Meer.

Meine Mädchen wollen etwas essen. Es gibt ein Restaurant mit genau zwei koreanischen Menüs, man versichert mir, dass alles "sehr scharf" sei... Es gibt ein edles japanisches Restaurant... in das ich mit Johanna im Momet nicht gehen möchte, da sie keine Hochstühle haben. Und es gibt eine kleine Auswahl an Instantsuppen aus dem Automaten - Nuddeln mit Gewürzen, heisses Wasser hinein - fertig! Wir nehmen das Dritte.
Johanna mochte die Suppe - im Nu hat sie ihre Portion aufgegessen. Ich merkte, sie wurde vom Schaukeln auch müde - ganz schnell zu unserem Schlafplatz - vielleicht wird sie in diesem fremden Raum doch einschalfen?
In wenigen Minuten schlief sie bereits friedlich. Die Klimaanlagen haben die Temperatur in den Schlafbereichen so niedrig gehalten, dass es den Passagieren nichts anderes übrig blieb, als sich in die dicken Decken einzukuscheln... Für Johanna nahm ich dann ihre und meine Decke, ich selber musste an diesem -draussen - heissen Tag einen Pullover holen.

Ich habe sogar ein einziges Foto von mir aus diesen Tagen. Ich habe es genossen, mal alleine zu sitzen und zu lesen. In den letzten acht Tagen war eine solche Stunde ein Luxus.Ich nahm mir etwas Zeit für einige Infos über Korea.
Die Wellen waren ganz deutlich zu merken.
Auf der Karte sah ich, dass wir eine bestimmte Stelle passieren oder in der Nähe einer Stelle kommen werden, die für die Geschichte Russlands eine ziemlich entscheidende Rolle gespielt haben soll... habe ich in der Schule gelernt... Die Insel Tzuschima Цусима liegt ein wenig zum Süden von unserer Strecke, hier sollten sich viele Tragödien abgespielt haben, vor genau 104 Jahren...

Johanna schlief im kühlen Raum und etwas geschaukelt, länger als geplant. Wir sind bald da! Und wir bekommen eine Stunde "zurück" - genau das haben wir nicht eingeplant.
Die Fenster sind so beschlagen, dass man kein brauchbares Foto machen konnte - hier waren bereits die ersten Bauten im Hafen von Pusan.
Ich habe es versucht, draussen zu fotografieren, und habe unseren Buggy entdeckt.
Der Papa hat ihn vorsichtshalber "angebunden" - das war clever, er wäre weg gewesen...
Hallo Korea! hallo Pusan! wir kommen!
Es ist warm, aber dunkel und feucht, wir erleben diese Regenzeit, von der wir nur gelesen haben...
Der letzter Schritt vor der Passkontrolle. Rechts ist wieder mal, ganz alltäglich, der Inselname zu sehen, der in meinem Gedächtnis so eingeprägt war.
Das Fotografieren bei den Passkontrollen war verboten. Das war schon in Peking so, und in Tokyo...
Die Monitore für die Infrarot - Kontrolle waren überall, alle Passagiere wurden durchscannt, alle Pässe wurden durchscannt... aber unsere Pässe hatten Probleme... die Scanner haben "ungültig" angeschlagen... na toll! Eine kurze Diskussion mit einem der vorgesetzten Beamten brachte Klärung: der Buchstabe "ü" in unserem Namen machte Schwierigkeiten. Wir waren deshalb die letzten, die die Halle verlassen haben...

Unser nächster Schritt war natürlich die Hotelsuche. Der Infoschalter war noch auf, ein preiswertes Hotel im koreanischen Stil, zu Fuss zu erreichen, wurde uns schnell vermittelt. Wir würden es leicht finden, es sei an der nächsten großen Kreuzung... der Bank gegenüber...
Sind die Buchstaben hier nicht schön?
Hoffentlich werden wir die Bank erkennen, das ist ja unser einziger Orientierungspunkt...


Als wir uns den Weg erklären ließen, sprach ein Mann Johanna an. Eher ich mich versah, hatte sie eine Dose Mangosaft in der Hand - und der Mann sagte, es sei ein Geschenk "for the cute Baby". Eigentlich muss ich ab diesem Zeitpunkt eine besondere Rechnung anfangen, eine Rechnung der Menschenkontakte, die Johanna so reich und so für uns unerwartet die ganze weitere Reise geniessen konnte. Immer wieder wurde sie angesprochen, begrüsst, beschenkt, fotografiert, wir dann wohl als ihre "Anhängsel" auch - bis zum Rückflug. Aber das wussten wir noch nicht.

Wir gingen, wie es im Plan war, zum Hotel.
Wir wurden unterwegs von fremden Menschen angesprochen, als wir uns einen Moment etwas ratlos umschauten, ob wir Hilfe brauchen. Das war für uns etwas Besonderes nach der Zurückhaltung der Japaner...


Nun sind wir da, in unserem Hotel!
Das ist ein Zimmer im koreanischen Stil. jo. Für Johanna passen die Möbelstücke wunderbar. Für uns eher weniger. Die Betten sind diese Steppdecken mit Blümchen, die Stühle sind blau und liegen unter dem Tisch.
Zu diesem Zimmer gehört noch ein kleines Badezimmer, beide sind durch einen kleinen Eingangbereich/Flur verbunden, der etwas tiefer liegt und wo die Straßenschuhe stehen. Für das Badezimmer gibt es extra Badeschuhe, im Zimmer soll man barfuß laufen. Das Hotel ist eher klein, um 20 Zimmer, es ist ein kleines Familienhotel. Die Großmutter des Hauses ist diejenige, die die frische Wäsche an die Decken drannäht, und zwar so:Wir wollten uns umschauen, etwas essen und nach den Windeln suchen. Wir fanden uns in einer Gegend, wo viele kleine Geschäfte, Mehrfamilienhäuser und Cafes für eine lebendige Atmosphäre sorgten. Windeln gab es in einer 5-er Verpackung für 5500 Won, ca. 3 €, also 60 Cent pro Stück - ganz schön teuer... ist das hier ein Luxusartikel?
Straßenverkäufer boten reichlich Auswahl an verschiedenen Delikatessen, an die wir uns am ersten Tag nicht getraut haben. Ein offenes Feuer auf einer Wohnstraße, eine Pfanne oder panierte Spieße drauf - alles roch lecker, aber für uns noch sehr unsicher. Für das Sitzen in einem Restaurant war es bereits zu spät. Ein s.g. Family Mart an der Ecke war die schnellste Lösung:
- verschiedene abgepackte Brötchen, Milchkaffee und Kakao - die Mädchen fanden alles toll, sogar die Hocker total bequem (von dem Johanna nicht heruntergefallen ist - deshalb ist das Foto in diesem Moment entstanden.lol.).
Wir waren gespannt, wie wir die Nacht auf den flachen Matratzen verbringen werden.

Nachdem die Mädchen einschliefen, haben wir Eltern eine Waschaktion veranstaltet. Eine Waschmaschine gab es nicht, alles wurde also in der Badewanne per Hand gewaschen. Wir fragten die Besitzerin, wo wir alles aughängen können. Auf dem Dach. Ok. Das machen wir.

Aber erst war unser langer Tag, der 8. Tag der Reise, zu Ende...